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Firmen bei uns-Serie: Rhenac: Rasenpflegesystem für Fußballstadien aus Hennef

Firmen bei uns-Serie: Rhenac : Rasenpflegesystem für Fußballstadien aus Hennef

Eine Erfindung aus Hennef könnte die Arbeit der Greenkeeper, die in den Fußballstadien das wertvolle Rasengrün hüten, jetzt deutlich erleichtern.

R-BL 7500 ist der Name einer vollautomatischen Bewässerungs- und Belichtungsanlage, die hinter dem Tor versenkt wird und bei Bedarf auf einem Schienensystem berührungslos über den Rasen gefahren werden kann. "Der Rasen in modernen Fußballstadien bekommt zu wenig Licht, um natürlich zu wachsen.

Bisher wird er pro Saison entweder drei- bis viermal komplett ausgetauscht oder durch mobile, energieintensive Anlagen beleuchtet", erklärt Amandus Waterkamp, Vorstand der Rhenac GreenTec AG, die das innovative System entwickelt hat. Das vollautomatische System arbeite mit energiesparendem LED-Licht und könne sich innerhalb von fünf Jahren amortisieren, so die Experten von Rhenac, die derzeit mit mehreren Bundesligavereinen im Gespräch sind. Voraussichtlich im nächsten Jahr soll die erste Anlage installiert werden.

Für die in Hennef ansässige Ideenschmiede ist das innovative Rasenpflegesystem allerdings nur eine Art Abfallprodukt, denn schwerpunktmäßig beschäftigen sich die rund 35 Rhenac-Mitarbeiter mit LED-Lichtsystemen, die bei Forschung und Produktion von Pflanzen in geschlossenen Räumen, beim sogenannten Indoor Farming, eingesetzt werden. Das Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München nutzt seit einem Jahr eine begehbare Klimakammer, für die die Rhenac nicht nur die Lichtinstallation, sondern auch die komplette Luftbehandlungs- und Steuerungstechnik gebaut hat.

Bisher wurde in diesem Bereich mit herkömmlichen Neonröhren und Halogenlampen gearbeitet, die nicht nur viel Energie verbrauchen, sondern auch noch einen erheblichen Anteil an Wärme abstrahlen. LEDs sind dagegen nicht nur sparsam, sondern übertragen auch weniger Wärme in die Kammer, so dass zusätzlich die Kosten für die Kühlung gesenkt werden.

Doch der wesentliche Vorteil ist die Variabilität des Lichts. "Mit LED-Leuchten können erstmals tageslichtähnliche Bedingungen simuliert werden. Und unsere Leuchten sind so variabel, dass die Forscher die Zusammensetzung des Lichts selbst bestimmen und immer wieder verändern können", erklärt Waterkamp.

Damit können die Forscher zum Beispiel testen, wie sich die Inhaltsstoffe von Heilpflanzen durch bestimmte Anteile des Lichtspektrums beeinflussen lassen. Gerade im Bereich der Phytopharmaka, also der pflanzlichen Heilmittel, sieht Rhenac ein großes Wachstumspotenzial. "Wir beobachten eine gewisse Chemiemüdigkeit im Hinblick auf die herkömmlichen Arzneimittel. Die Nachfrage nach pflanzlichen Medikamenten wächst, und unsere Systeme tragen dazu bei, die Produktion und das Wachstum der Heilpflanzen zu optimieren", so Waterkamp.

Aktuell kommen die größten Erträge noch aus dem Geschäftsfeld der interaktiven Lichtsysteme, die in der Architektur eingesetzt werden. Denn mit diesem Produkt hatte die 2004 gegründete Rhenac die ersten Erfolge. Gestartet ist das Unternehmen als Management-Buy-out aus der Moeller-Gruppe und Hersteller elektronischer Bauteile zum Beispiel für die Elektro- und Automobilindustrie. Doch der Gründer und heutige Vorstandsvorsitzende Horst Theisen machte sich schon bald nach der Gründung auf die Suche nach innovativeren Geschäftsfeldern und konzentrierte sich ab 2009 auf die Entwicklung eigener LED-Lichtsysteme.

Die Umrüstung des kompletten Terminals zwei am Flughafen Köln/Bonn auf LED-Beleuchtung vor fünf Jahren war das erste große LED-Projekt der Firma. Und obwohl aktuell so interessante Beleuchtungsprojekte wie eine interaktive Beleuchtung für die historische Eisenbahnbrücke in Wipperfürth oder die Modernisierung der Lichtinstallation in der Christuskirche in Brühl mit LED-Licht umgesetzt werden, sehen die beiden Vorstände die Zukunft ihres Unternehmens vor allem im Bereich der LED-basierten Biotechniksysteme für Pflanzen. "Wir haben die technischen Systeme, mit denen sich Licht in jeder Form darstellen lässt.

Und darin sehen wir in Zukunft ein großes Wachstumspotenzial", so Horst Theisen.