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Rhein-Sieg-Kreis: 20 Personen werden ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuer

Natur im Rhein-Sieg-Kreis : 20 Personen werden ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuer

20 naturbegeisterte Menschen lassen sich zu ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuern ausbilden. Die Ausbildung gefördert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), wird in diesem Jahr erstmals von der Biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises angeboten.

Landschaftspfleger Stefan Lienemann steigt an einem Apfelbaum auf eine Leiter, um auf einer Wiese in Süchterscheid die anwesenden Zuhörer in die Feinheiten des Obstbaumschnitts einzuführen. Aufmerksam lauschen die naturbegeisterten Menschen, als Lienemann ihnen erklärt, dass sie ihren Apfelbaum im Winter beschneiden sollten, wenn er wachsen und gedeihen soll und im Sommer, wenn man den Wuchs begrenzen will.

20 Männer und Frauen waren am Samstagnachmittag auf die Obstwiese nahe Stadt Blankenberg gekommen, um mit dem Workshop Obstbaumschnitt einen weiteren Teil ihrer Ausbildung zum ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuer zu absolvieren, die erstmals, gefördert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), von der Biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises in diesem Jahr angeboten wird.

Den Apfelbaum kann man im Winter und Sommer beschneiden

„Ich bin von Köln aufs Land nach Ruppichteroth gezogen und wollte mich kundig machen, wie ich eine Streuobstwiese anlege“, begründete Sonja Frieß ihre Teilnahme. Mittlerweile verfügt Frieß über eine eigene, 1 700 Quadratmeter große Fläche, auf der sie südlich von Waldbröl zehn Bäume angepflanzt hat, darunter Birnen-, Zwetschgen und Apfelbäume. „Ich wollte mich während meiner Freizeit schon immer für den Naturschutz engagieren“, sagte Gaby Noe-Mebus aus Niederhalberg. „Besonders der Amphibienschutz interessiert mich“.

Dirk Lindemann aus Bornheim, der bereits ehrenamtlich in einer Greifvogelauffangstation tätig war, hat sich während der Ausbildung zum ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuer mit der Kartierung von Mauereidechsen beschäftigt. „Das Zählen im Siebengebirge war gar nicht so einfach, denn in diesem Gebiet sind natürlich viele Touristen unterwegs“, sagte Lindemann. Seine Kartierung ist Teil der theoretischen und praktischen Ausbildung, denn diese individuelle Projektarbeit gehört ebenso dazu, wie Vorträge, Exkursionen und Workshops sowie praktische Mitarbeit bei Projekten.

Teilnehmern lernen viele verschiedene Bereiche kennen

„Die Teilnehmer treiben beispielsweise auch mal die Schafe der biologischen Station von A nach B“, sagte die Biogeowissenschaftlerin Corinna Dierichs. Die Ausbildung, für die sich die Teilnehmer bewerben mussten, umfasst laut Dierichs, die seit ein paar Jahren für die Biologische Station tätig ist und das Projekt betreut, vier Seminar-Wochenenden im Jahr, nämlich im Winter, Frühjahr, Sommer und  Herbst. „Das Seminar zur Obstbaumveredelung konnten wir als Auftakt des Lehrgangs coronabedingt im März nur per Zoom-Konferenz anbieten“, sagte Dierichs. Laut der Wissenschaftlerin sei es das Ziel des Ziel des Lehrgangs, den Teilnehmern ökologische und rechtliche Grundlagen, Artenkenntnis, Landschaftspflege und Umweltbildung in Theorie und Praxis zu vermitteln.

Am Ende der Ausbildung, die neben der Theorie 30 Praxisstunden umfasst, steht eine Abschlussprüfung mit Zertifikat der Natur-und Umweltschutz Akademie NRW. „Die Absolventen können sich danach ehrenamtlich nicht nur für die Biologische Station, sondern auch für andere Umweltverbände wie den BUND oder den NABU engagieren“, sagte Dierichs. Sie freute sich besonders, dass auch 2022 die Biologische Station diese Ausbildung wieder anbieten kann .“Wir haben bereits den positiven Förderbescheid des Landschaftsverbandes Rheinland für den Lehrgang erhalten“ sagte Dierichs.

Weitere Infos zum Projekt „Ehrenamt im Naturschutz stärken“ und der Ausbildung gibt es unter www.biostation-rhein-sieg.de/projekte.