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Kastanienschule in Söven: Zum Essen müssen Kinder über die Straße

Kastanienschule in Söven : Zum Essen müssen Kinder über die Straße

Die OGS-Mensa der Kastanienschule in Söven soll ins Feuerwehrgerätehaus ziehen. Einen neuen Anbau kann die Stadt nicht finanzieren.

Die Raumnot an der Kastanienschule in Söven ist seit geraumer Zeit bekannt, aber noch immer in der Diskussion, wie in der jüngsten Schulausschusssitzung. Zwar hat die Verwaltung versucht, mit einem Wanddurchbruch zu einem frei stehenden Klassenraum Abhilfe zu schaffen, dennoch reicht der Platz für den Mittagstisch der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) nicht aus. Aufgrund leerer Kassen kann die Stadt einen neuen Anbau derzeit nicht finanzieren. Geht es nach dem Willen der Verwaltung, könnte aber im Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Söven auf der gegenüberliegenden Seite der Kreisstraße ab dem nächsten Schuljahr auch dauerhaft die Mensa der Schule eingerichtet werden.

Für die Schule ist das aber ein Problem, auch wenn sich die Schulleitung damit erst einmal einverstanden erklärte. Für Rektorin Renate Kellerbach kann es aus Sicherheitsgründen nur eine Übergangslösung sein. "Es verlangt den OGS-Mitarbeitern viel ab", sagte Kellerbach. Gemeint ist der Weg von der Schule zum Gerätehaus über eine viel befahrene Kreisstraße, die so gut wie nicht einsehbar ist. Laut Verwaltung könnten aber zusätzliche Querungshilfen und der Einsatz von Schülerlotsen helfen.

Nach Meinung von Björn Golombek (SPD) sollte die Anbau- Idee nicht dauerhaft verworfen werden. "Es ist gut, das es erst einmal eine Lösung gibt, aber die Alternativen sollten weiterhin diskutiert werden", sagte Golombek. "Wir sollten diesen Vorschlag der Verwaltung nicht beerdigen", sagte Hedi Roos-Schumacher (CDU).

In der OGS werden laut Kellerbach derzeit 79 Kinder betreut, in der "Übermittagsbetreuung" bis 13.30 Uhr sogar noch weitere 15 Schüler, und einige Kinder stehen sogar auf einer Warteliste. "Der Essensraum bietet gerade einmal für 20 Kinder Platz, was zu erheblichen Problemen im Betreuungsalltag führt", so Kellerbach. Die Kinder essen in mehreren Gruppen nacheinander und daher teilweise sehr spät zu Mittag.

Angesichts der Haushaltslage ist es laut Verwaltung immer schwieriger, Baumaßnahmen umzusetzen, um dem steigenden Bedarf an OGS-Plätzen in Hennef gerecht zu werden. "Sämtlich Kapazitäten sind ausgeschöpft", so Justiziar Michael Walter. Die Anzahl an OGS-Plätzen ließe sich nur mit strukturellen Veränderungen an den Hennefer Schulen steigern. Die Nutzung des Gerätehauses der Löschgruppe Söven ist laut Walter zumindest ein gangbarer Weg, um der Raumnot der dortigen OGS, aber auch der Haushaltssituation der Stadt gerecht zu werden. Einen Anbau, der 365 000 Euro kosten würde, könne die Stadt nicht finanzieren. Gespräche mit der Feuerwehr und ein Ortstermin im Gerätehaus, an dem auch die Schul- und OGS-Leitung teilnahmen, hätten die Alternative nun möglich gemacht.

"Wir haben mit Blick auf den neuen Haushalt gesehen, dass wir perspektivisch 2018 eine Nettoneuverschuldung vermeiden können. Daher ist es möglich, dem Brandschutzbedarfsplan Rechnung zu tragen und für die Löschgruppe Söven 2018 ein neues Gerätehaus zu bauen. Nur deshalb lässt sich die Feuerwehr auf diese Lösung ein", sagte Walter.

So könnte eine Mensa nach dem Umzug der Feuerwehr auch dauerhaft im alten Gerätehaus eingerichtet werden, und auch der TV Rott, dessen Vereinsheim kürzlich ein Opfer der Flammen wurde, könne dann das bisherige Gerätehaus zusammen mit der OGS nutzen. Bis zum Neubau würden die Räumlichkeiten ab dem nächsten Schuljahr von OGS und Feuerwehr im Gerätehaus gemeinsam genutzt, allerdings müsse es eine räumliche Trennung geben und zusätzliche Stühle und eine Küche angeschafft werden.