1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Mehr von Sieg & Rhein

Bürgermeisterwahl 2020: In Troisdorf, Lohmar und Eitorf geht es in die Stichwahl

Bürgermeisterwahl 2020 : In Troisdorf, Lohmar und Eitorf geht es in die Stichwahl

In Troisdorf, Lohmar und Eitorf geht der Wahlkampf weiter. Dort stehen in zwei Wochen Stichwahlen an. In den anderen Kommunen im östlichen Kreis siegen die Amtsinhaber.

In den Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis läuft die Wahlnachlese. Für mehrere Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten geht unterdessen der Wahlkampf weiter, sie bereiten sich auf die Stichwahlen vor. Die Ergebnisse für Troisdorf, Lohmar und den östlichen Rhein-Sieg-Kreis im Überblick:

■ Troisdorf: In Troisdorf sind die Wähler in zwei Wochen erneut gefragt. Dann steht die Stichwahl der Bürgermeisterkandidaten Alexander Biber (CDU) und Frank Goossens (SPD) an. Biber kam am Sonntag auf 42,24 Prozent der Stimmen und hatte in elf der zwölf Stadtteile die Nase vorn, Goossens kam auf 30,35 Prozent. Er heimste in Altenrath die meisten Stimmen ein. Im Troisdorfer Rat bleibt die CDU mit 38,14 Prozent stärkste Kraft, musste allerdings leichte Verluste hinnehmen und kommt nun auf 19 Sitze (2014: 22 Sitze). Ähnlich erging es den Sozialdemokraten, die gut fünf Prozent verloren und nun bei 27,30 Prozent liegen. Sie erhalten dafür 13 Sitze und damit vier weniger als 2014. Um fast zehn Prozent zugelegt haben hingegen die Grünen. Sie erreichten 17,78 Prozent und damit neun Sitze im neuen Rat. Außer in Altenrath liegen sie in allen Troisdorfer Stadtteilen im zweistelligen Prozentbereich. Der Rat ist insgesamt noch ein wenig bunter geworden: Neun Parteien sind dort vertreten, darunter unter anderem auch Die Partei mit einem Sitz.

■ Lohmar: Eine Stichwahl steht ebenfalls in Lohmar an. Während Tim Salgert (CDU) 41,98 Prozent der Stimmen holte, kam die Grüne Claudia Wieja auf 39,71 Prozent. Der SPD-Kandidat Uwe Grote kam auf 10,99 Prozent, Hans Nix (UWG) auf 7,32 Prozent. Die SPD hat am Montag bereits angekündigt, Wieja bei der Stichwahl zu unterstützen. Die Chancen, die eigenen Ziele zu verwirklichen, seien mit einer Bürgermeisterin Wieja am größten, teilte die SPD mit, die sich enttäuscht über ihr eigenes Ergebnis zeigte. Sie verlor bei der Ratswahl sieben Prozent und kommt nur noch auf 12,36 Prozent der Stimmen, was fünf Sitzen im neu gewählten Rat entspricht. Die Christdemokraten erhalten bei 41,03 Prozent 16 Sitze. Gewinner sind auch in Lohmar die Grünen. Sie holten fünf Direktmandate sowie 35,11 Prozent der Stimmen und damit 14 Sitze.

■ Neunkirchen-Seelscheid: Nicole Sander (SPD) bleibt weitere fünf Jahre im Amt. Denkbar knapp erreichte sie mit 50,29 Prozent im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Anke Nolte (CDU) kam auf 43,98 Prozent, Guido Demmer (FUW – Wir für Neunkirchen-Seelscheid) auf 5,73 Prozent. Stärkste Fraktion im Gemeinderat bleibt die CDU (39,55 Prozent), die in allen Wahlbezirken vorne liegt. Dahinter folgt die SPD mit 25,23 Prozent, die jedoch gut sechs Prozent ihrer Stimmen abgeben musste. Davon profitieren die Grünen, die im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 um sieben Prozent auf 22,46 Prozent zulegen.

■ Much: In Much bleibt Bürgermeister Norbert Büscher (CDU) mit einem überzeugenden Ergebnis im Amt: 63,7 Prozent der Stimmen, das sind sieben Prozentpunkte mehr als bei seiner Wahl vor sechs Jahren. Die CDU bleibt stärkste Kraft im Rat, kann aber im Gegensatz zum Bürgermeister von einer absoluten Mehrheit nur träumen: 44,7 Prozent bedeuten 14 Sitze im Gemeinderat. Die Grünen (21,7 Prozent) sind auch dort an der SPD (21,2 Prozent) vorbeigezogen, beide Fraktionen gekommen jeweils sieben Sitze, außerdem die FDP drei Sitze und die Volksabstimmung einen.

■ Ruppichteroth: Für die CDU ist in Ruppichteroth die Welt in Ordnung. Mit 53,3 Prozent der Stimmen konnte sie ihre absolute Mehrheit sogar noch ausbauen. Die Grünen legten zwei Sitze zu. Bis auf etliche neue Gesichter im Gemeinderat bleibt fast alles beim Alten. Bürgermeister Mario Loskill hatte keine Gegenkandidaten und erreichte 87,2 Prozent der Stimmen.

■ Eitorf: Dass in Eitorf kein FDP-Mann mehr im Rathaus sitzen würde, war schon vor der Bürgermeisterwahl klar. Amtsinhaber Rüdiger Storch trat nicht mehr an und die FDP stellte keinen eigenen Kandidaten mehr auf. Jetzt kommt es zur Stichwahl zwischen Sara Zorlu (SPD) und dem freien Kandidaten Rainer Viehof. Der ist durch das Bürgerbegehren und den Bürgerentscheid gegen die Umgestaltung des Marktplatzes bekannt geworden und konnte sich aus dem Stand die meisten Stimmen sichern: 38,1 Prozent. Die Stichwahl wird nun entscheiden, ob Viehof, Leiter des Planungsstabes Pandemie der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis, Bürgermeister wird oder Zorlu, seit 2009 im Gemeinderat, studierte Juristin und Leiterin des familieneigenen Lebensmittelgeschäfts.

■ Windeck: In Windeck ist Bürgermeisterin Alexandra Gauß (Grüne) noch bis 2025 gewählt. Auch ohne Bürgermeisterwahl wurde es spannend in der Gemeinde, die als evangelischer Arbeiterstandort immer eine Hochburg der SPD war. Stärkste Fraktion im Gemeinderat ist jetzt die CDU, die im Vergleich zu 2014 um knapp einen Prozentpunkt auf 37,6 Prozent zulegte. Die SPD stürzte von 41,6 auf 29,6 Prozent ab. Gewinner sind die Grünen, die 18,5 Prozent der Stimmen bekamen. Gauß, bislang einzige grüne Bürgermeisterin in NRW, gibt dieses Alleinstellungsmerkmal gerne ab. „Darüber freue ich mich sehr. Ich freue mich aber auch, dass Interesse an unserer Demokratie herrscht und wir bei der Gemeinderatswahl fast 50 Prozent Wahlbeteiligung hatten“, sagte sie am Montag. Außerdem freut sie sich, dass zehn Frauen in den Gemeinderat einziehen. „Mit mir sind wir dann elf weibliche Stimmen.“ In Windeck hat bisher ein Bündnis aus CDU, FDP und Grünen regiert. Die Parteien nehmen jetzt wieder Gespräche auf.