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Ortstermin Bonner Straße in Hennef: Parkende Autos behindern Busse

Ortstermin Bonner Straße in Hennef : Parkende Autos behindern Busse

Politiker des Planungsausschusses nehmen die Situation in der Bonner Straße unter die Lupe und suchen nach Lösungen. Anwohner beschweren sich über zu schnelles Fahren und Falschparker. Die Stadt will stärker kontrollieren.

In der Bonner Straße in Geistingen ist viel los. Neben zahlreichen Autos, die tagtäglich zwischen der Stoßdorfer und der Schützenstraße fahren, müssen sich auch Gelenkbusse der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) durch die zum Teil sehr enge Straße quetschen. Für so manchen Busfahrer eine Herausforderung, die eigentlich nicht sein müsste, wenn nicht zahlreiche Fahrzeuge verkehrswidrig halb auf dem Bordstein und halb auf der Fahrbahn parken würden.

Da mancher Anwohner auch das Gefühl hat, dass Autofahrer auf diesem Teilstück der Bonner Straße Richtung Schützenstraße zu schnell unterwegs sind und dieser Teilbereich sich zu einer Gefahrenquelle für Radler und Fußgänger entwickelt hat, wurde der Ruf nach Tempo 30 laut. Gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung trafen sich am Dienstagnachmittag Mitglieder des Planungsausschusses an Ort und Stelle, um die Situation vor der eigentlichen Sitzung unter die Lupe zu nehmen.

„Die Straße ist eigentlich breit genug, sodass ein Busbegegnungsverkehr möglich ist“, sagte Volker Steckmeier, zuständig für Straßenverkehrsangelegenheiten beim Hennefer Ordnungsamt. „Das Problem sind die halb auf der Fahrbahn geparkten Fahrzeuge, die für die Enge sorgen“, sagte Steckmeier. Der Beigeordnete Michael Walter bestätigte, dass das Parken in der Bonner Straße im Teilabschnitt zwischen der Stoßdorfer und der Schützenstraße erlaubt sei, wenn eine Restfahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern bleibe. „Das Parken am Fahrbahnrand dient auch zur Verkehrsberuhigung“, sagte Walter. Ein durchgängiges Halteverbot entlang der Strecke verleite zu schnellerem Fahren. Das Parken auf dem Gehweg sei allerdings im Interesse des Schutzes der Fußgänger nicht gestattet.

Da es sich bei der Bonner Straße um einen Teilabschnitt des sogenannten Vorbehaltsnetzes handelt, ist laut Verwaltung eine Herabsetzung des Tempos von 50 auf 30 Stundenkilometer nicht notwendig. Auch, weil bei den wenigen von der Kreispolizei an dieser Stelle aufgenommenen Unfällen zu hohe Geschwindigkeit nicht ursächlich sei und dort Buslinien verkehrten.

Ein „Vorbehaltsnetz“ beinhaltet Vorfahrtstraßen, die eine besondere Bedeutung und Funktion im über- und innerörtlichen Wegenetz haben und die mit 5,50 Metern entsprechend breit ausgebaut sind. Die Stadt will nun das ordnungswidrige Parken auf dem Gehweg stärker kontrollieren.

Der von Detlef Krey (Die Linke) geforderten Verlegung der Buslinie und der Einführung von Tempo 30 für diesen Abschnitt der Bonner Straße vermochte die Mehrheit des Ausschusses nicht zu folgen. „Die Verlegung der Buslinie ist nicht zielführend, weil Anwohner dann längere Wege zu den Bushaltestellen haben“, sagte Norbert Spanier (SPD). „Eine Tempo 30-Regelung scheint der Buslinienführung entgegenzuwirken“, sagte Gerhard Dohlen (CDU).

Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, Messungen an dieser Stelle vorzunehmen und zu prüfen, ob Tempo 30 während der Schulzeiten eingerichtet werden kann. Zudem sollen die Parkflächen im Zuge der Kanalsanierung im kommenden Jahr deutlich gekennzeichnet werden.