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Tag der Architektur: Viele Bauten im Rhein-Sieg-Kreis öffneten ihre Türen für Besucher

Tag der Architektur : Viele Bauten im Rhein-Sieg-Kreis öffneten ihre Türen für Besucher

Zum Tag der Architektur hatten zahlreiche Bauwerke aller Art in Nordrhein-Westfalen ihre Türen und Tore am Wochenende für Besucher geöffnet. Im ganzen Land konnten 437 neue Gebäude besichtigt werden. Auch in der Region, wie etwa in Hennef und Sankt Augustin, gaben Eigentümer und Architekten Einblicke in Räume, die für Besucher sonst nicht offen stehen.

"Das hier ist im Grunde das Herz des Hauses", sagt Arno Weirich in der Heizzentrale seiner Hennefer Wohnanlage an der Clara-Schumann-Straße. Zwischen Rohren, Wärmepumpen und Pufferspeichern erklärt der Architekt, worauf es bei seinem energieeffizienten Haus ankommt. Unter dem Gebäude führen 20 Bohrlöcher jeweils 115 Meter in die Tiefe, und versorgen die 55 Wohneinheiten mit Erdwärme. Wasser wird auf bis zu 60 Grad erwärmt, bevor es in die Fußbodenheizungen und Wasserhähne der Mieter weitergeleitet wird. Im Vergleich zu Heizungen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, spart das eine Menge Energie und damit auch Kosten. Voll verglaste Loggien in den Wohnräumen tragen zudem dazu bei, dass der Lärm der anliegenden Hauptstraße draußen bleibt.

Die Besucher hatten am Tag der Architektur Gelegenheit, sich mit Bauherren auszutauschen und sich Anregungen für das eigene Heim zu holen. Mitmachen durften nur Bauten, die nicht älter als fünf Jahre sind. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hatte zum 18. Mal den Tag der Architektur ausgerufen. Die Besucher bekamen dabei häufig auch Einblicke in die Privatsphäre der Bewohner der Bauten.

"Man schaut da schon in den Privatbereich der Menschen hinein", so Weirich, der selbst Einblick in sein Privathaus in der Brüdergasse in Bonn gewährte. Unterdessen bereitete Erika Weirauch in einer der 55 Wohnungen das Mittagessen für sich und ihren Mann Norbert vor. Es gab Fleischspieße mit Paprika. Auf 64 Quadratmetern wohnen die Weirauchs seit Februar in der energieeffizienten Wohnanlage. "Wir haben uns nach einer altersgerechten Wohnung umgesehen und fühlen uns hier pudelwohl", sagt der 65-Jährige.

Warum er Einblick in seine Wohnung gewährt? "Warum auch nicht?", fragt er zurück. Er zeige gerne, wie schön er wohne. Von den 55 anderen Mietern ist er allerdings der einzige, der sich für die Aktion bereiterklärt hat.

Auch Ines Zoschke zeigt in Sankt Augustin ihre Privaträume. Ein Haus aus den Siebzigern hat sie in ein lichtdurchflutetes Eigenheim verwandelt. Riesige Fensterflächen geben den Blick nach draußen frei. Das Haus ist kernsaniert und vom Keller bis zum Dach neu gedämmt worden. Für die Architektin macht die Präsentation auch beruflich Sinn. "Es ist eine sehr schöne Form, seine Arbeit zu zeigen und Werbung in eigener Sache zu machen", so Zoschke.