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Unter strengen Hygienauflagen: Offene Tür und persönliche Gespräche in der Hennefer Christuskirche

Unter strengen Hygienauflagen : Offene Tür und persönliche Gespräche in der Hennefer Christuskirche

Seit einem Jahr sind die Türen der evangelischen Christuskirche geöffnet. Dort finden nicht nur die Gläubigen Ruhe – und einen Gesprächspartner. Die Mitglieder des Freiwilligen-Teams erzählen von ihren Einsätzen.

Die Tür der evangelischen Christuskirche an der Beethovenstraße in Hennef ist weit geöffnet. Frische Blumen und eine brennende Kerze schaffen eine einladende Atmosphäre. Die Gläubigen finden in dem Gotteshaus einen Ort der Ruhe und trotz der kontaktarmen Corona-Zeit auch einen Ort der Begegnung. Wenn sie das Gotteshaus betreten, werden sie von einem Gemeindemitglied erwartet.

Die Kirche öffnete ihre Pforten vor etwas mehr als einem Jahr, zu Beginn des ersten Lockdowns. Das allerdings nicht nur mit einem umfassenden Hygiene-, sondern auch mit einem ansprechenden Kirchenkonzept. Unter dem Motto „Offene Christuskirche“ erhalten Besucher seitdem die Möglichkeit, die Kirche unter strengen Hygienevorschriften zu betreten. Und sie treffen auf Mitglieder der Gemeinde, mit denen sie auf Wunsch auch sprechen können. Innerhalb weniger Tage fanden sich damals viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, die für die Besucherinnen und Besucher ansprechbar sind, punktuell aus der Bibel lesen, Gebete und Gedichte sprechen oder einen musikalischen Impuls anbieten.

Montags bis freitags zwischen 16 und 18 Uhr geöffnet

„Die überwiegende Zeit ist es im Kirchenraum aber still und man kann ganz für sich sein“, beschreibt Pfarrerin Antje Bertenrath. Zu Beginn der Corona-Krise war die Kirche laut Bertenrath noch drei Stunden in der Woche geöffnet. „Seit Juni letzten Jahres lädt die Offene Kirche nun regelmäßig jeweils montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr zum Besuch ein.“ Dass dieses Angebot der Christuskirche überhaupt ermöglicht werden konnte, liege vor allem an der immer größer werdenden Gruppe von Gemeindemitgliedern, die dieses Projekt mit Verlässlichkeit, Spontaneität und Eigeninitiative unterstützen würden.

„Wir nennen sie Begleiter. Mittlerweile sind es 18 Freiwillige, die ein bis zwei Mal pro Monat zur Verfügung stehen und selbst auch eine gute Zeit in der Kirche haben, denn sie können dort auch ein wenig von ihrem mitunter turbulenten Alltag pausieren“, so Bertenrath. Die Freiwilligen tragen die Tage, an denen sie Zeit haben, vorab in eine Liste ein, die im Kirchenvorraum aushängt. „Da muss man mittlerweile recht schnell sein, um einen Tag zu ergattern“, sagt Tanja Harrenberger, die in der Kirchengemeinde für die Seniorenarbeit zuständig ist und zum Freiwilligen-Team gehört.

Menschen genießen die Atmosphäre

Die Freiwilligen, die am Projekt „Offene Kirche“ teilnehmen, genießen ihren Dienst. „Es ist einfach schön, in dieser kontaktarmen Zeit mit Menschen ins Gespräch zu kommen“, erzählt Dorothee Akstinat. „Die Atmosphäre des Kirchenraums ist einfach schön“, findet Lydia Jüschke, ebenfalls Mitglied des Freiwilligen-Teams. Ob Menschen mit Migrationshintergrund oder Mütter mit ihren Kindern – ganz unterschiedliche Besucher nehmen das Angebot der Christuskirche wahr. „Die Kinder sind immer sehr andächtig, wenn sie die Kirche betreten“, sagt Gunhild Berg, die ebenfalls regelmäßig ihren Dienst für die „Offene Kirche“ verrichtet. „Die Menschen genießen einfach die Atmosphäre, wissen aber auch, dass immer jemand da ist, den sie ansprechen können“, so Berg.

Dass die Kirchenarbeit während der vergangenen zwölf Monate nicht einfach war, bestätigt Antje Bertenrath. „Was fehlt, ist die persönliche Begegnung, aber auch das gemeinsame Singen“, sagt sie. Auch in Zukunft wird es die „Offene Kirche“ geben – fürs erste weiter mit strengen Hygienevorschriften.