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Bauarbeiten bis Ende Juni: Hangrutsch auf der L 333: Der Schaden ist beträchtlich

Bauarbeiten bis Ende Juni : Hangrutsch auf der L 333: Der Schaden ist beträchtlich

Fast 100 Tonnen Geröll waren Ende Januar abgegangen, 30 Bäume wurden umgeknickt. Der Landesbetrieb setzt mit umfangreichen Arbeiten alles daran, die Sicherheit der L 333 bis Ende Juni wiederherzustellen.

Bäume und Geröll auf der Straße, eingeknickte Schutzplanken, zerstörte Fangnetze – das war das Bild, das sich den Mitarbeitern des Landesbetriebes Straßen NRW bot, als sie im Januar erstmals die Situation an der L 333 zwischen Hennef-Stein und Eitorf-Bach in Augenschein nahmen. Wie bereits berichtet, hatte der starke Wintereinbruch am 24. Januar in diesem Bereich einen Hangrutsch ausgelöst.

Untersuchungen durch einen Geologen ergaben, dass neben den offensichtlichen Schäden auch das Böschungsgefüge des Steilhangs in Mitleidenschaft gezogen worden war. Entwurzelte Bäume lockerten es derart, dass es nun mit Hilfe einer umfangreichen Stahlvernetzung zusätzlich gesichert werden muss. Die L 333 ist seitdem voll gesperrt.

Fast 100 Tonnen Geröll und Erde

Zunächst war man davon ausgegangen, dass die Strecke erst im Herbst dieses Jahres freigegeben werden könnte. Jetzt setzt der Landesbetrieb alles daran, eine Öffnung bereits Ende Juni zu ermöglichen. Verkehrsteilnehmer, die von Eitorf nach Bülgenauel fahren wollen, können bereits jetzt aufatmen. Die Schäden auf diesem Teilabschnitt konnten schon so weit behoben werden, dass am 24. Februar dort bereits eine halbseitige Freigabe der Straße erfolgte. Eine stabile Schutzwand wird laut dem Landesbetrieb dafür sorgen, dass der Verkehr zumindest dort über eine Fahrspur passieren kann.

„Der Schaden war insgesamt schon sehr beträchtlich“, sagte Mohamed Abodahab, Bau-Abteilungsleiter bei Straßen NRW bei einem Ortstermin und erinnerte sich an die ersten Bilder. Infolge des Hangrutsches gingen nach heftigem Schneefall am 24. Januar fast 100 Tonnen Geröll und Erde nieder, teilweise bis auf die L 333. 30 Bäume wurden umgeknickt oder entwurzelt.

 Mohamed Abodahab, Abteilungsleiter Bau bei Straßen NRW, zeigt eine der insgesamt acht Schadensstellen.
Mohamed Abodahab, Abteilungsleiter Bau bei Straßen NRW, zeigt eine der insgesamt acht Schadensstellen. Foto: Ingo Eisner

Acht Schadensstellen auf drei Kilometern

„Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt“, sagte Rainer Herzog von der Regionalniederlassung Rhein-Berg des Landesbetriebes. Dies sei nicht zuletzt den vom Landesbetrieb installierten Schutzzäunen und Fangnetzen zu verdanken, die Geröll sowie einen Großteil der umgestürzten Bäume aufgehalten haben.

Umgehend ließ der Landesbetrieb die umgestürzten Bäume entfernen, weitere gefährdete Bäume fällen und die Straße von Erde und Geröll befreien. Anschließend untersuchten Experten des Landesbetriebes sowie externe Gutachter das gesamte Ausmaß des Schadens. „Wir versuchen nun, mit höchster Sorgfalt die Schäden zu beseitigen“, sagte Abodahab.

Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Derzeit wird noch von Hand und in luftiger Höhe gearbeitet. Am Donnerstag waren einige Mitarbeiter unter Sicherung im Hang tätig, um Geröll und Astwerk zu beseitigen. Laut Abodahab gibt es entlang der L 333 zwischen Hennef-Stein und Eitorf-Bach auf einer Länge von etwa drei Kilometern insgesamt acht Schadensstellen, an denen gearbeitet werden muss.

400 Sicherungsanker für Fangnetze

Der Schaden in Stein gehört allerdings zu den heftigsten, weil dort an zwei Felsnasen das Böschungsgefüge stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. In dieser Woche rückt der Landesbetrieb mit schwerem Gerät wie einem Schreitbagger und einer Hebebühne an. „Dann werden etwa 400 Sicherungsanker für die Fangnetze an den Felsen befestigt. Die Bohrlöcher für die Anker müssen zwischen sechs und zwölf Meter tief sein“, sagte Abodahab.

Auf 3000 Quadratmetern werden Fangnetze aus hochfestem Stahldraht verlegt. Die Anker, die einerseits die Felsen des Steilhangs fixieren und darüber hinaus die Schutznetze halten, werden zusätzlich mit Zement fixiert, um weitere Stabilität zu erzeugen. „Wir setzen alles daran, dass bis Ende Juni die Arbeiten abgeschlossen sind. Vorher können wir aus Sicherheitsgründen die Vollsperrung allerdings nicht öffnen. Wichtig ist uns allerdings, dass die Maßnahme nachhaltig ist“, sagte Abodahab.