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Bachlauf in Edgoven: Liemichsgraben soll ausgebaut werden

Bachlauf in Edgoven : Liemichsgraben soll ausgebaut werden

Es ist eigentlich ein schmaler Bachlauf, der sich in Edgoven von der Straße "Am Limbachsgraben" entlang der Wippenhohner Straße schlängelt.

Die Rede ist vom Liemichsgraben, der seit ein paar Jahren Behörden und Ingenieurbüros beschäftigt, da er sich bei Starkregen durchaus zu einem reißenden Bach entwickeln kann und für ein sogenanntes 100-jähriges Hochwasser bisher nicht ausgelegt ist.

Bereits 2008 hatte das Ingenieurbüro Stelter im Auftrag des Wasserverbandes Rhein-Sieg eine Vorplanung zum Ausbau und der in Teilen angedachten Offenlegung des Liemichgrabens erstellt. 2012 wurde bereits ein Abschnitt naturnah umgestaltet. Diese Umgestaltung soll neben einer Verbreiterung des Baches entlang der Wippenhohner Straße für die verbliebenen Abschnitte nun ebenfalls umgesetzt werden.

Am Mittwoch trafen sich die Mitglieder des Bauausschusses mit Ingenieur Michael Stelter und Martina Hirschberg, Geschäftsführerin des Wasserverbandes Rhein-Sieg, um sich die Pläne erläutern zu lassen. Der auf längeren Abschnitten verrohrte Liemichsgraben sorgt seit geraumer Zeit bei den Anwohnern für Sorgenfalten auf der Stirn.

"Bei dem Starkregenereignis im vergangenen Jahr habe ich ehrlich gesagt Blut und Wasser geschwitzt", sagte Michael Stelter. "Die Anlieger hatten wirklich massive Ängste, und wir können von Glück sprechen, dass der Bach nicht übergelaufen ist." Die bisherige Lösung sei laut Stelter suboptimal, und es gäbe nach wie vor Engpässe.

Ziel sei es laut Hirschberg, den Liemichsgraben für ein "100-jähriges Hochwasser" zu ertüchtigen, und zwar "naturnah, nachhaltig und möglichst kostengünstig". Hirschberg und Stelter stellten mehrere Varianten für den Ausbau des Bach-Unterlaufes entlang der Wippenhohner Straße vor, legten aber ihr Hauptaugenmerk auf die Variante 2, bei der das Bachprofil von bisher zwei auf vier bis fünf Meter verbreitert wird.

"Das führt zu einer hohen Aufnahmefähigkeit des Liemichsgrabens bei Starkregen", sagte Hirschberg. Die naturnahe Entwicklung sieht eine entsprechende Uferbepflanzung vor. Zudem soll die Straße verlegt und neue Betonbrücken als Zufahrten zu den Grundstücken der Anlieger gebaut werden. "Die Straßenbreite bleibt dabei ebenso erhalten wie der Bordstein", sagte Hirschberg. Der Liemichsgraben werde schlussendlich am Unterlauf in den Hanfbach eingeleitet. Die Erstellung einer Furt soll ebenfalls für Erleichterung sorgen.

Die Gesamtkosten des Projektes, bei dem auch ein paar Straßenbäume gefällt werden müssten, werden von der Stadt derzeit mit 1,1 Millionen Euro beziffert. Für die vorgestellte Variante 2 könnten laut Klaus Barth, Vorstandsmitglied der Stadtwerke, Fördermittel in Höhe von 80 Prozent beantragt werden. Die restlichen 20 Prozent der Gesamtkosten trage die Stadt.

Die Schaffung eines Auenwaldes sowie Retentionsflächen sollen die notwendigen Fällungen der Bäume ausgleichen. Gebaut werden kann allerdings erst in eineinhalb Jahren, wenn alle Anträge bewilligt sind. Eigentlich sollte der Bauausschuss das Projekt mit einem Beschluss am Mittwochabend schon mal auf den Weg bringen. Aufgrund der vierstündigen Debatte rund um das Gewerbegebiet Kleinfeldchen wurde das Thema allerdings vertagt und soll während der nächsten Sitzung behandelt werden.