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Konfirmationsunterricht in Hennef

Konfirmation in Hennef : Videokonferenzen können persönlichen Kontakt nicht ersetzen

Fünf Monate ist es her, dass sich die Konfirmanden aus Hennef gemeinsam zum Präsenzunterricht treffen konnten, jetzt ist es endlich wieder möglich und das freut nicht nur Pfarrer Stefan Heinemann.

Es ist der Konfirmandengruppe von Pfarrer Stefan Heinemann am vergangenen Samstag im Gemeindehaus der Christuskirche anzumerken, dass sie den Präsenzunterricht genießt. Zwar werden alle Schutzmaßnahmen wie Abstandsgebote, Maskenpflicht und ein aktueller Corona-Test eingehalten. Dennoch freuen sich die Jugendlichen, sich endlich mal wieder live zu sehen. Die Corona-Pandemie hat den Heranwachsenden einiges abverlangt. Nicht nur, dass sie ihre Freunde nicht sehen konnten, auch war oft lernen von Zuhause aus angesagt. Neben dem eigentlichen Schulunterricht galt es schließlich noch, einmal pro Woche per Zoom-Konferenz 90 Minuten lang am Konfirmandenunterricht teilzunehmen.

Die Konfirmandenbibeln farbig zu gestalten oder ein eigenes Glaubensbekenntnis zu verfassen und live miteinander über Glaubensfragen zu diskutieren-all das genossen die Teilnehmer sichtlich. Stundenlang vor dem Computer oder dem Tablet zu hocken und sich konzentrieren zu müssen- das ist nicht unbedingt jedermanns Sache. „Es war eine interessante Erfahrung, aber es war auch sehr anstrengend und ermüdend“, sagte Noah Heinemann und erinnert sich nicht so gerne an die Zeit zwischen Januar und Mai, als der Konfirmandenunterricht nur per Videokonferenz möglich war. „Diese Zeit muss sich echt nicht wiederholen“, fügte der 14-Jährige mit Blick auf die Einschränkungen der Corona-Pandemie hinzu. Abwechslungsreich, aber auch anstrengend und ermüdend empfanden Tim Tövs und Mia Bendisch die Zeit und freuten sich, dass sie sich aufgrund der Lockerungen wenigstens jetzt sehen konnten. „Es ist allerdings sehr schade, dass wir uns jetzt nur noch einmal sehen, dann ist bereits die Konfirmation“, sagte Jan Nettekoven.

Obwohl sich die Konfirmanden darüber einig waren, dass der Präsenzunterricht viel besser sei, lief der virtuelle Unterricht über fünf Monate laut Stefan Heinemann doch erstaunlich gut. Vieles sei auch per Zoom-Konferenz möglich gewesen. Ob virtuelle Weltreise oder Glaubensfragen-alle Beteiligten bemühten sich, die wichtigen Themen des Konfirmandenunterrichts auch auf diese Weise so interessant wie möglich zu gestalten. So zündeten Konfirmanden fünf Monate lang vor dem Beginn jeder Stunde für Gott den Vater, Jesus und den Heiligen Geist drei Kerzen an, die jetzt auf einem großen Christenfisch im Gemeindehaus neben einem Kreuz stehend endlich auch wieder live entzündet werden konnten.

Der Pfarrer zeigte sich begeistert von den Konfirmanden, die in Anbetracht der Umstände diese Zeit gut gemeistert haben. „Es hat keiner aufgrund der Corona-Pandemie und der Videokonferenzen aufgegeben“, sagte Heinemann. „Wir haben alles bis auf den Aspekt „Tod und Sterben“ behandelt, da man bei diesem Thema am Bildschirm wirklich nicht gut begleiten kann“.

Mit dem Präsenzunterricht habe man sich laut Heinemann an den Schulen orientiert. „Als die Schulen wieder mit Wechselunterricht starteten, haben wir uns aber trotzdem noch ein wenig Zeit gelassen und haben erst Mitte Mai mit dem Präsenzunterricht wieder begonnen“. Begleitet werden die insgesamt 51 Konfirmanden, die auf drei Gruppen verteilt von Pfarrer Stefan Heinemann, Pfarrerin Antje Bertenrath und der Jugendleiterin Jenny Gechert betreut werden, von 15 sogenannten Teamern, die als ehemalige Konfirmanden für die Organisation und Planung des Konfirmandenunterrichts sorgen. „Unsere Aufgabe ist es, die Konfirmanden dabei anzuleiten,, den eigenen Glauben zu entdecken“, sagte Claudia Heider, die bereits seit zehn Jahren in der evangelischen Christuskirchengemeinde Hennef den Konfirmandenunterricht als Teamerin unterstützt.

Der virtuelle Konfirmandenunterricht ist nun erst einmal passé, aber auch die Präsenztage neigen sich dem Ende zu. Am Sonntag, 13. Juni, konfirmiert Pfarrer Stefan Heinemann seine Gruppe während zwei Gottesdiensten um 11.15 Uhr und um 14 Uhr. Am Samstag, 19. und Sonntag, 20. Juni, werden dann die Teilnehmer aus den anderen beiden Gruppen konfirmiert. „Die Gottesdienste finden unter freiem Himmel auf dem Außengelände des evangelischen Kinder-und Jugendhauses Klecks an der Deichstraße statt“, sagte Heinemann. „In der Kirche dürften derzeit nur 80 Personen teilnehmen, dort haben wir viel mehr Platz“.