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RSVG-Bikes im Rhein-Sieg-Kreis: Mehr Leihfahrräder für den Kreis

RSVG-Bikes im Rhein-Sieg-Kreis : Mehr Leihfahrräder für den Kreis

In Sankt Augustin, Siegburg, Hennef und Niederkassel gehören sie seit dem Herbst zum Stadtbild: die RSVG-Bikes. Jetzt soll das Fahrradverleihsystem auf alle rechtsrheinischen Kommunen ausgebaut werden. Zu Nutzer- und Leihzahlen sagt die RSVG allerdings nichts.

Per App buchen und losradeln – Mietfahrradsysteme gehören in großen Metropolen seit Jahren zum Standard der individuellen urbanen Mobilität. Seit Oktober können auch Menschen in Siegburg, Sankt Augustin, Hennef und Niederkassel das Angebot moderner Mieträder mit Sieben-Gang-Schaltung und korbähnlicher Ablage am Lenker nutzen. Bei einer Besprechung zwischen den Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis wurde am Dienstag der Ausbau des Verleihsystems RSVG-Bikes auf alle rechtsrheinischen Kreiskommunen beschlossen. Hierzu sollen voraussichtlich 366 Fahrräder, 102 E-Bikes, drei Lastenräder und sechs E-Lastenräder bestellt werden.

Derzeit können 187 Räder an 35 Stationen in Siegburg, Sankt Augustin, Hennef und Niederkassel entliehen werden. Im vergangenen Herbst hatte die Stadt Troisdorf angekündigt, sich in diesem Frühjahr ans Netz der Mietfahrräder anknüpfen zu wollen. Zudem prüfte zuletzt die Stadt Hennef, ihr Angebot von 38 RSVG-Bikes an sieben Stationen um neue Lastenräder zu erweitern. Entsprechende Lasten- und E-Lastenräder bietet Nextbike, der Kooperationspartner der RSVG-Bikes, mit anderen regionalen Partnern bereits in Mannheim, Norderstedt, Bochum und Kiel an.

Keine Angaben zu Nutzer- und Ausleihzahlen

Ob das Angebot der Mietfahrräder überhaupt genutzt wird, ob und wo Fahrräder besonders häufig oder auch nicht entliehen werden, lässt sich derzeit kaum sagen. Denn Zahlen nennt die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) als regionaler Anbieter ihrer RSVG-Bikes auf mehrfache Nachfrage nicht öffentlich. Das Unternehmen Nextbike, das in mehr als 60 Städten und in 25 Ländern Fahrradverleihsysteme betreibt und auch die RSVG-Bikes bereitstellt, verweist bei Anfragen nach Nutzer- und Ausleihzahlen auf die RSVG.

Dort teilt man mit: „Wir haben zum Start des RSVG-Bikes coronabedingt weniger Ausleihen verzeichnet als erwartet.“ Es habe „viele“ Anmeldungen gegeben und auf ganz Deutschland gerechnet gäbe es bei Nextbike einen Nutzerzuwachs um 50 Prozent, so RSVG-Mitarbeiterin Melanie Martyschok. Nextbike selbst berichtet auf seiner Internetseite von bundesweiten Erfolgen, einem Nutzerzuwachs von über 50 Prozent sowie steigenden Nutzerzahlen im Laufe der Pandemie, weil mehr Menschen bei kurzen Strecken von Bussen und Bahnen auf das Mietfahrrad umgestiegen seien.

Viele Räder stehen ungenutzt an Stationen

Zumindest im Dezember und seit Jahresbeginn standen viele Mietfahrräder augenscheinlich unberührt und ungenutzt an Ort und Stelle. Weniger Präsenzveranstaltungen und mehr Homeoffice und Homeschooling könnten eine Ursache sein. So werden etwa die sechs an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg geparkten Räder offenbar seit Wochen nicht bewegt.

Hochschulsprecherin Eva Tritschler wundert das nicht: „Noch bis Ende Januar ist aufgrund des Corona-Lockdowns im Prinzip kaum mehr als eine Hand voll Menschen hier vor Ort.“ Grundsätzlich werde Fahrrad-Mobilität an der Hochschule großgeschrieben. So halte die Hochschule abschließbare Ladeschränke für die Akkus von E-Bike-Pendlern sowie eigene Hochschulfahrräder vor, mit denen Informatiker vom Campus zu ihren Büros im TechnoPark an der Rathausallee pendeln. Ob die RSVG-Mieträder häufig genutzt wurden und werden, kann die Sprecherin nicht sagen.

Aus RSVG-Kreisen heißt es, dass die Station an der Hochschule zumindest im ersten Monat des Miet­angebots mit umgerechnet einer Ausleihung je Werktag an der Hochschule ebenso wie weitere Mietstationen entlang der Linie 66 zu den gut frequentierten Leihstationen in Sankt Augustin gehörte. Rekordhalter bei den Ausleihungen dürfte die Station am Siegburger Bahnhof sein, deren 15 Räder mehr als drei Mal so oft entliehen wurden wie die Räder an der zweithäufigst genutzten Station im Zentrum von Sankt Augustin.

Andere Standorte sollen nach GA-Informationen im ersten Monat bei Ausleihen und Rückgaben im einstelligen Bereich verharrt sein. Zudem gibt es Stationen, deren Räder um ein Vielfaches häufiger ausgeliehen und dafür an anderen Orten zurückgegeben worden seien, sodass die Räder später zurücktransportiert werden mussten, um das Mietangebot an den Stationen aufrechtzuerhalten. Welche Stationen sich in Zukunft tatsächlich bewähren, dürfte das Frühjahr zeigen. Das weiß auch die RSVG, die hofft, dass dann „die Menschen wieder regulär mobil sein können“.