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Anka Zink im Kur-Theater Hennef: "Leben in vollen Zügen"

Anka Zink im Kur-Theater Hennef : "Leben in vollen Zügen"

Wenn sie so in die Runde fragt, warum Menschen eigentlich in den Urlaub fahren, sieht man ihr an, dass sie diese Frage bereits für sich selbst beantwortet hat. "Dass ich mich immer wieder auf überfüllten Autobahnen abquäle, im Reisecenter der Bahn 'Wartemarken' ziehe oder mich bei der Kontrolle am Flughafen betatschen lasse, später in ungeheizten Bühnenkabuffs auf den Auftritt warte, um danach von muffigem Hotelpersonal gedemütigt zu werden, hat einen einfachen Grund: Es ist das Honorar", sagt Anka Zink, die jetzt im Kur-Theater das Publikum mit ihrem Programm "Leben in vollen Zügen" begeisterte.

Das kabarettistische Talent der gebürtigen Bonnerin, die eigentlich eine Universitätskarriere als diplomierte Soziologin einschlagen wollte, wurde per Zufall bei einem Casting entdeckt. Die heute 56-jährige Anka Zink begann Anfang der 80er Jahre ihre Bühnenkarriere und gehört zu den Gründungsmitgliedern des Bonner Springmaus-Theaters. Von 1989 bis 1990 war sie Mitglied des Ensembles am Düsseldorfer Kom(m)ödchen und wurde von Lore Lorentz gefördert.

Heute ist sie Buchautorin, Dozentin an der "Köln Comedy Schule" und Solo-Kabarettistin. Mit ihrem Programm "Leben in vollen Zügen" nimmt sie die Reiselust der Deutschen, die entweder was erleben, sich erholen oder "was Neues kennenlernen wollen", mit Humor aufs Korn. Zink besitzt die Gabe, alltägliche Situationen so einzigartig überspitzt zu schildern, dass die Zuschauer aus dem Lachen gar nicht mehr raus kommen. Ob es nun der Versuch ist, von einer unfreundlichen Bahnmitarbeiterin im Reisezentrum eine Information zu erlangen, oder ihre Erfahrungen mit dem sogenannten Nacktscanner und dem Abtasten bei den Kontrollen am Flughafen: Zink macht aus all diesen kleinen Alltagsgeschichten eine humorige Show, die aber auch voll von Seitenhieben ist. "Geschäftsreisende gehen bei der Flughafenkontrolle zum Abtasten. Das ist schließlich für sie die einzige Möglichkeit, angefasst zu werden, ohne dafür bezahlen zu müssen", ätzt Zink.

Das Verhalten von Menschen in "All-inclusive-Hotels", der zumeist sich anbahnende zweiwöchige Kleinkrieg bei Familienurlauben an Mittelmeerstränden oder die Tücken einer Flugreise - Zink widmet sich ausführlich der Frage, warum Menschen weltweit viel Geld dafür ausgeben, um es ungemütlicher als zu Hause zu haben und beleuchtet das Thema von allen Seiten.