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Tintenherz bei Hotti on Stage: Intensive Theater-Proben schweißen Jung und Alt zusammen

Tintenherz bei Hotti on Stage : Intensive Theater-Proben schweißen Jung und Alt zusammen

Es ist ein Buch über Bücher, wurde inzwischen aber sogar verfilmt. Nun bringt der Verein „Hotti on Stage“ „Tintenherz“ von Cornelia Funke in Sankt Augustin auf die Bühne. Wir haben eine Probe besucht.

„Alle sind dabeigeblieben und es läuft gut“, sagt Eva Protzek, Projektleiterin beim Fachkreis Theater des Vereins Hotti on Stage. Im Juni hatte der Verein zum Casting für das Theaterstück „Tintenherz“ nach Cornelia Funke ins Haus Menden eingeladen, 62 Interessenten für die 15 Rollen waren zum Auswahlverfahren gekommen. Jetzt sind alle Rollen vergeben, seitdem laufen intensive Proben.

Zufrieden mit dem ihm zugewiesenen Part ist auch Julien Rost. „Am Anfang fiel mir das Textlernen schwer, mittlerweile nicht mehr“, berichtet er. Aber er und seine Schauspielkollegen improvisierten auch viel, weil sie ja wüssten, worum es geht. Selbstverständlich hat er inzwischen auch die Buchvorlage gelesen, zum Casting allerdings noch nicht. Zu den anderen Darstelllern hat er ein gutes Verhältnis. Das erklärt der 14-Jährige damit, „dass wir vor ein paar Wochen ein Probenwochenende durchgeführt haben.“ Da habe man sich besser kennengelernt und sei sich nähergekommen, was sich bei der engen Zusammenarbeit zeige.

Den Text lernt sie beim Spielen

Das bestätigt auch Greta Kohlstedt, die schon bei vielen anderen Theaterprojekten mitgewirkt hat. Obwohl sie schon lange dabei sei, spüre sie immer noch Nervosität, so die 16-Jährige. Den Text lerne sie beim Spielen. „Ich setze mich nicht zu Hause hin und lerne“, berichtet sie. Ihr reiche es, ab und zu in ihr Script zu schauen. Mit großer Spielfreude und Konzentration proben alle Akteure, trotzdem geht es locker zu, selbst dann, wenn Protzek korrigiert. Selbst wenn eine Szene mehrmals wiederholt wird, zeigen die Protagonisten quer durch alle Altersschichten vollen Einsatz.

Das Verhältnis zwischen Alt und Jung ist bestens, alle haben  ja ein gemeinsames Ziel: Sechs Aufführungen an drei Wochenenden im Januar 2022. „Wir hoffen natürlich, dass wir dann aufführen können“, so Protzek. Denn sie weiß wie alle Beteiligten an der Produktion, dass ihnen Corona wieder einen Strich durch die Rechnung machen kann. Im Januar des vergangenen Jahres konnte der Theaterkreis noch ein Stück von Erich Kästner sechsmal vor insgesamt 900 Zuschauern aufführen, dann war wegen der Corona-Einschränkungen Schluss. Daher hatte der Verein in diesem Jahr vorsorglich schon ein Stück mit wenigen Darstellern ausgesucht, damit auch unter Corona-Auflagen geprobt werden kann.

Der Fachkreis investiert neben den Proben außerdem viel Zeit in die perfekte Visualisierung und Ausstattung. Hinter den Kulissen werden die unsichtbaren Fäden gesponnen, die für das Gelingen auf der Bühne so wichtig sind. Dazu gehört es, die richtigen Kostüme zu finden, Programmhefte und Plakate zu gestalten, Kulissen zu bauen sowie Licht- und Tonanlagen zu installieren. Immer wieder überlegt alle Beteiligten, was sich noch optimieren lässt. So bei einer Szene, in der sehr viel Text zum Verständnis der Handlung vorgetragen werden muss. In dieser Zeit passiert nichts auf der Bühne „und da haben wir beschlossen, ein Schattenspiel zu integrieren“, berichtet die Projektleiterin. Natürlich ist auch das in eigener Handarbeit entstanden und zeugt von hoher Kreativität des gesamten Ensembles.

Tintenherz wird von Hotti on Stage insgesamt sechs Mal an drei Wochenenden aufgeführt: am 15. und 16. Januar, am 22. und 23. Januar, und am 29. und 30. Januar, jeweils um 15 Uhr im Haus Menden in Sankt Augustin. Karten gibt es in der Stadtbücherei Sankt Augustin, unter 02241/8780 721 oder per Mail an theater@hotti-ev.de.