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Ausverkauftes Kurtheater: Ranga Yogeshwar präsentiert in Hennef "Nächste Ausfahrt Zukunft"

Ausverkauftes Kurtheater : Ranga Yogeshwar präsentiert in Hennef "Nächste Ausfahrt Zukunft"

Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar hat im ausverkauften Hennefer Kurtheater sein neues Buch „Nächste Ausfahrt Zukunft“ präsentiert. Kernthese des Wissenschaftsjournalisten: Die digitale Revolution ist die größte Herausforderung unserer Zeit.

Ranga Yogeshwar ist ein Mann, der einem die Welt erklären kann. Das hat der 58-Jährige, in Hennef lebende diplomierte Physiker, Autor und Wissenschaftsjournalist in den vergangenen Jahrzehnten mit zahlreichen Veröffentlichungen und Fernsehsendungen wie „Quarks & Co“ immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Jetzt war er auf Einladung der Buchhandlung am Markt zu Gast im ausverkauften Hennefer Kurtheater, um seinen neuen Bestseller „Nächste Ausfahrt Zukunft“ zu präsentieren, in dem er sich mit einer „Welt im Wandel“ und den Herausforderungen der digitalen Revolution beschäftigt.

Der Erlös der Eintrittsgelder, die Uwe Madel, Leiter der Buchhandlung am Markt, bereits am Abend auf rund 2000 Euro bezifferte, fließt komplett in die Arbeit der Hennefer Kinder- und Jugendstiftung, deren Geschäftsführerin seit vielen Jahren Yogeshwars Ehefrau Ursula, Mutter seiner vier Kinder, ist.

„Ich schreibe meine Bücher selbst und ich brauche dafür auch Zeit“, sagte Yogeshwar vor seinem Vortrag. „Es ist einfacher, in die Vergangenheit als in die Zukunft zu blicken, denn für die Vergangenheit kann man ja viele Quellen nutzen.“ Der Sohn eines indischen Ingenieurs und einer luxemburgischen Kunsthistorikerin kann mit dem Wort „Bestseller“, der auf sein neuestes Werk „Nächste Ausfahrt Zukunft – Geschichten aus einer Welt im Wandel“ durchaus zutrifft, nichts anfangen. „Das ist ein rein ökonomischer Ausdruck, sagt aber über die Qualität eines Buches wenig aus. Mir ist es wichtig, dass ich die Menschen zum Nachdenken anrege“, sagte Yogeshwar.

Gesellschaft muss sich aktiv auf digitalen Wandel einstellen

Es sind vor allem die Digitalisierung und ihre weitreichenden Folgen, die den Autor bewegen und die er ins Bewusstsein bringen will. „Die Welt befindet sich in einem Wandel, die digitale Revolution ist die größte Herausforderung unserer Zeit und wir stehen vor dem größten Umbruch in unserer Geschichte“, sagte Yogeshwar. Und diese Veränderungen würden in alle Lebensbereiche des Menschen eingreifen, und zwar zeitgleich, ob es nun beim Handel und der Logistik ist, bei der Partnerwahl, der automatischen Auswertung von Röntgenbildern oder den neuen Anwendungen von künstlicher Intelligenz.

Yogeshwar ist grundsätzlich zwar ein Optimist. Doch befürchtet er, dass die Menschen und vor allem die Politik diese Entwicklungen, die längst auf dem Weg sind, verschlafen werden. Die gesamte Autoindustrie könnte in den nächsten Jahren zur Disposition stehen, unzählige Berufe würden durch den Einsatz künstlicher Intelligenz wegfallen und der klassische Arbeitsbegriff, so wie wir ihn kennen, werde wegfallen.

Er zählte einige Fälle auf, bei denen Entwicklungen, „geblendet von der eigenen Größe“, schlichtweg nicht akzeptiert worden seien, wie bei dem Weltunternehmen Kodak, das bis zum Schluss nicht begriffen habe, dass die digitale Fotografie die analoge Lichtbildnerei weltweit ablösen wird.

Dass die Politik zu einer Entwicklung, die mit der Verdrängung des Menschen im klassischen Arbeitsprozess durch Computer und Roboter einhergehen wird, schweigt und sich verweigert, sich mit den Konsequenzen des Wandels zu beschäftigen, verärgert ihn. „Wir müssen aktiv werden und dürfen nicht selbstgefällig sein, sonst werden wir im globalen Wettkampf nicht gewinnen.“

Der Wandel der Welt, bei dem sich die Prioritäten des Lebens verändern werden, beinhalte aber auch Chancen. „Dafür müssen wir aber über neue Spielregeln nachdenken“, sagte Yogeshwar.