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Gesundheitsreport: Niedriger Krankenstand im Rhein-Sieg-Kreis

Gesundheitsreport : Niedriger Krankenstand im Rhein-Sieg-Kreis

Die DAK hat ihren Gesundheitsreport vorgelegt. Dieser zeigt, dass die Ansteckungsgefahr mit anderen Atemwegserkrankungen sinkt. Psychische Erkrankungen verursachten wie bereits im Vorjahr den größten Anteil am Krankenstand.

Der Krankenstand im Rhein-Sieg-Kreis ist im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Mit 3,9 Prozent gab es in der Region einen niedrigeren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,2 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des ersten Halbjahres von 1000 Arbeitnehmern 39 krankgeschrieben.

Der Krankenstand im gesamten Jahr 2019 betrug in der Region 3,8 Prozent und lag damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Diese Zahlen legte Ingo Tiedtke, Leiter des Servicezentrums der DAK-Gesundheit Siegburg, vor. Der höchste Krankenstand im Jahr 2019 in Nordrhein-Westfalen wurde mit jeweils 5,2 Prozent in Hagen, Gelsenkirchen und Bottrop verzeichnet, der niedrigste mit 3,5 Prozent im Kreis Gütersloh. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände verursachten wie bereits im Vorjahr den größten Anteil am Krankenstand.

Und nicht nur das: Mit 291 Tagen je 100 Versicherte ist in diesem Bereich ein Anstieg von 16 Prozent zu verzeichnen. Bei den Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems stieg die Zahl nur um zwei Prozent. Auffallend ist der Rückgang der Zahl am Atemwegserkrankungen. Sie gingen 2019 um 13 Prozent zurück.

Die Atemwegserkrankungen standen in der Statistik für das erste Halbjahr 2020 aufgrund der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten, besonders im Augenmerk. Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreportes für die Region zeigt, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr zwar um 16,2 Prozent zunahmen, jedoch deutlich unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen. „Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind“, sagt Tiedtke.

„Wir müssen nicht nur bei Covid-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Weitere Veränderungen im ersten Halbjahr 2020: Hier wird Tiedtke zufolge deutlich, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres veränderten.

Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände verursachten in den ersten sechs Monaten den größten Anteil am Krankenstand mit 146 Tagen je 100 Versicherte. Hier gab es allerdings einen Rückgang von 2,7 Prozent bei den Ausfalltagen. Bei den Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems ging die Zahl um 19,2 Prozent auf jetzt 138 Krankheitstage zurück. Sie landeten auf dem dritten Rang.