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Länderübergreifender Ortstermin: Ringen um die Ortsumgehung in Uckerath

Länderübergreifender Ortstermin : Ringen um die Ortsumgehung in Uckerath

Uckerath ächzt weiter unter Verkehrsproblemen. Wer sich über die Bundesstraße 8 vom Ausbauende der A 560 Richtung Uckerath und Altenkirchen bewegt, steht zumeist schon in Bierth im Stau und kann sich in die Blechlawine einreihen, die zu manchen Tageszeiten im Schneckentempo über die Westerwaldstraße rollt.

Für die Uckerather Bürger ist das seit Jahren eine große Belastung, aber ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Nach Jahren der Beratungen und Diskussionen über mögliche Varianten einer Ortsumgehung wurde sie in der "Priorisierungsliste NRW" der Bedarfsplanmaßnahmen des Bundes 2011 in den Status als "nachrangig zu planen" eingestuft. Die Ausbaupläne der B 8 auf rheinland-pfälzischer Seite dürften das Verkehrsproblem noch verschärfen.

Am morgigen Freitag wollen sich Landrat Frithjof Kühn, sein Altenkirchener Kollege Michael Lieber, Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke sowie Bundes- und Landtagsabgeordnete von beiden Seiten der Landesgrenze erneut an Ort und Stelle ein Bild von der Situation machen. Dass es zur Ortsumgehung keine Alternative gibt, wird wahrscheinlich auch bei diesem Termin das Ergebnis sein.

Die Zahlen sprechen nach wie vor eine deutliche Sprache. Rund 18 000 Fahrzeuge, davon 1300 Laster, rollen jeden Tag über die B 8 durch Uckerath. Damit gehört sie zu den am höchsten belasteten Bundesstraßen im Kreisgebiet. "Die Menschen entlang der B 8 in Uckerath leiden unter der unerträglichen Belastung von fast 20 000 Fahrzeugen täglich. Das alleine wäre schon Grund genug, die Bundesstraße 8 endlich auch auf NRW-Seite auszubauen, selbstredend als Ortsumgehung", sagt Bürgermeister Klaus Pipke.

"Das würde nicht nur das Uckerather Zentrum enorm entlasten, sondern auch die Zukunftsfähigkeit als Ort zum Wohnen, Einkaufen und Arbeiten sichern und enorm verbessern." Die fehlende Ortsumgehung hemme aber auch die weitere städtebauliche Entwicklung des Ortsteils.

Im vergangenen Jahr bereits hatte der Hennefer Rat zusammen mit der Gemeinde Eitorf eine Resolution an die zuständigen Ministerien und politischen Mandatsträger gesendet.

Darin forderten die Stadt Hennef und die Gemeinde Eitorf eine Aufnahme der Ortsumgehung Uckerath in den Bundesverkehrswegeplan 2015 und eine rasche weitere Planung der Ortsumgehung. Das Problem auf der B 8 wird sich zudem noch verschärfen, denn der Ausbau der Bundesstraße auf rheinland-pfälzischer Seite wird zu einer Attraktivitätssteigerung und somit zu einem weiter steigenden Verkehrsaufkommen führen, dem die B 8 auf Uckerather Seite nicht gewachsen sein wird.

"Es erscheint wenig sinnvoll, die B 8 auf der einen Landesseite dreispurig auszubauen und zu beschleunigen, wenn dann unmittelbar hinter der Landesgrenze ein Verkehrskollaps zu befürchten ist", sagte Klaus Pipke. Aus Sicht der Stadt Hennef sollten daher die Bestrebungen auf rheinlandpfälzischer Seite, die B 8 dreispurig auszubauen, vorerst zurückgestellt werden - zumindest solange eine Behebung der Engpässe im Bereich Uckerath nicht in Sicht ist.

Ob und wann eine Ortsumgehung kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass sie nach Meinung aller Experten die einzige Möglichkeit für eine signifikante Verkehrsentlastung ist.

Laut einem Verkehrsgutachten, dass die Stadt bereits vor geraumer Zeit bei der Ingenieurgesellschaft Brilon, Bondzio und Weiser in Auftrag gegeben hatte, ließe sich nicht nur der normale Durchgangsverkehr insgesamt reduzieren, die Anzahl von Lastern würde sogar halbiert.