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Perfekt für Hundebesitzer: Eine Wanderung im Derenbachtal bei Hennef

Freizeit : Eine Wanderung im Derenbachtal bei Hennef ist perfekt für Hundebesitzer

Tour durch die Wälder des Derenbachtals: Auf dem Holzweg zwischen Hennef und Winterscheid treffen Wanderer auf ein sagenumwobenes Kreuz und ein historisches Pilgerziel.

Auf dem Holzweg befindet man sich im größten zusammenhängenden Waldgebiet des Bergischen Lands, dem Nutscheid zwischen Hennef und Ruppichteroth-Winterscheid. Der heißt nicht etwa so, weil er den Wanderer in die Irre führt. Beim Erlebnisweg Sieg ist der Name Programm. Mit Start am Wanderparkplatz an der K 17 im Derenbachtal führt er durch einen nachhaltig bewirtschafteten Wald mit Bäumen unterschiedlichen Alters und ein noch relativ intaktes Ökosystem. Der schattige Weg eignet sich besonders für Hundebesitzer, da er an Bachläufen vorbeiführt, an denen die Vierbeiner trinken oder baden können. Allerdings ist die Leinenpflicht im Wald zu beachten.

Am Wanderparkplatz geht es zunächst über die Straße und schräg gegenüber – umsäumt von Fichten und alten Laubbäumen – auf einem schmaler werdenden Pfad bergauf. Folgt man nicht dem direkten Weg geradeaus, sondern knickt scharf nach links ab, kann man einen Abstecher zur Rennenburg machen, die aus dem 9. bis 10. Jahrhundert stammt. Die frühmittelalterliche Ringwallanlage liegt auf einem 153 Meter hohen Bergsporn, der ein Nebengipfel des 360 Meter entfernten und 164 Meter hohen Rennenbergs ist. Unterhalb mündet der Derenbach in die Bröl. Der Platz wurde mindestens seit der späten vorrömischen Eisenzeit zur Zeit der Sugambrer bis zum Mittelalter genutzt. Fliehburgen sollten die Bevölkerung vor Bedrohungen in Kriegszeiten schützen.

Von dort geht es zurück auf den Weg über den Rennenberg hinauf nach Schreckenberg. Dabei kommt man am Rennenbergkreuz vorbei. Das hölzernes Wegekreuz stammt aus dem 18. Jahrhundert und steht an der Stelle, an der der Weg aus dem Derenbachtal auf den Höhenweg trifft. Winterscheid war früher, als die Flusstäler noch versumpft waren, von Hennef aus nur über den aufsteigenden Pfad zum Rennenberg zu erreichen. Das Kreuz steht unter einer alten Eiche und diente wohl einst als Stationsaltar bei Fronleichnamsprozessionen.

Legenden ranken sich um das Rennenbergkreuz, ein hölzernes Wegekreuz aus dem 18. Jahrhundert. Foto: Inga Sprünken

Eine Legende erzählt von einem Jäger, der kein Jagdglück hatte. Er hatte sich dort niedergelassen, als ein verirrtes Reh über den Pfad sprang. Er legte darauf an und hatte wieder kein Glück, worüber er in fürchterliche Wut geriet und auf das Kreuzbild zielte. Der Schuss fiel, der Jäger fluchte, doch unversehrt stand das Kreuz da. Noch einmal zielte der Jäger auf das Kreuz, der Schuss krachte und vom Schlag getroffen lag der Frevler tot da. Seitdem hört der nächtens über die Höhen des Rennenbergs ziehende Wanderer ein tolles Jagen im Wald, denn der wilde Jäger findet keine Ruhe.

Auf der Höhe in Schreckenberg folgt man der Markierung zweimal nach links, um in einem langen Bogen nach Winterscheiderbröl zu gelangen. Von dort biegt man scharf nach rechts ab und folgt dem Weg wieder bergan Richtung Winterscheid. Am Wegesrand liegt die Wendelinuskapelle, ein Bruchsteinbau aus dem 19. Jahrhundert. Dessen Vorgängerbau, privat vom Bildschnitzer Peter Richarz (1743 – 1816) errichtet, war Pilgerziel der örtlichen Landbevölkerung und musste der größeren Kapelle weichen.

Die Wendelin-Kapelle am Weg hinauf nach Winterscheid war früher ein beliebtes Pilgerziel. Foto: Inga Sprünken

Oben in Winterscheid geht es ein kleines Stück entlang der Hauptstraße vorbei an einem Dorfweiher. Das Ortszentrum mit schönen Fachwerkbauten wird von der romanischen Pfarrkirche Sankt Servatius dominiert. Ihr Turm stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Gegenüber der Kirche biegt man vor einem ehemaligen Hotel/Restaurant Zur Krone nach rechts ab Richtung Winterscheidermühle ins Tal.

Der Weg führt steil bergab, bis schließlich erneut die Straße im Derenbachtal zu überqueren ist. So gelangt man vorbei an den Gebäuden der ehemaligen wasserbetriebenen Fruchtmühle, der Winterscheidermühle. Ab dem zweiten Weltkrieg wurde die Mühle als Gaststätte betrieben. Später kam ein Hotel dazu und das Anwesen entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugslokal mit eigener Dammwild- und Wildschweinzucht. Nach Besitzerwechseln und einem Brand sowie Versuchen der Wiederbelebung standen die Gebäude ab 2013 leer. Heute wird die Winterscheidermühle von der Evangeliums-Christengemeinde Hennef als Gemeindezentrum genutzt.

Nach Überquerung des Derenbachs, der ein knapp acht Kilometer langer Zufluss der Bröl ist, folgt man dem Weg im Tal entlang des Bachs nach rechts. Durch einen nachhaltig bewirtschafteten Wald geht es links wieder bergauf. Dort trifft man auf die „Nutscheid Höhenhandelsstraße“, im Volksmund auch „Römerstraße“ genannt. Der alte Verbindungsweg zwischen Köln und dem Siegerland ist auch Teil des Natursteigs Sieg. Man folgt ihm und wendet sich an einer Wegegabelung nach einer Zeit scharf nach rechts, um wieder ins Derenbachtal und zum Wanderplarkplatz zu gelangen.