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Öffentliche Zuschüsse fehlen: Der Verein kivi stellt seine Arbeit im Rhein-Sieg-Kreis ein

Öffentliche Zuschüsse fehlen : Der Verein kivi stellt seine Arbeit im Rhein-Sieg-Kreis ein

Nach 15 Jahren im Einsatz für die Gesundheitsförderung fehlen dem Verein kivi die öffentlichen Zuschüsse. Insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie ist den Verantwortlichen die finanzielle Basis weggebrochen.

Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen im Rhein-Sieg-Kreis zu verbessern, hat sich der Verein kivi auf die Fahne geschrieben. Mit diversen Projekten und Initiativen hat er in den vergangenen 15 Jahren Menschen aller Generationen erreicht und dabei nachhaltige Strukturen geschaffen. Der erfolgreich eingeschlagene Weg endet nun allerdings. Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, stellt er seine Arbeit zum 30. September dieses Jahres ein. Die Entscheidung begründen die Verantwortlichen damit, dass die finanzielle Basis fehle. Näheres wollen sie Ende der kommenden Woche bei einer Pressekonferenz berichten.

„Es fällt uns nicht leicht, diese Worte auszusprechen und damit das kivi e.V.-Kapitel zu beenden“, schreiben der Vereinsvorsitzende Hermann Allroggen und sein Stellvertreter Wilfried Müller in ihrem Abschiedsbrief an alle Unterstützer, Kooperationspartner und Freunde ihres Vereins. Schon bei der Vorstellung des kivi-Jahresberichts 2019 im Januar hatte Allroggen berichtet, dass die finanzielle Absicherung des Vereins immer schwieriger werde. Vom Jahresbudget in Höhe von 370 000 Euro werde gerade einmal ein Drittel öffentlich gefördert, den Rest müsse der Verein selbst über Sponsoren und Spenden besorgen.

Keine Projekte aufgrund der Corona-Krise

Wie der Verein nun mitteilt, musste er aufgrund der Corona-Krise in den vergangenen Monaten seine Projektarbeiten und Handlungsmöglichkeiten nahezu auf Null setzen. Zudem seien die öffentlichen Förderungen kurzfristig und „bis auf Weiteres“ ausgesetzt worden. Dadurch hätten anstehende Projekte finanziell nicht abgesichert werden können. „Der Vorstand von kivi e.V. wurde damit vor eine existenzielle Herausforderung gestellt“, heißt es in dem Schreiben.

In langwierigen und mühseligen Gesprächen und Verhandlungen haben die kivi-Verantwortlichen in den zurückliegenden Monaten versucht, den Verein zu retten, letztlich vergebens. Deshalb habe die Mitgliederversammlung in letzter Konsequenz am 20. Juli beschließen müssen, dass der Verein seine Arbeit einstellt. „Wir hätten uns eine andere Entscheidung gewünscht und gerne weiter für die Gesundheit im Kreis gearbeitet, jedoch lässt die derzeitige Situation und mangelnde Unterstützung keine Weiterarbeit zu“, so Allroggen und Müller.

Damit endet eine erfolgreiche Gesundheitsbildung, die gezielt in Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen angesetzt hat. Ob „Tut mir gut“-Schule, „Kita vital“ oder „Gut drauf“-Aktion – mehr als 145 Einrichtungen hat das kivi-Team begleitet, zertifiziert und auch immer wieder rezertifiziert. Um etwa das Zertifikat „Kita vital“ zu tragen, müssen die Einrichtungen 60 Qualitätsstandards erfüllen, die kivi zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aufgestellt hat. Hinzu kommen mehr als 3000 Lehr- und Fachkräfte, die das kivi-Team geschult hat, sowie fast 1000 Teilnehmer, die die Initiative „Mitten im Leben“, die gesunde Lebensverhältnisse in den dörflichen Gebieten des Kreises gefördert hat, getragen haben.

Für seine Projekte, Konzepte und Initiativen erhielt kivi in den vergangenen Jahren diverse Auszeichnungen auf Bundes- und Landesebene. Zuletzt wurde er etwa für das Konzept „Quartier in Bewegung“ mit dem Gesundheitspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.