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Neunkirchen-Seelscheid: Mahnwache nach rassistischem Messerangriff

Attacke in Neunkirchen-Seelscheid

Mahnwache nach rassistischem Messerangriff auf 33-Jährigen

Rund 150 Menschen haben sich am späten Montagnachmittag spontan zu einer Mahnwache für den 33-jährigen Mann versammelt. FOTO: Christof Schmoll

Neunkirchen-Seelscheid In Neunkirchen-Seelscheid ist ein 33-jähriger Mann bei einer rassistischen Attacke mit einem Messer verletzt worden. Im Ort versammelten sich am Montagabend 150 Menschen zu einer Mahnwache.

Nach einem rassistischen Messerangriff auf einen 33-Jährigen in Neunkirchen-Seelscheid haben sich am Montagnachmittag rund 150 Menschen spontan zu einer Mahnwache im Ort versammelt. „Wir wollen zeigen, dass wir alle hinter ihm stehen“, sagte ein Teilnehmer. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass die Polizei und die Staatsanwaltschaft Bonn wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen einen 48-jährigen Mann aus Neunkirchen-Seelscheid ermittteln.

Er soll nach Angaben der Bonner Polizei mit einem bislang Unbekannten am Freitag, 20. Dezember, gegen 20.30 Uhr, einen 33-jährigen Mann in dessen Wohnung beleidigt, geschlagen und mit einem Messer verletzt haben. Der Verletzte musste in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden. Der 48-jährige Tatverdächtige wurde noch am Abend vorläufig festgenommen.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen war es bereits am Freitagnachmittag zu einem ersten verbalen Streit zwischen dem Tatverdächtigen und dem 33-Jährigen, die einander laut Polizei flüchtig bekannt sind, gekommen. Da sich Hinweise auf einen möglichen ausländerfeindlichen Hintergrund ergeben hatten, übernahm der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen.

Nach GA-Informationen haben die beiden Männer den 33-Jährigen ausländerfeindlich beschimpft. Bei dem Opfer soll es sich um einen ägyptischen Staatsbürger handeln. Der Mann hält sich seit dem Jahr 2015 in Deutschland auf und befindet sich derzeit im dritten Lehrjahr einer Ausbildung.

Nach Feststellung der Personalien und Vernehmung des Verdächtigen wurde dieser nach Entscheidung der Staatsanwaltschaft in der Nacht wieder entlassen. Die Ermittlungen gegen ihn und zu dem bislang unbekannten Mittäter dauern an.