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Musikschule Hennef: Hilfe für private Musikschule

Musikschule Hennef : Hilfe für private Musikschule

Städtische Musikschule übernimmt 54 Schüler und acht Dozenten der privaten „BB's Music School“, die Ende 2015 geschlossen werden musste

Eine kleine Herausforderung stand für Stefan Küsche bereits kurz nach Antritt seines neuen Amtes als Leiter der städtischen Musikschule Hennef auf der Tagesordnung, nachdem bekannt wurde, dass eine der drei privaten Musikschulen in Hennef, nämlich „BB's Music School“, Ende 2015 die Pforten schloss. Gabriele Bein, ehemalige Geschäftsführerin der mittlerweile geschlossenen privaten Musikschule, hatte Küsche im November um ein Gespräch gebeten, bei dem sie ihn darüber in Kenntnis setzte, dass „BB's Music School“ schließen werde und ihn fragte, ob die städtische Musikschule ihre Schüler und Dozenten übernehmen könnte. „Sie wollte sowohl die Schüler, als auch die Dozenten von 'BB's Music School' gut versorgt wissen und empfahl beiden, zur städtischen Musikschule zu wechseln“, erinnert sich Küsche. Die Stadt und der Musikschulleiter erklärten sich bereit zu helfen und schafften es, dass 54 Schüler und acht Dozenten nun zur städtischen Musikschule gehören.

Für die Schüler sei der Wechsel mit keinerlei Nachteilen verbunden. „Nur die Räumlichkeiten ändern sich. Sie behalten alle ihre bisherigen Dozenten“, sagte Küsche. Laut Bein habe der Vermieter zum Ende des Jahres den Mietvertrag gekündigt. „Da wir keine anderen Räume gefunden haben, bin ich für das schnelle Handeln der Stadt sehr dankbar. Mir war es wichtig, dass es für die Schüler und Dozenten eine gute und menschliche Lösung gibt“, sagte Bein.

550 musikbegeisterte Kinder und Jugendliche lassen sich derzeit an der Hennefer Musikschule, die in den Räumen der Kopernikus-Realschule residiert, unterrichten. Trotz der Konkurrenz von zwei weiteren privaten Musikschulen sei das laut dem Hennefer Kulturamtsleiter Dominique Müller-Grote eine schöne Entwicklung. „Das klassische Musikschulangebot ist in Hennef nach wie vor sehr beliebt“, sagte Müller-Grote.

Für die erfolgreiche Arbeit sei nicht zuletzt Stefan Küsche zuständig. Seit September 2015 ist Küsche Leiter der städtischen Musikschule. Der 49-Jährige begann bereits 1993 als Dozent in Hennef, wurde 2011 stellvertretender Musikschulleiter und folgte schließlich im Herbst vergangenen Jahres seinem Vorgänger Thomas Gerstner im Amt des Leiters nach. Die Raumsituation der Musikschule bereitet Küsche, der zudem Sprecher der Musikschulleiter im Rhein-Sieg-Kreis ist, allerdings ein wenig Sorge. „Derzeit können wir die Räume zwar bereits ab 14 Uhr nutzen, was sich allerdings ändern wird“, sagte Küsche. Viele Räume stünden im Zuge des Ganztagesunterrichtes, aber auch des Umbaus der Realschule zur Gesamtschule künftig erst ab 16 Uhr zur Verfügung. Die Stadt sieht natürlich, dass die Raumnutzung der Musikschule schwierig werden könnte. „Die Musikschule ist auf die Nutzung von Räumen der Realschule angewiesen“, sagte Müller-Grote. „Im Hinblick auf die Bauarbeiten, die Erweiterung des Ganztagsunterrichtes und den erkennbar hohen Bedarf an Unterricht in der Musikschule ist auch künftig eine enge Kooperation mit allen Beteiligten ganz wichtig“, so der Kulturamtsleiter.

Derweil stehen die ersten Konzerte der Musikschule 2016 fest. Am Mittwoch, 9. März, laden Cosimo Erario (Gitarre), Daniel Manrique Smith (Querflöte/Bassflöte), Jens Böckamp (Tenorsaxofon, Bassklarinette) und Tim Birukou (Schlagzeug), allesamt Dozenten der Musikschule, als „Hennef Jazz Connection“ ab 20 Uhr zu einem Konzert in die Meys Fabrik ein. Der Eintritt kostet zwölf Euro, Tickets gibt es im Vorverkauf im Rathaus. „Unser nächstes Schülerkonzert steht am 17. April ab 16 Uhr in der Meys Fabrik auf dem Programm“, sagte Küsche.