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Wohnungsmarktbericht der KSK-Immobilien: Immobilienpreise im Rhein-Sieg-Kreis steigen weiter

Wohnungsmarktbericht der KSK-Immobilien : Immobilienpreise im Rhein-Sieg-Kreis steigen weiter

Häuser und Wohnungen im Rhein-Sieg-Kreis werden teurer. Die Corona-Pandemie hat laut dem Wohnungsmarktbericht der KSK-Immobilien wenig Einfluss auf Angebot und Nachfrage.

Der Immobilienmarkt in der Region zeigt sich trotz der Corona-Pandemie weitgehend stabil. Nach einem kurzen Einbruch im März und April konnte schon vor dem Ende des Lockdowns wieder eine höhere Nachfrage festgestellt werden. Die Immobilienpreise steigen in bestimmten Gebieten weiter, was auch auf die Mieten zutrifft. Gleichwohl gibt es ein großes Preisgefälle zwischen den Großstädten und ihrem Umland.

Kostet eine Neubauwohnung in Köln im Mittel 5530 Euro pro Quadratmeter, fällt der Neubaupreis im Rhein-Sieg-Kreis mit 3632 Euro pro Quadratmeter deutlich niedriger aus. Das geht aus dem Wohnungsmarktbericht 2020 hervor, den die KSK-Immobilien jetzt  auf der Basis einer Datenanalyse für das Jahr 2019 vorgelegt hat. „Noch immer wollen viele Menschen in der Region leben, und noch immer ist das Rheinland ein attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort“, sagte Matthias Wirtz, Leiter des Bereichs Research der KSK-Immobilien.

Das zeigt sich unter anderem an der Bauintensität, die in Bonn sowie im Rhein-Sieg-Kreis im Geschäftsbereich der KSK-Immobilien relativ betrachtet am höchsten ist. Am meisten wird in Swisttal und Hennef gebaut. In Swisttal sind es 4,8 fertiggestellte Wohnungen pro 1000 Einwohner, in Hennef vier Wohnungen. Ein erhöhter Anstieg der Bauge­nehmigungen ist vor allem in Bornheim und Troisdorf zu beobachten, wo 2018 mehr Wohnungen im Geschosswohnungsbau genehmigt wurden als die Jahre zuvor.

■ Wohnungen: Was die Preise für Wohnungen und Eigenheime angeht, müssen die Menschen immer tiefer in die Tasche greifen. Anders als im Umland von Köln, liegen die Preise für Neubauwohnungen in den guten Lagen des Rhein-Sieg-Kreises zwar noch überwiegend bei unter 4000 Euro pro Quadratmeter. Eine Ausnahme bildet das Zentrum von Siegburg, wo zuletzt bis zu 4700 Euro pro Quadratmeter erzielt worden sind.  Die höchsten Durchschnittspreise für Bestandswohnungen sind im Rhein-Sieg-Kreis in Bad Honnef zu zahlen. Immobilien in Toplage dort kosten mit 4551 Euro pro Quadratmeter am meisten. In den Villenlagen von Rhöndorf werden sogar bis zu 5000 Euro für exklusive Neubauwohnungen verlangt.

Das ist allerdings noch nicht der Top-Wert. In einer Bestlage am Rhein in Bornheim-Hersel konnte die KSK-Immobilien einen Spitzenpreis von mehr als 6000 Euro pro Quadratmeter erzielen. Die höchste Preisdynamik besaß innerhalb der vergangenen Jahre Lohmar mit 13,2 Prozent pro Jahr. Die Stadt ist in jüngster Vergangenheit als attraktiver und noch gut bezahlbarer Ausweichstandort in den Fokus gerückt.

■ Preisentwicklung: Interessant ist der Blick auf die Entwicklung der Angebotspreise in den vergangenen vier Jahren. Im Zeitraum von 2015 bis 2019 stiegen die Preise von Eigentumswohnungen (Bestand) im Rhein-Sieg-Kreis von 1637 Euro pro Quadratmeter auf 2393 pro Quadratmeter, ein Anstieg von 46,2 Prozent. Bei den vorhandenen Mietwohnungen erhöhte sich die Miete um 16,4 Prozent. Waren 2015 noch 7,12 Euro im Schnitt für den Quadratmeter zu zahlen, sind das im Jahr 2019 schon 8,29 Euro gewesen, eine Steigerung um 16,4 Prozent. Die Angebotspreise für Eigenheime stiegen im Mittel von 302 938 Euro auf 423 250 Euro, mithin um 39,7 Prozent.

Weil in Bonn die Nachfrage nach Immobilien sehr groß ist, und folglich auch die Preise hoch sind, weichen immer mehr Haushalte beispielsweise nach Sankt Augustin oder Königswinter aus, was gerade dort zu hohen Preisanstiegen führt. Auf die Kommunen im Osten des Kreises wirkt sich das nur sehr begrenzt aus. Windeck, Eitorf, Much und Ruppichteroth besitzen sowohl ein deutlich unterdurchschnittliches Preisniveau als auch einen geringen Preisanstieg.

Foto: grafik

■ Eigenheime: Die höchsten Preise für freistehende Einfamilienhäuser (gebaut im Zeitraum 2015 bis 2019), werden mit durchschnittlich 500 388 Euro in Troisdorf erzielt. In Hennef müssen 480 596 Euro bezahlt werden und in Siegburg 472 778 Euro. In Königswinter sind 395 314 und Sankt Augustin 376 092 Euro zu bezahlen. Zum Vergleich: In Bonn liegt der Durchschnittswert laut Bericht bei 923 491 Euro, im Rhein-Sieg-Kreis insgesamt bei 330 076 Euro.

Die Gemeinde Wachtberg sticht im Eigenheimsegment deutlich hervor. Die Gemeinde besitzt mit im Mittel 550 000 Euro noch vor Bad Honnef das höchste Preisniveau. Leute mit schmalerem Budget und handwerklichem Geschick können auf ältere Häuser in Neunkirchen-Seelscheid oder Rheinbach ausweichen, die für etwas mehr als 300 000 Euro angeboten werden. Noch günstiger ist es nur ganz im Osten des Kreises. In Windeck kosten ältere freistehende Häuser im Durchschnitt rund 175 000 Euro. Sehr stark angestiegen sind die Preise für Bauland in den letzten Jahren. Der Mangel an größeren Baugebieten führte seit 2015 etwa in Alfter, Bornheim und Troisdorf zu Preissteigerungen zwischen 40 und 60 Prozent.

■ Mieten: Bei den Kaltmieten nehmen die Preise mit zunehmender Entfernung zu Köln und Bonn tendenziell ab. Erkennbar ist, dass das Mietniveau auf der linken Rheinseite etwas höher ist als auf der rechten Rheinseite. Spitzenreiter bei der Höhe des Mietniveaus für Bestandswohnungen ist im Rhein-Sieg-Kreis Siegburg mit 8,89 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Königswinter (8,81 Euro) und Bad Honnef (8,80 Euro). Das Schlusslicht bildet mit größerem Abstand Windeck mit einem mittleren Mietniveau von 5,71 Euro pro Quadratmeter. Überdurchschnittliche Mieten können im Rhein-Sieg-Kreis in allen Kommunen in kleinen Wohnungen bis 60 Quadratmeter erzielt werden.

Bei den Neubauwohnungen sind die höchsten Mieten in Sankt Augustin zu verzeichnen. Dort müssen 11,59 Euro bezahlt werden. In Bornheim sind es 10,89 Euro, in Königswinter 10,32 und in Wachtberg 9,22 Euro.