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Prozess in Bonn: 82-Jähriger soll versucht haben, Frau mit Katheter zu strangulieren

Prozess in Bonn : 82-Jähriger soll versucht haben, Frau mit Katheter zu strangulieren

Ein pensionierter Arzt aus dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis soll seine Lebensgefährtin mit dem Schlauch seines Urinbeutels gewürgt haben. Die 78-Jährige wünscht sich allerdings keine Bestrafung ihres früheren Lebenspartners.

Eines durchaus ungewöhnlichen Tatwerkzeugs soll sich ein pensionierter Arzt aus dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis bedient haben: Dem heute 82-Jährigen wird von der Bonner Staatsanwaltschaft vorgeworfen, dass er am 18. Februar vergangenen Jahres versucht haben soll, seine Lebensgefährtin mit dem Katheter seines Urinbeutels zu strangulieren.

Versuchter Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung werden dem Mann zur Last gelegt, ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest. Dem nächtlichen Angriff soll ein Streit vorausgegangen sein: Das Paar, das sich schon länger kannte und das seit rund einem Jahr gemeinsam in der Wohnung des Mannes lebte, war wohl vor einiger Zeit in einen Verkehrsunfall verwickelt.

Darüber gerieten die beiden laut Anklage in der Tatnacht erneut in heftigen Streit. Die Auseinandersetzung eskalierte offenbar so stark, dass der frühere Arzt schließlich gegen vier Uhr nachts begann, seine Partnerin mit dem Schlauch seines Urinbeutels zu würgen.

Die heute 78-Jährige verlor daraufhin das Bewusstsein. Der ehemalige Arzt benachrichtigte sofort den Notruf; er habe jemanden umgebracht soll er dort gesagt haben. Da er aber offenbar während des Gesprächs Lebenszeichen bei der Frau entdeckte, legte er abrupt auf. Da er aber zuvor seinen Namen und seine Adresse genannt hatte, trafen wenig später die Rettungskräfte ein; das Opfer hatte den Katheter-Schlauch noch um den Hals gewickelt.

Durch die Tat erlitt die Frau potentiell lebensbedrohliche Strangulationsverletzungen. Außerdem trug sie diverse Hämatome und Kratzer davon. Offenbar hat das Opfer dem Täter die Attacke aber verziehen und wünscht sich keine Bestrafung des früheren Lebenspartners.