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Rhein-Sieg-Kreis: Politik will Radpendlerroute im nächsten Halbjahr beschließen

Strecke Troisdorf-Siegburg-Hennef : Politik will Radpendlerroute im nächsten Halbjahr beschließen

Die Konflikte einer zukünftigen Radpendlerroute Troisdorf-Siegburg-Hennef stellte Peter Lorscheid vom ADFC im Kreisplanungsausschuss vor. Seine Forderung nach einer weiteren Siegbrücke wurde allgemein begrüßt.

Radpendlerrouten würden das Radfahren für viele Menschen attraktiver machen. Das ist eine Binsenweisheit. Aber sie sollten grundsätzlich auch gewisse Qualitätsstandards haben, unter anderem möglichst eine Breite von drei Metern und eine eigene Wegführung. Peter Lorscheid vom ADFC rechtsrheinisch stellte das Konzept für die Route Hennef-Siegburg-Troisdorf im Kreisplanungsausschuss vor. Die Politik begrüßte das und kündigte an, im nächsten halben Jahr konkrete Umsetzungsschritte zu beschließen.

Friedrich-Wilhelm Kuhlmann (FDP) bedauerte indes, dass der Ausschuss den Bericht nur zur Kenntnis nahm. Ihm wäre es lieber gewesen, die Verwaltung mit der Erarbeitung der Umsetzungspläne zu beauftragen. Horst Becker (Grüne) erwiderte, man müsste ja noch die Stellungnahmen der betroffenen Kommunen abwarten. Zumal man die Kommunen nicht in eine Zwangslage bringen wolle. Kreis-Verkehrsplaner Sven Habedank sagte, es habe schon einen ersten Austausch mit den Kommunen gegeben. Alle hätten ihre Bereitschaft erklärt, mitzumachen. In der Tat gäbe es aber noch ein paar Knackpunkte, die gelöst werden müssten.

Auf besondere Knackpunkte auf der Route verwies auch der ADFC-Sprecher im Ausschuss. Er betonte, dass das Ziel sein müsse, ein Radwegenetz im gesamten Rhein-Sieg-Kreis aufzubauen. Nur so sei eine Akzeptanz und somit ein Umstieg vom Auto aufs Fahrrad im Alltags- und Berufsverkehr möglich.

Die vorgestellte Route schließt sich an die Strecke Troisdorf - Porz - Deutz an und kreuzt in Siegburg die Radpendlerroute Lohmar-Siegburg-Sankt Augustin, zu der auf Vorschlag des ADFC zurzeit ein detailliertes Gutachten erstellt wird. Zwischen Hennef und Siegburg wäre zwar eine Radroute entlang der Frankfurter Straße ohne großen Aufwand möglich, wird aber vom ADFC nicht empfohlen, wegen der vielen Kreuzungen, Einmündungen und Ampeln. Vielmehr schlagen die Experten vom ADFC vor, die Route südlich der Bahnstrecke führen zu lassen.

Lorscheid hob besondere Konfliktpunkte hervor. Zum Beispiel die Situation an der Unterführung unter der A3. Der kombinierte Geh- und Radweg sei mit zwei Metern Breite zu schmal. Außerdem seien die Sichtbeziehungen sehr eingeschränkt. Viele Radfahrer würden jetzt schon eher über die Straße fahren. Daher schlägt der ADFC vor, die Straße an dieser Stelle zu einer Fahrradstelle umzuwandeln.

Die problematischsten Stellen der Ratspendlerroute sieht Lorscheid in Hennef an der Kreuzung Kurhausstraße und L 125, in der Kreuzung Bonner Straße und Stoßdorfer Straße sowie in Siegburg im Bereich Pleiser Hecke, Bonner Straße, Hohenzollernstraße. Eine hohe Priorität misst der ADFC dem Bau einer eigenen Siegbrücke für Radfahrer und Fußgänger zu. Sie sollte möglichst bald geprüft werden, da es bei derartigen Bauwerken erfahrungsgemäß lange dauert, bis es dann tatsächlich zum Bau kommt. Gleiches gelte für eine mögliche Brücke über den Willy-Brandt-Ring in Troisdorf.

Forderung nach schneller Umsetzung der Radpendlerroute

Horst Becker betonte, dass es schon aus Klimagründen wichtig sei, den Ausbau der Radpendlerroute schnell auf den Weg zu bringen. „Unsere Aufgabe ist es nun, die Konfliktstellen anzugehen und im nächsten Halbjahr die Planungen auf den Weg zu bringen“, sagte der Grünen-Politiker. Er sei dem ADFC „außerordentlich dankbar“, das Thema Brückenneubau anzusprechen und sich dafür stark zu machen, sagte Becker. Er appellierte, sich bei den Diskussionen weiterhin ähnlich einzubringen.

Dietmar Tendler (SPD) begrüßte das Papier des ADFC als gute Arbeitsgrundlage. Die Ergebnisse wolle man nun mit den Verantwortlichen und Kennern vor Ort beraten. Oliver Krauß (CDU) begrüßte ebenfalls, dass der ADFC bei der Frage eines Brückenneubaus offensiver herangehe als der Umweltverband NABU. Auch er appellierte an den ADFC, der Politik bei dem weiteren Vorgehen den Rücken zu stärken. Er bedauerte, dass die Stadt Bonn bei der Entwicklung von Radpendlerrouten viel langsamer vorgehen würde. Lorscheid sagte, dem ADFC sei bewusst, dass der NABU ein Problem mit dem Vorhaben habe: „Wir versuchen da den direkten Austausch“, sagte er.