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Haupt- und Realschule Hennef: Lachendes und weinendes Auge zum Gesamtschul-Start

Haupt- und Realschule Hennef : Lachendes und weinendes Auge zum Gesamtschul-Start

Mit Gründung der neuen Gesamtschule laufen die Hennefer Haupt- und Realschule allmählich aus.

Die Gründung der zweiten Hennefer Gesamtschule ist ein Paradebeispiel, wie ein in anderen Kommunen bisweilen kontrovers diskutiertes Thema in der Siegstadt gut vorbereitet und im Konsens aller Beteiligten über die Bühne gehen kann. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass mit der Hauptschule Wehrstraße und der Kopernikus-Realschule zwei Hennefer Schulen künftig auslaufen werden.

Bereits vor den Sommerferien hatte Bürgermeister Klaus Pipke zum Ausdruck gebracht, dass er "daran zu kauen gehabt hätte", dass Real- und Hauptschule auslaufen müssten. "Das ist uns nicht leicht gefallen, vor allem bei dem guten Ruf, den beide Schulen genießen. Deshalb wollen wir alles tun, dass beide Schulen vernünftig auslaufen. Das ist wichtig", sagte er.

Stefan Behlau, seit 2011 Leiter der Hennefer Hauptschule und Iris Zillinger, neue Leiterin der Kopernikus-Realschule, dürften die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten. Noch 2012 waren an der Hauptschule zwei fünfte Klassen zustande gekommen. Das ist demnächst vorbei, weil es aufgrund der neuen Gesamtschule keine neuen Fünftklässler an der Hauptschule mehr geben wird. "Wir haben aber weiterhin Schüler, nur halt keine Fünftklässler mehr. Das Schulgebäude ist nach wie vor mit Leben gefüllt", sagte Behlau. 355 Schüler besuchen derzeit die Hennefer Hauptschule. Schüler würden laut Behlau auch in Zukunft aufgenommen - sei es aufgrund von zugezogenen Familien oder von Empfehlungen der Realschule.

Behlau sieht vom rationalen Standpunkt aus die Entwicklung der Hennefer Schullandschaft positiv und begrüßt die Gründung der zweiten Gesamtschule. "Die Entwicklung zeichnete sich früh ab. Und das damit einhergehende Auslaufen der Schule bis 2018 war ein Prozess, den ich sehenden Auges verfolgt habe", sagte Behlau, der so auf eine Druckminderung in der Schullandschaft hofft. Dennoch hat er auch ein weinendes Auge, denn die Hennefer Hauptschule sei eine gute Schule. "Da gehen Traditionen verloren, aber wir versuchen, damit professionell umzugehen", sagte er.