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Barrierefreier Zugang zum Rathaus gefordert: Kopfsteinpflaster in Hennef ist für Senioren ein Ärgernis

Barrierefreier Zugang zum Rathaus gefordert : Kopfsteinpflaster in Hennef ist für Senioren ein Ärgernis

Das Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus kann zum Hindernis werden. Die Verwaltung will Denkmalschutz und Barrierefreiheit gleichberechtigt Rechnung tragen.

Für die Henneferin Magdalene Leon ist der tägliche Fußweg in die Innenstadt beschwerlich. Die 83-Jährige ist zumeist mit ihrem Rollator unterwegs, aber die mit Kopfsteinpflaster gestalteten Vorplätze vor der Post und dem Rathaus an der Frankfurter Straße sind für sie die reinste Buckelpiste.

„Ich habe Angst, dass ich mir meinen Rollator kaputt mache“, sagte Leon. „Darum gehe ich zumeist eine andere Strecke, damit ich gar nicht erst über das Kopfsteinpflaster muss“. Das bekannte Problem haben CDU, FDP und Unabhängige in einem Antrag für den Planungsausschuss erneut aufgegriffen, um sich für die Barrierefreiheit in der Innenstadt einzusetzen.

350 Quadratmeter Pflasterstein müssten entfernt werden

„Das Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus und der Post stellt für Rollstuhlfahrer und die Nutzer von Rollatoren ein ständiges Ärgernis dar. Daher sollte im Sinne der Inklusivität der Stadt Hennef auch der Zugang zur Stadtverwaltung für alle Bürgerinnen und Bürger hindernisfreier gestaltet werden“, sagten die Christdemokraten Peter Ehrenberg und Christoph Laudan.

In ihrem Antrag fordern CDU, FDP und Unabhängige die Verwaltung auf, die Möglichkeit einer zwei Meter breiten Zuwegung zu prüfen, die inmitten des Kopfsteinpflasters mit Granitsteinen angelegt werden könnte und somit zu einem barrierefreien Zugang zur Post und zum Rathaus führen würde. „Auf einer Fläche von etwa 350 Quadratmetern müssten Pflastersteine entfernt werden, um diesen Weg anzulegen. Granitsteine würden dann für eine barrierefreie Zuwegung sorgen und sich optisch nicht stark vom Umfeld abheben“, sagte Ehrenberg.

Vor 30 Jahren nicht an Barrierefreiheit gedacht

Laut Ehrenberg habe der ehemalige Bürgermeister Karl Kreuzberg sich auch für eine solche Lösung ausgesprochen. „Kreuzberg, der damals Ratsmitglied war, hat mir gesagt, dass man vor etwa 30 Jahren, als die Vorplätze vor der Post und dem Rathaus im Zuge der Neugestaltung der Frankfurter Straße gepflastert wurden, an die Barrierefreiheit nicht gedacht habe. Das sieht Kreuzberg im Nachgang als Fehler an.“

Bereits seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Verwaltung mit der Thematik, denn derzeit wird ein Konzept zur barrierearmen Gestaltung des Rathausumfeldes im Zusammenhang mit der Machbarkeitsstudie zum geplanten Kulturrathaus erarbeitet. Die Notwendigkeit der barrierearmen Gestaltung des öffentlichen Raumes an dieser zentralen Stelle ist laut Verwaltung bekannt und wurde in der Aufgabenstellung zur Machbarkeitsstudie als Baustein aufgenommen.

Varianten für barrierefreies Konzept erarbeitet

Die Stadt schlägt deshalb vor, zunächst die Ergebnisse dieser Studie abzuwarten, da hier unterschiedliche Maßnahmen für den gesamten Bereich erarbeitet werden. Ziel sei es, die Anforderungen an Barrierefreiheit mit den gestalterischen Besonderheiten des historischen Platzes zusammenzubringen. Barrierefreiheit und Denkmalschutz sind dabei gleichberechtigt zu betrachten.

Der vorhandene Pflasterbelag mit Naturstein zwischen dem historisches Rathaus, dem Postgebäude und der Frankfurter Straße entspricht laut Verwaltung einer der historischen Bebauung angemessenen Gestaltung und der hohen Aufenthaltsqualität im Stadtkern. Heute jedoch sei gleichrangig eine barrierefreie Lösung für das Stadtzentrum zu entwickeln, um diesen Bereich für Senioren, Mobilitätseingeschränkte und für Menschen mit Sinneshandicap komfortabel und zugänglich zu gestalten.

„Öffentliche Einrichtungen sollen barrierefrei erreichbar sein. Dazu ist die Erarbeitung eines Maßnahmenplanes mit Detailplänen erforderlich“, lässt Bürgermeister Mario Dahm in der Beschlussfassung der Verwaltung wissen. Für ein barrierefreies Erschließungskonzept für das historische Rathaus wurden laut Verwaltung bereits Varianten erarbeitet, die den zuständigen Fachausschüssen zur Beratung vorgelegt werden. Zudem hat die Stadt einen Vorschlag für einen durchgehenden Weg mit Großpflaster erarbeitet, den sie dem Planungsausschuss am 25. Februar präsentieren will.