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Initiative der Bürgerstiftung Altenhilfe: Mit dem Seniorenbus zur Corona-Impfung

Initiative der Bürgerstiftung Altenhilfe : Mit dem Seniorenbus zur Corona-Impfung

Bürgerstiftung Altenhilfe richtet kostenlosen Fahrservice für Hennefer Senioren zum Impfzentrum ein

Vieles läuft noch nicht rund, wenn es um das Thema Corona-Impfung geht. Besonders ältere Menschen hängen stundenlang in Warteschleifen, wenn sie versuchen, telefonisch Impftermine zu vereinbaren, wie aus anderen Bundesländern immer wieder berichtet wird. Zudem wird es für die Senioren mangels Mobilität oftmals schwierig, zum Impfzentrum zu gelangen. Dem will die Hennefer Bürgerstiftung Altenhilfe entgegenwirken. Ab 25. Januar, dem offiziellen Start der Terminvergabe in NRW, werden ehrenamtliche Mitarbeiter der Stiftung nicht nur Impftermine für die in der Pandemie am meisten gefährdete Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen vereinbaren, sondern sie auch im stiftungseigenen Seniorenbus zum Impfzentrum in Sankt Augustin und auch wieder nach Hause fahren. Dieser Service gilt nur für Hennefer Senioren.

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hatte die Bürgerstiftung schnell reagiert und für die Senioren einen Einkaufsservice initiiert. Nun will sich die Stiftung dafür einsetzen, dass die älteren Menschen aus Hennef nicht nur kostenlos zum Impfzentrum gelangen und auch wieder nach Hause gefahren werden, sondern vorab bereits die Termine vereinbaren.

In der Praxis funktioniert das so: Sobald die Senioren, die in Hennef leben, darüber informiert werden, dass sie sich impfen lassen können, erhalten sie ab dem 25. Januar die Möglichkeit, das Seniorenbüro unter 0 22 42/888 567 anzurufen, das montags bis freitags jeweils von 10 bis 12 Uhr erreichbar ist. Eberhard Knust, Leiter des Seniorenbüros, nimmt dann die Anfragen entgegen und leitet sie an die Projektkoordinatorin Stefanie Ott weiter. „Ich werde dann für die betreffenden Menschen die Impftermine vereinbaren und die Touren planen“, sagte Ott.

Vorab werden die Modalitäten geklärt. „Die Senioren erhalten vor dem Termin sämtliche Infos und können Fragebögen ausfüllen. Der Impfpass sollte ebenfalls bereits vorhanden sein, damit der eigentliche Impftermin so reibungslos wie möglich verläuft“, sagte Knust. Sieben ehrenamtliche Fahrer sorgen dann mit dem Bus der Stiftung dafür, dass die Senioren sicher zum Impfzentrum und wieder nach Hause kommen. „Um die Abstandsregeln zu gewährleisten, werden wir pro Tour höchstens zwei Senioren plus Angehörige einplanen“, sagte Heiner Krautscheid, einer der ehrenamtlichen Fahrer. „Viele Senioren leben alleine und haben auch kein Internet. Diesen älteren Menschen wollen wir helfen“, sagte Thomas Wallau, Vorsitzender der Bürgerstiftung Altenhilfe.

Auch die Sozialdemokraten des Kreises haben sich zu den Fahrten der Senioren zum Impfzentrum Gedanken gemacht. „Wir haben einen Dringlichkeitsantrag für den Kreisausschuss gestellt mit der Forderung, die Kosten für Fahrten zum Impfzentrum zu 50 bis 80 Prozent zu übernehmen“, sagte Katja Ruiters, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion. „Es ist im Interesse aller, möglichst schnell die Gruppe der hochaltrigen Menschen zu impfen. Das bedeutet, dass wir auch dafür sorgen müssen, dass das Impfzentrum für diese Personengruppe, die zum großen Teil nur eingeschränkt mobil ist, gut zu erreichen ist“, ergänzte Denis Waldästl, Fraktionsvorsitzender der Kreis-SPD. „Wir sind überzeugt, dass eine anteilige Übernahme der entstehenden Fahrtkosten die Akzeptanz für das Impfangebot noch erhöhen würde und so weitere Erkrankungen verhindert werden können“, sagten Ruiters und Waldästl.