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Ergebnisse einer Bürgerbefragung: Heisterschoß und Happerschoß leiden unter Fluglärm

Ergebnisse einer Bürgerbefragung : Heisterschoß und Happerschoß leiden unter Fluglärm

Die Christdemokraten in Hennef haben die Ergebnisse ihrer Bürgerbefragung zum Thema Fluglärm vorgestellt. Besonders gebeutelt sind neben den Lichtenbergern die Bewohner in Happerschoß und Heisterschoß.

Als „Kampf gegen Windmühlen“ bezeichnete Peter Ehrenberg (CDU) die Fluglärmsituation in Hennef. Seit vielen Jahren schlagen sich die Bewohner der Siegstadt besonders nachts mit dem Krach herum, den die Maschinen bei Starts und Landungen produzieren und nachts werden die Hennefer ein ums andere Mal um ihren Schlaf gebracht.

Besonders gebeutelt sind neben den Lichtenbergern die Bewohner in Happerschoß und Heisterschoß. Dort hatten die Hennefer Christdemokraten vor einigen Wochen die Bürger befragt. Fazit: Der Fluglärm stört immens und die Bewohner würden gerne weniger belastet werden. Auf Initiative von Ehrenberg wurde am Dienstag zur Sitzung des Ausschusses für Klima- und Umweltschutz Martin Partsch, Leiter für Nachhaltigkeit und Umlandkommunikation am Flughafen Köln/Bonn eingeladen, der sich nach seinem Vortrag den kritischen Fragen der Ausschussmitglieder stellen musste.

Partsch verzeichnete in seinen Ausführungen für Köln/Bonn einen Rückgang bei den Passagierzahlen und den Flugbewegungen. „Im Jahr 2018 waren es noch 12,9 Millionen Passagiere, 2019 waren es 12,4 Millionen. Im Jahr 2000 gab es noch insgesamt 155 000 Flugbewegungen, 2019 waren es 142 000 und auch bei der Fracht sind die Zahlen eher rückläufig“, sagte Partsch. Insgesamt zeichnete er beim Thema Fluglärm ein eher positives Bild. 40 000 Haushalte seien laut Partsch rund um den Flughafen mit passivem Schallschutz versehen worden, und auch das Gebührensystem des Flughafens würde greifen. Helmut Schumacher, Vorsitzender der Hennefer Ortsgruppe der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn warf Partsch „Falschmünzerei“ vor. „Sie vergaßen anscheinend absichtlich zu erwähnen, dass die Zahl der Nachtflüge zwischen 2009 und 2019 um 35 Prozent zugenommen hat“, sagte Schumacher.

„Dass sie für den Vergleich mit dem Jahr 2019 das Jahr 2009 ausgewählt haben, wundert mich nicht, denn das war das Jahr, als DHL den Flughafen verlassen hat. Hätten Sie das Jahr 2000 als Vergleichsjahr genommen, wären es nur acht Prozent Anstieg gewesen. So viel zum Thema Falschmünzerei“ konterte Partsch.

„Lautere Maschinen sind teurer als leisere Flugzeuge und nachts ist es teurer als tagsüber“, sagte Partsch weiter. Auch die Flottenmodernisierung bei den Frachtmaschinen und der zunehmende Einsatz von leiseren Flugzeugen wie der Boeing 777 trage zur Minderung des Lärms bei. Verbesserte Verfahren und eine höhere Genauigkeit beim Kurvenflug sowie ein späteres Ausfahren des Fahrwerks beim Landeanflug sollen weitere Maßnahmen sein, um Fluglärm zu minimieren. Das alles reicht den Bewohnern von Happerschoß und Heisterschoß allerdings nicht. Die Tatsache, dass die Richtung „Funkfeuer Cola“ startenden Maschinen über die beiden Ortsteile donnern dürfen, wurde vor mehr als 20 Jahren beschlossen. „Erst direkt über Heisterschoß drehen manche Flugzeuge ab, was zusätzlichen Lärm verursacht“, sagte Ulrich Merz, sachkundiger Bürger der CDU. „Man bekommt den Eindruck, dass diese Bündelung von Fluglärm beabsichtigt ist, damit sich möglichst wenige Bürger über Fluglärm beschweren“, fügte Merz hinzu.

„Zudem müsste auch ihnen mittlerweile klar sein, dass, belegt durch zahlreiche Studien, Fluglärm krank macht“. Rainer Pasch (CDU), ehemaliger Pilot und wie Merz in Heisterschoß wohnend, schlug vor, dass die Maschinen doch vier oder fünf Kilometer weiter Richtung Norden steigen könnten, damit Heisterschoß nicht die volle Triebwerkslautstärke abbekäme. „Das können wir gerne als Vorschlag in unseren Gremien besprechen“, versprach Partsch.