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Süffiges Banbury Ale: Hennef braut Bier zur Städtepartnerschaft

Süffiges Banbury Ale : Hennef braut Bier zur Städtepartnerschaft

Der Hennefer Kulturamtsleiter und die Craftbeer-Koryphäe Fritz Wülfing brauen ein Banbury Ale fürs Partnerschaftsfest. Süffig, schmackhaft und lecker soll es sein.

Es ist warm in Fritz Wülfings Craftbeer-Brauerei „Ale-Mania“ in Pützchen. Der Sudkessel dampft. „Heute machen wir das Banbury Ale“, sagt Wülfing, wirft einen prüfenden Blick in den Kessel und gibt etwas Hopfen zu der Flüssigkeit. Wichtige Schritte beim Brauen sind bereits am Morgen erledigt: das Malzschroten und Maischen, bei dem das geschrotete Malz in einem Maischbottich mit Wasser gemischt wird, sich die im Malzschrot enthaltene Stärke auflöst und Zucker, Eiweiß und Gerbstoffe freigesetzt werden.

Auch das Läutern, bei dem die Maische in einem Läuterbottich durch die absinkenden Spelzen gefiltert und die Lösung (Würze) von den festen Stoffen (Treber) getrennt wird, ist abgeschlossen. Eine Stunde lang wird nun die Würze bei etwa 100 Grad Celsius im Sudkessel gekocht, wobei, je nach Rezept, mehrfach Hopfen dazugegeben wird.

Vom Ingenieur zum Bierbrauer

Für den späteren Alkoholgehalt des Bieres ist die Brauhefe zuständig, denn sie wandelt den Malzzucker während eines drei- bis viertägigen Gärprozesses in Alkohol um. Zudem entsteht Kohlensäure. Dieses so genannte „Jungbier“ wird anschließend zum Nachgären einige Wochen gelagert. Danach kann es abgefüllt werden.

Fritz Wülfing, der sich schon immer für die Braukunst begeistert hat, ist von Hause aus Ingenieur für Verfahrenstechnik. „Das mache ich mittlerweile aber nur noch in Teilzeit“, sagt Wülfing, der bereits 1988 ein Praktikum in einer Brauerei absolviert hatte. Seit 2010 braut er gewerbsmäßig Bier, 2014 eröffnete er gemeinsam mit Detlef Rick in Pützchen die Brauerei „Ale-Mania“.

900 Liter Banbury Ale

Als der Hennefer Kulturamtsleiter Dominique Müller-Grote mit einem besonderen Wunsch an ihn herantrat, war Wülfing sofort begeistert. Müller-Grote fragte ihn nämlich, ob er anlässlich der 40-jährigen Partnerschaft zwischen Hennef und dem englischen Banbury nicht ein Banbury Ale brauen könnte. „Ich habe natürlich Ja gesagt, denn ich mag die englischen Biere sehr“, sagt Wülfing.

 Fritz Wülfing zeichnet das Fass mit dem Banbury Ale aus.
Fritz Wülfing zeichnet das Fass mit dem Banbury Ale aus. Foto: Ingo Eisner

Nun war der Hennefer Kulturamtsleiter zugegen, als Wülfing gemeinsam mit seinen Azubis Jan Quasten und Jan-Philipp Traichel etwa 900 Liter Banbury Ale braute. Müller-Grote, der als Hobby-Brauer bereits einige Biere hergestellt hat, ließ es sich nicht nehmen, in Wülfings Brauerei auch Hand anzulegen und mal umzurühren. Der Kontakt zwischen ihm und Wülfing kam über Oliver Wirtz zustande, der seine Hennefer Weinhandlung am Geistinger Kloster betreibt.

Britische Hopfen- und Malzsorten

Zum Craftbeer hat Wirtz keinerlei Berührungsängste. „Das Banbury Ale wird es auch bei mir zu kaufen geben. Ich finde die ganze Craftbeerszene sehr locker und liberal“, sagt Wirtz. „Die Idee, zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Hennef und Banbury etwas Besonderes zu machen, hatte ich bereits vor einiger Zeit“, erklärt Müller-Grote. „Das Banbury Ale wird ein süffiges Bier mit originalen britischen Zutaten.“

Dazu zählen Hopfensorten wie Fuggles und East Kent Golding sowie Malztypen wie Crystal und Marris Otter. Die britischen Hopfen- und Malzsorten beziehe er über einen Großhändler aus den Niederlanden, erläutert Wülfing. Nun entstanden etwa 900 Liter Banbury Ale, die nach einer Lagerung von etwa drei Wochen abgefüllt werden können.

Großes Fest im kommenden Jahr

Das Banbury Ale wird es bei Wülfing und Wirtz zwar zu kaufen geben, ist aber grundsätzlich für ein spezielles Fest gedacht, das der Hennefer Partnerschaftsverein für den 10. September plant. Coronabedingt wird es laut Erika Rollenske, stellvertretende Vorsitzende des Hennefer Partnerschaftsvereins, zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft Hennefs mit Banbury und zur 20-jährigen Partnerschaft mit der polnischen Stadt Nowy Dwór Gdański nur eine virtuelle Feier per Videokonferenz geben.

Daran nimmt auch noch die französische Stadt Le Pecq teil. Geplant ist laut Müller-Grote und Rollenske, dass die Vereine der Partnerstädte vorher das Banbury Ale erhalten. „Damit wollen wir uns gegenseitig zuprosten“, sagt Rollenske. Am 11. September ist, je nach Corona-Lage, zudem ein kleines Picknick für Mitglieder des Hennefer Partnerschaftsvereins im Kurpark geplant. Auch dort soll das Banbury Ale gereicht werden. Fürs kommende Jahr hat Rollenske bereits Plane: „Dann wollen wir aber zum 25-jährigen Bestehen unserer Partnerschaft mit Le Pecq ein großes Fest in Hennef feiern.“