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Knotenpunkt am Ende der Autobahn 560 in Hennef: Hennef entschärft Unfallkreuzung

Knotenpunkt am Ende der Autobahn 560 in Hennef : Hennef entschärft Unfallkreuzung

Der Ausbau des Knotenpunktes am Ende der Autobahn 560 in Hennef soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 beginnen. Nach aktuellem Planungsstand soll die gefährliche Kreuzung auf allen Seiten verbreitert werden.

Ob morgens oder am späten Nachmittag: Wer am Wingenshof oder an der Kapellenstraße wohnt und den Knotenpunkt am Ausbauende der Autobahn 560 passieren will, muss gerade zu den Hauptverkehrszeiten mit langen Staus rechnen. Täglich rollen laut einem Verkehrsgutachten mehr als 42 000 Fahrzeuge über diese Kreuzung. Besonders die Linksabbieger Richtung A 560 müssen zu den Hauptverkehrszeiten immer wieder lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Auch auf der Linksabbiegerspur Richtung L333 kommt es immer wieder zu langen Rückstaus.

Laut Kreispolizeibehörde und der Unfallkommission handelt es sich bei der Kreuzung um einen Unfallschwerpunkt, weshalb auch die Signalphasen der Ampeln bereits geändert wurden. Um Zeit zu gewinnen, hat die Stadt Hennef in enger Absprache mit dem Landesbetrieb Straßen NRW einen Bebauungsplanentwurf für den Knotenpunkt entwickelt, der am Dienstagabend bei einer Enthaltung aus den Reihen der SPD mehrheitlich vom Planungsausschuss beschlossen wurde. Am 7.Dezember erfolgt auf der Homepage der Stadt die Bekanntmachung und vom 17.Dezember 2018 bis zum 17. Januar 2019 werden die Ausbaupläne offengelegt. Nach dem letzten Stand der Planungen soll die Kreuzung auf allen Seiten verbreitert werden. Die Autobahn hätte demnach – inklusive Abbieger – insgesamt acht Spuren, die Bundesstraße 8 (B 8) käme auf sechs. Europaallee und Wingenshof sollen an ihren breitesten Stellen jeweils fünf Spuren aufweisen, damit der Verkehr an diesem Knotenpunkt besser fließen kann. „Für die Umsetzung wird es auch zu einem Ausbau der L 333 an dieser Stelle kommen“, sagte Walter Pott, Diplom-Ingenieur vom Planungsbüro Dittrich. Allerdings werden sich die Anwohner noch ein wenig in Geduld üben müssen, bevor die Bagger rollen. „Wir hoffen, dass die Maßnahme in der zweiten Jahreshälfte 2019 ausgeschrieben werden kann. Die Bauzeit wird schätzungsweise eineinhalb Jahre dauern. Baubeginn wird wahrscheinlich Ende 2020 oder Anfang 2021 sein“, sagte Roland Stenzel, Technischer Leiter der Hennefer Stadtbetriebe. Solange die weitere Planung für den Ausbau des Knotenpunktes läuft, ruht das Planverfahren für das Gewerbegebiet Kleinfeldchen in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf einer Fläche von knapp zehn Hektar Größe soll entlang der B 8 Richtung Uckerath ein Gewerbegebiet entstehen, das neben einem Busdepot und Dienstleistungsgewerbe auf 7500 Quadratmetern eine neue Rettungswache beheimaten soll. Eine provisorische Rettungswache existiert dort bereits. Das Gebiet soll im Zuge des Kreuzungsausbaus eine Zufahrt an der Straße Wingenshof erhalten.

Anbindung des Gewerbegebiets macht Bürgerinitiative Sorgen

Während die Bürgerinitiative Kleinfeldchen, die sich nach den ersten Plänen für das Gewerbegebiet vor ein paar Jahren gegründet hatte, mit dem Ausbau des Knotenpunktes vollkommen einverstanden ist, kritisieren sie immer noch die Pläne, das Gewerbegebiet über den Wingenshof an den Verkehr anzubinden. „Es ist ein kluger Schachzug der Verwaltung, denn im vorliegenden Bebauungsplan ist es nicht vorgesehen, den Teilbereich des Wingenshofes zur Anbindung an das Gewerbegebiet gesondert zu betrachten, sondern den gesamten Ausbau zusammenzufassen“, sagte Frank Hildebrandt, Sprecher der Bürgerinitiative. Zwar kann Hildebrandt die Beweggründe der Stadt für die Zusammenfassung des Knotenpunkt-Ausbaus und der Anbindung an das Gewerbegebiet durchaus nachvollziehen. „Dennoch wurde bisher immer noch nicht über alternative Anbindungsmöglichkeiten nachgedacht. Zu den Einwendungen der Bürger über die Anbindung des Gewerbegebiets an den Wingenshof gab es bisher keinerlei Reaktionen. Wir hatten Alternativvorschläge gemacht, dass eine solche Anbindung über die B 8 erfolgen könnte, aber die Stadt hat immer gesagt, dass der Landesbetrieb damit nicht einverstanden sei“, sagte Hildebrandt. Während es laut Verwaltung kaum Bürgerreaktionen zum Ausbau des Knotenpunktes gab, versprach Hildebrandt, dass sich die Bürgerinitiative bei der Offenlage der Pläne wieder einbringen wird.