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Feuerwehr-Einsatz in Lohmar-Donrath: Bagger kippt in Lohmar auf Gasleitung

Feuerwehr-Einsatz in Lohmar-Donrath : Bagger kippt in Lohmar auf Gasleitung

In Lohmar-Donrath kippte am Mittwochabend ein Bagger auf eine offen liegende Gasleitung. Mehrere Häuser wurden evakuiert. Die Feuerwehr rückte zum Großeinsatz aus.

Heftige Regenfälle haben am Mittwoch der Lohmarer Feuerwehr nicht nur die meisten, sondern auch den größten und gefährlichsten Einsatz im Rhein-Sieg-Kreis beschert. Denn weil Wassermassen im Stadtteil Donrath den Asphalt an einer Baustelle unterhöhlten, kippte dort ein Bagger auf eine freigelegte Gasleitung. Bis in die Nacht hinein waren die Einsatzkräfte zusammen mit der zuständigen Baufirma und dem Gasversorger damit beschäftigt, die Situation zu entschärfen.

Wie ihr Pressesprecher Alexander Gehlen am Einsatzort berichtete, hatten die Wehrleute seit dem Nachmittag bereits über 20 überwiegend kleinere Einsätze bewältigt, als sie gegen 22 Uhr nach Donrath an den Kuttenkauler Weg gerufen wurden. An der engen und stark abschüssigen Straße lässt die Stadt Lohmar seit dem Jahresbeginn den Abwasserkanal sanieren. Ein Rohr mit einem größeren Durchmesser soll das alte ersetzen.

Ein mit der Ausführung beauftragtes Tiefbauunternehmen aus Lindlar hatte sich in den vergangenen Tagen bis zu einer Kehre in der Mitte des Kuttenkauler Wegs vorgearbeitet und dort eine mehrere Kubikmeter große Grube ausgehoben. Neben dem Kanalrohr lag in dieser auch die Hauptgasleitung zwischen Donrath und Weegen frei.

Tonnenschwere Baumaschine

Zwei Bagger, mit denen die Arbeiten ausgeführt werden, hatten die Arbeiter nach Feierabend auf der Straße neben dem Loch abgestellt. Dabei machten sie jedoch offenbar die Rechnung ohne das zu Tal fließende Regenwasser. "Die Baugrube ist ausgespült worden", sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Michael Albrecht, "und aufgrund dieser Ausspülung ist ein Bagger, der oberhalb der Baustelle war, in diese hineingerutscht."

Mit dem Räumschild und der Baggerschaufel lag die tonnenschwere Baumaschine anschließend auf der Gasleitung. Die Gefahr: "Im schlimmsten Fall", so Albrecht während des Einsatzes, "würde die Gasleitung einen Knick bekommen und eine leichte Leckstelle könnte entstehen." Mitarbeiter der Rhenag waren zu diesem Zeitpunkt zwar bereits vor Ort.

Komplett abschiebern konnten sie laut Jochen Günter, "Leiter Netze" des Energieversorgers, die Gaszufuhr jedoch nicht ohne weiteres: "Es wird weiterversorgt, weil noch zwei Wohngebiete mit dranhängen", sagte er. "Wenn wir die Zufuhr absperren würden, wären etwa 150 Häuser ohne Gas." Lediglich den Druck in der Leitung verringerten Techniker deshalb sukzessive von den üblichen 500 auf bis zu 150 Millibar. Komplett abschiebern wollten sie laut Günter nur im aus ihrer Sicht unwahrscheinlichen Notfall.

Anwohner mussten Häuser verlassen

Da die Lage statisch war, bestand, so Albrecht, keine akute Gefahr. Dennoch mussten vier Anwohner ihre beiden Häuser, die eng an die Baustelle angrenzen, bis zum Einsatzende verlassen. Die Feuerwehr führte laut Gehlen zudem regelmäßig Gasmessungen durch und stellte Personal für etwaige Löschmaßnahmen an der Grube ab.

Endgültig beruhigt wurde die Situation dann von den Mitarbeitern der Tiefbaufirma. Diese verfüllten die Grube mit Erde und nahmen so das Gewicht des Baggers von der Gasleitung. In den frühen Morgenstunden konnte der Bagger wieder etwas rangieren.

Die Techniker der Rhenag stellten in einer Prüfung der betroffenen Gasleitung am Donnerstag fest, dass die Leitung dicht geblieben ist und kein weiterer Handlungsbedarf besteht.