Workshop in Hennef Schnitzeljagd zu den Graffiti

HENNEF · 14 Jungen und Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren haben am Montag in der Stadtbibliothek eine witzige und originelle Geschichte präsentiert. Sie entstand auf Tablet PCs bei einem dreitägigen Workshop.

 Die Teilnehmer präsentieren zusammen mit Dagmar Daniel, Moritz Helbig, Petra Priewe und Julius Bemben (hinten von links) an Stellwänden ihre Fotostory.

Die Teilnehmer präsentieren zusammen mit Dagmar Daniel, Moritz Helbig, Petra Priewe und Julius Bemben (hinten von links) an Stellwänden ihre Fotostory.

Foto: Paul Kieras

Die Stadtbibliothek organisierte es in Zusammenarbeit mit dem Treffpunkt Jugendpark und der Freiwilligenagentur der Diakonie an Sieg und Rhein. Das Motto lautete: "Fotostory 2.0 - Gefährliche Bilder".

Die Idee zu dem Projekt hatte Eva Ottersbach. Die Bibliothekarin erhielt dabei tatkräftige Unterstützung von der Leiterin des Jugendparks, Petra Priewe, dem Medienpädagogen Julius Bemben sowie von Dagmar Daniel, Ehrenamtliche bei der Freiwilligenagentur. Ziel des Ganzen war es, die Freude am Lesen zu vermitteln und gleichzeitig die Medienkompetenz zu stärken. Im Rahmen von "Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt.

"Die Kinder erfuhren, dass man das Medium Tablet für weit mehr nutzen kann als für Computerspiele. Sie waren begeistert", erzählte Petra Priewe. Den thematischen Hintergrund zu der Story bildete das Jugendbuch "Die Nacht der Sprayer" von Ralf Themior, aus dem Dagmar Daniel zur Einführung vorlas. Ausgerüstet mit acht Tablets machten sich die Teilnehmer anschließend bei einer Schnitzeljagd auf die Suche nach Graffiti im Zentrum der Stadt.

In Gesprächen mit der Polizei, Reinigungskräften und Moritz "Momo" Helbig, selbst "Stammgast" im Jugendpark und Kenner der Sprayer-Szene, erfuhren sie einiges darüber, ob und warum gesprühte Bilder legal oder illegal sind und bekamen Einblicke in die Gratwanderung zwischen Kunst und Vandalismus.

Die Teilnehmer durften unter Anleitung von Helbig aber auch selbst zur Spraydose greifen - ganz legal an der Graffitiwand des Jugendparks. Maximilian Dumont (11) hat dort ein künstlerisch gestaltetes "BF", "die Abkürzung für best friends" hinterlassen, Jano Gangolf (10) das Wort "Cool" gesprüht. "Der Schriftzug glänzt und verläuft", beschrieb er seine Kunst.

Am dritten Samstag lernten die Pänz dann, Bilder und Text auf den Tablets zu bearbeiten. Fotos wurden untertitelt oder kommentiert, den Personen darauf in Sprechblasen Sätze in den Mund gelegt. Auch sich selbst nahmen die Jungs und Mädels auf die Schippe. So ist beispielsweise ein Workshop-Teilnehmer in Handschellen zu sehen, der - natürlich fürs Foto gestellt - illegal gesprüht hat. Sein Kommentar: "Sch...., jetzt komm' ich in den Knast." Aufgrund des Erfolges und der großen Nachfrage ist für die Osterferien ein weiterer Workshop geplant.