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Schnelle Hilfe in Notlagen: Hennefer Lotsenpunkt ist Anlaufstelle für Menschen in Not

Schnelle Hilfe in Notlagen : Hennefer Lotsenpunkt ist Anlaufstelle für Menschen in Not

Ehrenamtliche bieten kostenlos Hilfe etwa bei finanziellen Problemen und Arbeitslosigkeit an. Einrichtung hat seit 2016 ein dichtes Netzwerk mit Beratungs- und Fachstellen aufgebaut.

Schnell ist es geschehen, und von einem auf den anderen Augenblick ist alles anders. Mit dem Verlust der Arbeit gehen schnell finanzielle Probleme wie Mietrückstände einher. Auch eine Krankheit kann Menschen aus der Bahn werfen. Viele reagieren in solchen Situationen oft hilflos und suchen Unterstützung. Seit eineinhalb Jahren gibt es mit dem Lotsenpunkt in Hennef eine Anlaufstelle, die auf Initiative des katholischen Seelsorgebereichs Geistingen/Hennef-Rott in Kooperation mit dem Caritasverband Rhein-Sieg gegründet wurde. Geschulte Ehrenamtler haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen und helfen mit diesem niederschwelligen Angebot kostenlos.

Unterstützung bei der Bewältigung unterschiedlichster Lebensfragen und Notlagen: Das ist der Grund, warum der Caritasverband Rhein-Sieg gemeinsam mit der Kirchengemeinde Geistingen/Hennef-Rott den Lotsenpunkt eingerichtet hat. „Es gehört zu unserem Selbstverständnis als Christen, notleidenden Menschen zu helfen. Das ist einer der Grundpfeiler einer Kirchengemeinde“, sagt Pfarrvikar Wolfgang Rick. Wichtig ist dabei laut Claudia Gabriel vom Caritasverband, für die Menschen da zu sein. „Wir möchten zunächst einmal zuhören, um zu erfahren, wo die jeweiligen Probleme liegen. Dabei ist eine vorurteilsfreie Haltung sehr wichtig. Wir wollen den Menschen nicht sagen, wo es lang geht, oder eine Fachstelle ersetzen“, sagt Gabriel.

Zugänge zu Beratungs- und Fachstellen ermöglichen, Hilfs- und Dienstleistungen wie Begleitung bei Behördengängen organisieren und anbieten sind die Aufgaben des Lotsenpunktes, der zwar keine Fachberatung sein möchte, aber mit den jeweiligen Stellen eng zusammenarbeitet und vor allen Dingen gut vernetzt ist. In einem Büro an der Kurhausstraße sitzt Doris Hofmann, die sich für die Pfarrgemeinde zehn Stunden pro Woche als Koordinatorin den Problemen der Menschen annimmt. „Die ersten Kontakte laufen natürlich telefonisch“, sagt Hofmann. Jeweils dienstags von 11 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 18 bis 19 Uhr ist das Büro für Sprechstunden besetzt. Unterstützt von einem kleinen geschulten Team von Ehrenamtlern werden aber auch Hausbesuche gemacht. Die Anliegen der Menschen sind laut Hofmann vielfältig. „Der Löwenanteil unserer bisherigen Arbeit sind natürlich finanzielle Probleme wie Mietrückstände, oder dass der Strom abgestellt wurde, weil Energiekosten nicht bezahlt wurden“, so Hofmann. „Ich habe aber auch aktuell den Fall eines 90-Jährigen, der in einer feuchten Kellerwohnung lebt und den wir jetzt an eine Seniorenwohngruppe vermitteln werden.“ Krankheit und Pflegefragen sind ein weiterer, größerer Komplex, mit dem sich der Lotsenpunkt beschäftigt.

Konfessionsübergreifend ist das Angebot, das bisher bereits von vielen Menschen in Hennef genutzt wurde. Allein 2017 gab es 162 Beratungen, davon 23 Hausbesuche. Die Tatsache, dass es auch in Sankt Augustin, Windeck und Much Lotsenpunkte gibt und in Kommunen wie Lohmar, Königswinter und Niederkassel derzeit aufgebaut werden, sagt viel über den Bedarf dieser Anlaufstellen für notleidende Menschen aus. Um helfen zu können, bedarf es engagierter Ehrenamtler, die vom Caritasverband geschult werden.

„Wir könnten in Hennef noch ein wenig ehrenamtliche Unterstützung gebrauchen“, sagen Gabriel und Hofmann. Wer sich angesprochen fühlt, kann am Freitag, 9. März, ab 18.30 Uhr unter dem Motto „Werde Lotse und komm an Bord“ einen Informationsabend zur Arbeit des Hennefer Lotsenpunktes im Pfarrsaal Hennef-Warth an der Frankfurter Straße besuchen.

Weitere Infos gibt es unter www.lotsenpunkte.de sowie unter www.katholische-kirche-hennef.de.