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Gut Capellen in Düstekoven: Nabu schafft ein Zuhause für kleine Steinkäuze

Gut Capellen in Düstekoven : Nabu schafft ein Zuhause für kleine Steinkäuze

Die Kreisgruppe Bonn des Naturschutzbunds (Nabu) freut sich in Dünstekoven über den Nachwuchs einer inzwischen selten gewordenen Eulenart. Vier junge Steinkäuze sind auf Gut Cappellen beringt worden.

Der Steinkauz war einst ein häufiger Bewohner der zahlreichen Streuobstwiesen, die überall im Umland unserer Dörfer extensiv bewirtschaftet wurden. Dort fand die kleine Eule in den hohlen Stämmen alter Obstbäume ideale Brutplätze und auf den umliegenden Viehweiden genügend Nahrung – überwiegend Mäuse und Insekten. „Doch diese Lebensräume sind längst zu einer Seltenheit geworden“, betont Peter Meyer von der Kreisgruppe Bonn des Naturschutzbunds (Nabu). Deshalb seien gerade auch die Bestände des Steinkauzes überall in Deutschland dramatisch zurückgegangen.

123 Jungkäuze wurden im Frühjahr 2021 beringt

Um einen effektiveren Schutz der gefährdeten kleinen Eule in der Region zu erreichen, arbeitet der Nabu Bonn seit knapp drei Jahren mit Peter Müller von der in Euskirchen ansässigen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) zusammen. In der AG Eulenschutz betreiben nun beide Vereine zusammen ein gemeinsames Steinkauz-Projekt – „und dies zeitigt Erfolge“, unterstreicht Meyer: „123 Jungkäuze konnten allein in diesem Frühjahr beringt werden.“ Unter anderem gleich vier auf einen Streich in einem Nistkasten am Dünstekovener Gut Capellen.

„An etwa 100 Standorten zwischen Walberberg und Wachtberg haben wir inzwischen Steinkauzkästen aufgehängt“, erklärt Meyer. Gemeinsam können sich die beiden Vereine nun gegenüber Entscheidungsträgern mit viel mehr Nachdruck für die Interessen des Steinkauz-Schutzes einsetzen.

Wie immer in der Zeit zwischen April und Juni hatten die Mitarbeiter und freiwilligen Helfer der Arbeitsgemeinschaft (AG) Eulenschutz die von der AG betreuten Brutstandorte des Steinkauzes im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis inspiziert und wie immer hatten sie dabei viel zu tun:  In diesen Wochen waren die beiden Eulenschützer Peter Meyer und Peter Müller regelmäßig unterwegs, um die jungen Käuze zu beringen, solange sie noch in der Neströhre hocken. „Die durch die Beringung gewonnenen Daten liefern oft wichtige Erkenntnisse über die Verbreitung und Bestandssituation der Steinkäuze“, betont Meyer.

 Peter Meyer inspiziert einen Nistkasten an Gut Capellen in Dünstekoven.
Peter Meyer inspiziert einen Nistkasten an Gut Capellen in Dünstekoven. Foto: Axel Vogel

Höchst wichtig sind zudem aus seiner Sicht regelmäßige Pflegemaßnahmen in der Natur, die ganz auf den Steinkauz zugeschnitten sind. Beispielsweise der fachgerechte Rückschnitt von Bäumen, das extensive Beweiden von Wiesenflächen oder eine Mahd. „Das Gelände muss offen gehalten werden“, betont der Nabu-Fachmann aus Morenhoven: „Denn wenn die Fläche verbuscht, können die Eulen in der hohen Vegetation nicht mehr jagen.“ Der Erfolg der aufwendigen Schutz- und Pflegemaßnahmen kann sich laut Meyer sehen lassen: „Tatsächlich hat sich unsere Region zu einem echten Steinkauz-Hotspot entwickelt.

Kästen werden jetzt repariert und gereinigt

Allein im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis waren in diesem Jahr 56 Steinkauz-Reviere besetzt. Hinzu kommen noch einige erfolgreiche Bruten in Naturhöhlen.“ In den kommenden Herbst- und Wintermonaten werden die Aktiven der AG Eulenschutz wieder unterwegs sein: Dann werden alle Steinkauz-Kästen erneut inspiziert. Auf dem Programm steht dann auch bei Bedarf eine Reinigung und Reparatur der Kästen. Schließlich wolle ja keiner zu Hause „in einer dreckigen Bude wohnen.“