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Projekt einer Henneferin: Hennefer Kurpark bekommt ein Labyrinth

Projekt einer Henneferin : Hennefer Kurpark bekommt ein Labyrinth

Von einer Frankreichreise brachte Sigrid Klein die Idee mit, nach Jahren der Planung und Spendensammlung wird ihr Wunsch nun Wirklichkeit: Die Arbeiten für ein Labyrinth im Hennefer Kurpark beginnen. Einweihung am 19. September.

Vier Jahre liegt ihr Besuch in der Kathedrale von Chartre nun zurück. Beim Wandeln über das dort im Boden eingelassene Labyrinth war in Sigrid Klein der Wunsch gereift, einen solchen spirituellen Ort auch in ihrer Heimatstadt Hennef zu schaffen. Seither hat sie intensiv geplant, 20 000 Euro an Spendengeldern gesammelt und sich mit der Evangelischen Kirchengemeinde Hennef sowie der Stadt zwei starke Kooperationspartner ins Boot geholt. Und jetzt geht ihr Herzenswunsch in Erfüllung. Zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Martin Tochtrop und Mitarbeitern vom städtischen Umweltamt und Baubetriebshof steckte sie am Freitag im Kurpark schon einmal die ersten Meter des künftigen Labyrinths ab.

„Ich bin sehr glücklich, dass nun die Bauarbeiten endlich starten“, sagte die 71-jährige Sigrid Klein. Ab diesem Montag beginnen vier Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes mit dem Erdaushub. „Wir werden insgesamt 25 Zentimeter tief auskoffern und die Fläche mit Schotter versehen“, sagte Rüdiger Wiegel, Leiter des Baubetriebshofes. „Das Labyrinth wird einen Durchmesser von 16 Metern haben“, fügte Kirsten Lorenz vom Umweltamt hinzu. Und die Besucher können am Ende auf barrierefreien, gepflasterten Wegen wandeln. Auf einer 1,20 Meter hohen Stele soll eine Informationstafel angebracht werden. Und im Zentrum des Labyrinths thront ein Labyrinthstein aus bergischer Grauwacke, den Sigrid Klein bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Siegburger Bildhauer und Steinmetz Markus Weisheit angefertigt hat.

„Ich habe alles ausgemeißelt und Markus Weisheit hat dann die Feinarbeiten übernommen“, sagte Klein. Zwei Mal pro Woche war sie in Weisheits Werkstatt, um dem Stein den letzten Schliff zu geben. „Das waren ungefähr 60 Arbeitsstunden und das Ergebnis ist wirklich toll“, findet Klein.

Der Labyrinth-Entwurf basiert auf der Form „Petite Chartres“. Der evangelische Pfarrer Niko Herzner hat ihn gemeinsam mit Sigrid Klein entwickelt. Die Ausarbeitung übernahm der Landschaftsarchitekt Martin Tochtrop im Auftrag der Stadt, die für das Projekt eine Fläche im Kurpark zur Verfügung stellt und nach der Fertigstellung auch die Verantwortung für das Labyrinth übernehmen wird.

Keine Irrwege und Sackgassen

Zahlreiche Spender und Sponsoren haben das Projekt unterstützt und so dafür gesorgt, dass die Siegstadt künftig im idyllischen Kurpark auch über einen spirituellen Ort verfügt. Einen Teil des Geldes hat Klein auch über den Verkauf von eigens von ihr gefertigten Gemälden, Postkarten, Kalendern und Labyrinth-Anhängern zusammengetragen. „So ein Labyrinth kann auf ganz vielfältige Weise helfen, unser Leben zu verstehen und im wahrsten Sinne des Wortes Schritt für Schritt die eigene Mitte zu finden“, sagte sie. Labyrinthe würden oft mit Irrgärten verwechselt, sind laut Klein aber das Gegenteil: „Ein Labyrinth kennt keine Irrwege oder Sackgassen. Es bietet eine klare Wegführung, die der Meditation dient“.

Schritt für Schritt, so wie sich Menschen im Labyrinth der Mitte nähern, hat Klein ihr Projekt mit viel Engagement in die Tat umgesetzt. Jetzt hat sie das Zentrum fast erreicht. Ein Termin für die feierliche Eröffnung steht bereits fest: Am Donnerstag, 19. September, wird das Labyrinth im Kurpark ab 11 Uhr eingeweiht. Sigrid Klein kann es kaum erwarten. „Es werden ja auch ein paar Bänke rund um das Labyrinth aufgestellt“, sagte die 71-Jährige und verriet: „Da werde ich öfters sitzen und bin bereits jetzt auf die Reaktionen der Besucher gespannt.“