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Katalysator geklaut: Immer mehr Fälle in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis

„Relativ neues Phänomen“ : In der Region werden immer mehr Katalysatoren gestohlen

In Auto-Katalysatoren stecken viele wertvolle Edelmetalle. Im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn werden sie daher immer häufiger gestohlen. Der Ersatz ist teuer – und nicht jede Versicherung zahlt.

Palladium, Platin und Rhodium: In Fahrzeugkatalysatoren stecken wertvolle Edelmetalle. Deshalb werden sie im Rhein-Sieg-Kreis immer häufiger gestohlen. Das bestätigte ein Polizeisprecher auf GA-Anfrage.

Konkrete Zahlen könne er zwar nicht nennen. Die Polizei geht jedoch von zwei bis drei Fällen in der Woche aus. Etwa seit Frühjahr häuften sich die Anzeigen. „Das ist ein relativ neues Phänomen.“ Da die Taten „relativ spurlos“ geschehen, gibt es bislang kaum Zeugenaussagen und keine Verdächtigen. Einen Katalysator zu stehlen, ist je nach Modell relativ unkompliziert, schnell und leise.

Katalysator gestohlen: „Man merkt das auf jeden Fall“

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter auf den Diebstahl von Katalysatoren spezialisiert sind. „Da gehört sicher etwas Erfahrung und Routine dazu“, erklärte der Sprecher.

Die Fälle beschränken sich nicht auf die Region Bonn/Rhein-Sieg. Der ADAC machte erst vor wenigen Tagen auf die Taten aufmerksam. Der Autoclub begründet den Trend mit stark gestiegenen Rohstoffpreisen. Palladium und Rhodium seien aktuell teils deutlich teurer als Gold. Diebe bekämen für einen gebrauchten Katalysator laut ADAC mehrere Hundert Euro.

Auch Andreas Frank, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung Bonn/Rhein-Sieg, ist der Trend bekannt. Ein geklauter Katalysator ist für den Fahrer zwar nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Doch wenn man das Auto startet, ist das Motorengeräuscht sehr laut. Außerdem leuchtet die Motorkontrollleuchte. „Man merkt das auf jeden Fall“, sagt Frank. Der ADAC macht darauf aufmerksam, dass Fahrzeuge ohne Katalysator außerdem ihre Straßenzulassung verlieren, da die Abgasreinigung entfällt.

Ersatz-Katalysator kann teuer werden

„Im ersten Moment kann nichts passieren“, erklärt der Geschäftsführer des Autohauses Schiffmann in Bonn. Dennoch sollten Laien mit dem Wagen besser nicht fahren, sondern ihn abschleppen lassen. „Die Abgase können ungehindert austreten und ins Innere des Autos gelangen“, sagt Frank. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich der Unterboden überhitzt.

Je nach Modell und wie der Katalysator verbaut ist, kann ein Ersatz bis zu 2000 Euro kosten, sagt Frank. Laut ADAC übernimmt die Teilkasko-Versicherung den Schaden abzüglich der Selbstbeteiligung. Wer nur haftpflichtversichert ist, muss selbst zahlen.

Autofahrer können sich kaum vor Katalysator-Diebstahl schützen

Der ADAC schreibt, dass vor allem ältere Fahrzeuge mit Benzinmotoren betroffen sind. In diesen Modellen sind die Katalysatoren gut zugänglich in der Mitte des Autos verbaut sind. Bei jüngeren Autos wird er sehr nah am Motor verbaut und ist damit schwieriger zu erreichen.

Die Taten zu verhindern, ist laut Frank eher schwierig. Eine Garage oder eine Alarmanlage, die auf Vibrationen reagiert, macht es Dieben schwer. „Ansonsten kann man sich nicht davor schützen.“