1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Mehr von Sieg & Rhein

Leihfahrräder in der Region: RSVG-Bike will im Rhein-Sieg-Kreis weiter wachsen

Leihfahrräder in der Region : RSVG-Bike will im Rhein-Sieg-Kreis weiter wachsen

Vor einem Jahr ist das Leihrad-System RSVG-Bike an den Start gegangen. Nun soll das Angebot ausgebaut werden. Bald sollen vier weitere Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis Leihstationen erhalten.

Das neue Fahrradverleihsysten, mit dem der Kreis gemeinsam mit der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft und dem RSVG-Partner Nextbike vor genau einem Jahr an den Start ging, lief zunächst gut an. Schlechtes Wetter und der Corona-Lockdown ließ die Nutzerzahlen allerdings nach gutem Start zunächst etwas zurückgehen. Nun sei das Interesse allerdings seit den Sommermonaten laut RSVG-Sprecherin Melanie Matyschok deutlich gestiegen.

Probleme gäbe es allerdings nach wie vor beim Thema E-Bike, da laut Matyschok nicht alle Kommunen, die sich am Verleihsystem beteiligen, über eine umfangreiche Ladeinfrastuktur verfügen. Der Rhein-Sieg-Kreis befindet sich derzeit in der Auswertung des Projektes. Laut Kreissprecherin Katja Eschmann soll diese Auswertung während der Sitzung des Planungs-und Verkehrsausschusses des Kreises am 30. November präsentiert werden. „Vorher können wir zur Auslastung leider noch nichts sagen“.

Lohmar, Windeck, Much und Neunkirchen-Seelscheid bekommen Leihstationen

Auch die RSVG möchte sich dazu vorab nicht äußern. „Infos zum RSVG-Bike werden erst nach der Ausschusssitzung Ende November kommuniziert“, ließ Matyschok wissen. Ein paar Informationen hatte der Kreis dann doch. „Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es aktuell noch keine Leihstationen in Lohmar, Windeck, Much und Neunkirchen-Seelscheid. Diese Kommunen werden aber zeitnah folgen. Alle anderen Städte und Gemeinden sind bereits dabei“, sagte Eschmann. „Insgesamt gibt es im gesamten Kreisgebiet rund 130 Standorte. Im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sind ausschließlich E-Bikes vertreten, im Rechtsrheinischen gibt es sowohl konventionelle Räder als auch E-Bikes“, fügte Eschmann hinzu.

In Sankt Augustin können laut Stadtsprecherin Carolin Trost insgesamt 75 konventionelle Fahrräder an 17 Stationen ausgeliehen und abgegeben werden. „Wir als Stadt sehen die RSVG-Bikes und Leihfahrräder generell als wichtigen Baustein der Mikromobilität an. Bisher hat jedoch keine Nutzerbefragung stattgefunden, so dass leider kein Feedback aus der Bevölkerung vorliegt“, sagte Trost und verwies auf den Kreisausschuss Ende November.

Niederkassel testet Stationen an Sportplätzen

In Niederkassel, das laut Stadtsprecher Markus Thüren über insgesamt sieben Verleihstationen mit insgesamt 51 Leihrädern verfügt, sind zu Testzwecken zwei Stationen an den Sportplätzen in Rheidt und Niederkassel eingerichtet worden. „Dort können zwar keine Räder entliehen, aber abgegeben werden“, sagte Thüren auf Anfrage. „Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Räder mittlerweile mehr genutzt werden, als zu den Corona-Lockdownzeiten. Da ich allerdings keine Auswertung vornehmen kann, verweise ich auf die Sitzung des Planungs-und Verkehrsausschusses des Kreises am 30. November“, fügte Thüren hinzu.

Hennef verfügt mittlerweile über insgesamt neun Fahrradverleihstationen, an denen 38 konventionelle Fahrräder ausgeliehen werden können. „In Hennef läuft das System gut und es sind sogar weitere Standorte geplant“, sagte die stellvertretende Stadtsprecherin Mira Steffan und bestätigte, dass in Hennef noch in diesem Jahr zwei E-Bike-Verleihstationen mit je vier RSVG E-Bikes sowie und einem RSVG-E-Lastenrad entstehen sollen. In Hennef fallen laut Steffan für das Jahr 2021 rund 44.000 Euro für das Verleihsystem an. „Die Kosten aus dem Fahrradverleihsystem werden zu 55 Prozent über die Kreisumlage „Mehrbelastung ÖPNV“, entsprechend der Anzahl der in der jeweiligen Kommune zur Verfügung gestellten Fahrräder, gewichtet und zu 45 Prozent über die allgemeine Kreisumlage umgelegt“, sagte Steffan. Das gilt auch für die anderen Städte. In Niederkassel betragen die Kosten etwa 24.000, in Sankt Augustin etwa 39.000 Euro.

ADFC wünscht sich mehr Lastenräder

Grundsätzlich hält ADFC-Kreissprecher Peter Lorscheid das Verleihsystem für eine wichtige und gute Sache. „Es müssten allerdings mehr Lastenräder angeboten werden. Zudem sollte das System auch über die Kreisgrenzen hinaus funktionieren, damit Räder beispielsweise auch an Bahnhöfen in Bonn oder Köln abgegeben werden können“, sagte Lorscheid. „Es wäre auch gut, die Besucher des Kreises besser über das System zu informieren, denn viele Gäste wissen gar nicht, dass hier es so etwas gibt.“

Wir wollen wissen, was Sie denken: Der General-Anzeiger arbeitet dazu mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Wie die repräsentativen Umfragen funktionieren und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.