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Rhein-Sieg-Kreis startet Kampagne gegen Personalnot

Kampagne vorgestellt : Rhein-Sieg-Kreis startet Kampagne gegen Personalnot

Der Rhein-Sieg-Kreis geht neue Wege, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Dafür hat er nun eine Kampagne gestartet.

Das helle Blau setzt sich ab, der Gummistiefel mit Stiletto macht neugierig: Im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter geht der Rhein-Sieg-Kreis seit Montag neue Wege. Mit einer eigenen Arbeitgeberkampagne möchte er auffallen, Nachwuchskräfte für sich gewinnen und auch halten. „Wir sind einer der größten Arbeitgeber in der Region“, sagte Landrat Sebastian Schuster am Montag bei der Vorstellung der Kampagne. Als solcher wolle sich der Kreis aktiver einbringen und sichtbarer machen. Nicht nur mit entsprechender Werbung auf Autos oder Flächen am Kreishaus, auch mit der neuen Internetseite www.karriere-im-kreis.de und dem gleichnamigen Instagram-Account.

„Wir möchten die Leute zwischen 20 und 30 Jahren da abholen, wo sie sich bewegen, und auch nach neuen Stellen umschauen“, erklärte Kreisdirektorin Svenja Udelhoven. Neue Wege seien nötig, um unter allen Verwaltungen, die um nur wenig vorhandene Arbeitskräfte buhlten, aufzufallen. „Wir wollen weg vom Bild der verstaubten Amtsstube und zeigen, dass wir anspruchsvolle und vielseitige Arbeit bieten“, so Udelhoven. Nicht selten gehe es bei den Aufgaben um existenzielle Belange der Bürger, wie aktuell das Beispiel Gesundheitsamt zeige. „Es warten hier täglich neue Herausforderungen“, warb die Kreisdirektorin für ihre Verwaltung.

Fachkräftemangel ist bereits zu spüren

Einen Mangel an qualifizierten Fachkräften spüre seine Verwaltung schon jetzt, sagte Landrat Sebastian Schuster. So sei es schwierig, frei gewordene oder neue Stellen zu besetzen. „Wir haben teilweise deutlich zu wenig qualifizierte Bewerbungen“, so Schuster. Auf einige Stellenausschreibungen habe es auch gar keine Bewerbung gegeben. „Das betrifft primär die technischen Berufe“, so Udelhofen. Zuletzt sei das etwa bei der Suche nach einem IT-Sicherheitsbeauftragten der Fall gewesen. Grundsätzlich ziehe sich die Personalknappheit aber durch alle Abteilungen der Verwaltung. Aktuell hat der Kreis rund 1600 Beschäftigte.

„In den nächsten zehn Jahren wird rund ein Drittel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand gehen“, wies Schuster auf eine weitere künftig anstehende Herausforderung hin. „Wir haben in unserer Verwaltung mehr als 70 verschiedene Berufsfelder“, so Schuster. Und es sei zunehmend schwieriger, diese alle zu besetzen. „Gerade im Verwaltungsbereich wird die Luft immer dünner“, ergänzte Thomas Nitschke, Leiter des Personalamtes des Rhein-Sieg-Kreises. Es gebe keinen freien Arbeitsmarkt. „Deswegen bilden wir, wie andere Verwaltungen auch, zunehmend selbst aus.“

Großer Wettbewerb in der Region

Der Wettbewerb in der Region sei groß, so Schuster mit Blick auf kommunale Verwaltungen, aber auch auf Bundesbehörden oder etwa das Frauenhofer-Insitut. „Als Kreis tauchen wir in manchem Bewusstsein erst in zweiter Reihe auf“, sagte Udelhoven. Das zu ändern, sei Ziel der neuen Kampagne. Die hat die Bad Godesberger Agentur Schwind entwickelt, die auch für das neue Corporate Design des Kreises verantwortlich zeichnet. „Wir haben uns mit den Vorteilen, die den Rhein-Sieg-Kreis als Arbeitgeber ausmachen, beschäftigt und diese kreativ inszeniert“, beschrieb deren Geschäftsführer Felix Warstat den Kern seiner Kampagne. Der Hashtag „Vorteile“ hebe besondere Qualitätsmerkmale wie etwa flexible Arbeitszeiten, Karrierechancen oder vielfältige Arbeitsbereiche mit plakativen Motiven hervor. So symbolisiert der Gummistiefel mit Stilettoabsatz etwa die mehr als 70 Betätigungsfelder. Oder ein verknoteter Bleistift die 350 verschiedenen Arbeitszeitmodelle, die der Kreis bietet.

Blau ist die Farbe der Kampagne, passend zum neuen Logo des Rhein-Sieg-Kreises. Der neue blaue Stand, mit dem sich der Kreis nun bei Berufsmessen präsentiert, hat seine Bewährungsprobe im Übrigen schon bestanden – in der vergangenen Woche beim Karrieretag in Bonn.