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Raus aus dem Stau: Hennef startet Masterplan Mobilität

Raus aus dem Stau : Hennef startet Masterplan Mobilität

Wege aus dem Stau: Ein Planungsbüro soll ein Konzept für ganz Hennef erarbeiten. Die Stadt strebt einen offenen Beteiligungsprozess an.

Stau vor dem Warther Bahnübergang, Stau vor der Allner-Brücke, Stau im Kreisverkehr an der Brölbahn und Stau auf der Frankfurter Straße – die Hennefer beklagen seit Jahren die angespannte Verkehrssituation in ihrer Stadt. Obendrein fehlen auch Radpendlerrouten. Zwar hat die Stadt Hennef sowohl bei der seit Jahren geplanten Unterführung in der Warth als auch bei der Allner Brücke wenig Spielraum, da dort die Bahn sowie der Landesbetrieb federführend sind.

Der Bau der Unterführung startet laut Bahn frühestens 2027, die Erweiterung der Allner Brücke laut dem Landesbetrieb Straßen NRW innerhalb der nächsten vier Jahre. Dennoch will die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten endlich etwas tun, um die Verkehrssituation in Hennef deutlich zu verbessern. Als Instrument dafür soll ein „Masterplan Mobilität“ dienen, der am Mittwochabend vom neuen Mobilitätsausschuss einstimmig beschlossen wurde.

Planungsbüro soll im Mai präsentiert werden

Für die Erstellung des Masterplans können Fördermittel bis zu einer Höhe von 60 000 Euro beantragt werden. „Ich finde, wir sollten so schnell wie möglich starten“, sagte Bürgermeister Mario Dahm, der an der Sitzung teilnahm. Das externe Planungsbüro, mit dem die Stadt den Masterplan entwickeln will, muss laut Planungsamtsleiterin Gertraud Wittmer nicht europaweit ausgeschrieben werden, da aufgrund der Kosten mit geschätzten 100 000 Euro eine solche Ausschreibung für eine Kommune wie Hennef nicht notwendig ist.

„Die Ausschreibung soll allerdings öffentlich erfolgen, um auch ein breites Spektrum an erfahrenen Büros zu erreichen“, sagte Wittmer. Laut der Planungsamtsleiterin ist das Ziel, bereits im Mai dem Mobilitätsausschuss ein Planungsbüro zu präsentieren und zu bestimmen.

„Im Fokus steht immer der Mensch“

Beraten lässt sich die Stadt vom „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, das als Initiative des Landesverkehrsministeriums gegründet wurde. In landesweit drei Koordinierungsstellen berät und unterstützt das Zukunftsnetz Städte, Kreise und Gemeinden bei der Förderung einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung sowie einer kommunalen Mobilitätswende. „Zur Koordinierungsstelle Rheinland gehören insgesamt 82 Mitgliedskommunen, darunter Hennef und bis auf Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth der gesamte Rhein-Sieg-Kreis“, sagte Katja Naefe von „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, die dem Ausschuss per Zoom zugeschaltet war und in einem 45-minütigen Vortrag die Aufgaben und Ziele ihrer Institution erläuterte.

„Im Fokus steht immer der Mensch“, sagte Naefe: „Eine zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung erfordert eine ganzheitliche Betrachtung des Themas Mobilität und eine dauerhafte Verankerung in der gesamten Verwaltung. Unsere Aufgabe ist die Unterstützung der Kommunen bei der Förderung einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung, die deutlich entschlossenere und besser koordinierende Maßnahmen erfordert, mit mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, mit mehr Bus und Bahn und dem Ausbau der Sharingsysteme.“

Offener Beteiligungsprozess angestrebt

Nachdem sich die Stadt Hennef in den vergangenen Jahren mit Einzelmaßnahmen beschäftigt hat, soll nun ein Fachbüro ein ganzheitliches, nachhaltiges und gesamt­städtisches Mobilitätskonzept unter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer erarbeiten. Wesentlicher Bestandteil des Prozesses soll dabei laut Wittmer die Beteiligung der Öffentlichkeit, aber auch von Experten und Politik sein. Denn die Hennefer Parteien hatten bereits mit ihren Anträgen zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation gemacht, die in den Masterplan einfließen sollen, der von dem noch zu bestimmenden Fachbüro in enger Abstimmung mit der Stadt entwickelt werden soll.

Dabei werden nach einer Grundlagenermittlung Leitbilder, Ziele und ein Maßnahmenkatalog entwickelt. Für ein konsensfähiges Mobilitätskonzept strebt die Stadt einen offenen Beteiligungsprozess an. „Eine breite Zustimmung macht die Umsetzung einfacher“, sagte der Ausschussvorsitzende Ralf Offergeld (CDU).