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Bildung in Hennef: Plätze an Ganztagsgrundschulen werden knapp

Bildung in Hennef : Plätze an Ganztagsgrundschulen werden knapp

Bei nahezu jeder Schule gibt es Wartelisten, einige Kinder können nachrücken aber längst nicht alle. Ein möglicher Rechtsanspruch auf einen Platz an einer OGS ab 2025 stellt die Stadt Hennef vor Herausforderungen.

Bereits jetzt ist die Situation rund um freie Plätze für die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) angespannt. Zwar hatte Sandro Klenner, kommissarischer Leiter des Hennefer Amtes für Schule und Bildungskoordination, auch ein paar gute Nachrichten für den Ausschuss für Schule, Weiterbildung und Sport im Gepäck. An der Katholischen Grundschule an der Wehrstraße waren laut Klenner 13 Kinder auf der Warteliste, die aber nachträglich durch den Verein „Betreute Schulen“ doch noch aufgenommen werden konnten. Dennoch ist die Gesamtsituation nicht befriedigend. Laut Stadt ist das Schuljahr 2021/2022 bezogen auf Schulneulinge ein sehr starker Jahrgang, weshalb überall die Anzahl der OGS-Anmeldungen die der Schulabgänge übersteigt. Das führt zu längeren Wartezeiten. Ein möglicher Rechtsanspruch auf OGS-Plätze ab 2025 stellt die Stadt vor weitere große Herausforderungen.

In einem Sachstandsbericht stellte die Verwaltung die derzeitige OGS-Situation in Hennef dar. Von den Wartelistenkindern könnten voraussichtlich einige in der Übermittagsbetreuung versorgt werden. Die Gemeinschaftsgrundschule Gartenstraße ist so gut aufgestellt, dass hier eventuell noch OGS-Kinder aufgenommen werden können. Bei der OGS Happerschoß können laut Stadt alle angemeldeten Kinder aufgenommen werden, sie verfügt sogar noch über elf freie Plätze. Bei den Gemeinschaftsgrundschulen Hanftal und Siegtal hingegen ist die Aufnahme problematisch. Bei der GGS Hanftal stehen für das kommende Schuljahr 33 Kinder, bei der GGS Siegtal 20 Kinder auf der Warteliste. Bei beiden Schulen scheiden laut Stadt OGS-Erweiterungen aus räumlichen Gründen aus.

Dass das Land NRW laut Schulministerin Yvonne Gebauer vom Bund insgesamt 158 Millionen Euro für den OGS-Ausbau erhält, nahmen die Hennefer Grünen zum Anlass für eine Anfrage an die Verwaltung, in der sie wissen wollten, wie viel von diesen Mitteln die Stadt Hennef erhält und wie sie verwendet werden können. Der sachkundige Bürger Bernhard Schmitz (CDU) sagte, dass er bereits vor Jahren auf die kritische Situation bezüglich der OGS-Plätze, besonders an der Katholischen Grundschule Wehrstraße, hingewiesen habe.

Der Beigeordnete Martin Herkt wurde daraufhin emotional: „Das schaut dann immer so aus, als würde die Stadt nichts tun, das ist aber nicht der Fall. Wir haben in dieser Stadt bereits zahlreiche Projekte vor der Brust, die personell und finanziell gestemmt werden müssen. Die Bereitstellung dieser Mittel hört sich ja zunächst sehr positiv an. Bei genauerer Betrachtung stellt man schnell fest, dass die Richtlinie dafür nicht zielführend ist“, sagte Herkt. Die knappen Antrags- und unrealistischen Umsetzungsfristen zur OGS-Erweiterung sind laut Herkt kaum einzuhalten. „Die eingereichten und im Bestfall genehmigten Maßnahmen müssen bis zum 30. Juni 2021 begonnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Es müssen aber Ausschreibungen erfolgen, und die Baumaßnamen dauern auch viele Monate“, sagte Herkt.

Zudem sei auch die Höhe der maximalen Zuwendung über 515 200 Euro für die Stadt Hennef insgesamt zu niedrig. Bei den aktuellen Baupreisen reicht diese Summe für bauliche Erweiterungen an den Schulen nicht aus. „Es werden also weitere Gelder erforderlich sein, die durch die Stadt getragen werden müssen“, sagte Herkt. Laut dem Beigeordneten seien aber weder dafür, noch für den 15-prozentigen Eigenanteil, den die Stadt bei geplanten Maßnahmen tragen müsste, im aktuellen Haushalt Mittel eingestellt. Der Rechtsanspruch für OGS-Plätze ab 2025 wird laut Herkt kommen. „Es gibt dazu allerdings noch keine Details. Grundsätzlich halte ich diesen Rechtsanspruch in der Sache aber für richtig.“

Herkt hatte aber noch eine gute Botschaft. Da die Anmeldungsfrist für die Fördermittel bis zum 19. März verlängert wurde, will die Stadt einen Antrag stellen und bei Bewilligung der Mittel an der Katholischen Grundschule Wehrstraße mittels Holzständerbauweise neue Räume schaffen. „Damit ließe sich dort die Situation kurzfristig entzerren“, sagte Herkt.