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RWE-Aktien verkauft: Rhein-Sieg-Kreis nimmt rund 40,6 Millionen Euro ein

RWE-Aktien endgültig verkauft : Rhein-Sieg-Kreis nimmt rund 40,6 Millionen Euro ein

Die letzten RWE-Aktien des Rhein-Sieg-Kreises sind verkauft. Sie haben dem Kreis 40,6 Millionen Euro eingebracht. Während CDU und Grüne zufrieden sind, übt die SPD auch Kritik.

Rund 40,6 Millionen Euro hat der Kreis aus dem Verkauf seines RWE-Pakets eingenommen. Der Verkauf der 1,4 Millionen RWE-Aktien ist nun abgeschlossen und erfolgte zu einem Durchschnittskurs von rund 29 Euro pro Aktie, bestätigte die Sprecherin des Rhein-Sieg-Kreises, Rita Lorenz, auf Anfrage. Der Erlös soll in einem Aktien- und Rentenfonds bei der Kreissparkasse Köln angelegt werden.

Der Kreistag beschloss vor gut einem Jahr, sich von seinen RWE-Anteilen zu trennen. Die Vorgabe des Kreistags war, dass die Aktien zu einem Mindestkurswert von 21,50 Euro veräußert werden sollen. Mit der Rendite aus dem Aktien- und Rentenfonds sollen Defizite aus dem ÖPNV abgefangen werden. Das Jahresergebnis der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) belief sich im vergangenen Jahr auf 21 Millionen Euro Verlust, wie hoch der zu erwartende Verlust 2020 sein wird, könne aufgrund der coronabedingten Veränderungen noch nicht abschließend prognostiziert werden, sagte Lorenz. Eine sichere Renditeprognose könne die Kreissparkasse „in der aktuellen Marktsituation, die von Corona, Brexit und Negativzinsen geprägt ist“, ebenfalls nicht absehen, heißt es.

Verkauf wurde 2018 auf den Weg gebracht

Wie berichtet, erwartet sich Kreiskämmerin und Kreisdirektorin Svenja Udelhoven von dieser neuen Anlage künftig auch bei gedämpftem Risiko eine Rendite im Umfang der bisherigen RWE-Dividenden. Den Verkauf des Aktienpakets hatte die CDU Ende 2018 zusammen mit ihrem grünen Koalitionspartner und der FDP erneut auf die Tagesordnung gebracht. Dementsprechend begrüßt der Vorsitzende und finanzpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Torsten Bieber, das nun vorliegende Ergebnis: „Es zeigt sich, dass der im letzten Jahr eingeschlagene Weg, den Erlös des Verkaufs zu reinvestieren und dadurch jährliche Gewinnausschüttungen zu generieren, der richtige war. Es hätte nichts gebracht, alle RWE-Aktien auf einmal zu verkaufen und damit eine einmalige Aktion zu finanzieren. Durch die erzielten Gewinne des Fonds können wir nachhaltig und dauerhaft den ÖPNV entlasten, so wie wir es mit der Dividende aus den RWE-Aktien vorher auch gemacht haben.“

„Das zieht sich ja schon Jahrzehnte hin. Die SPD hatte das schon vor gut 25 Jahren angeregt. Wäre die CDU damals unserem Vorschlag gefolgt, hätten wir heute wesentlich mehr davon gehabt. Jetzt müssen wir mit den hohen Kursverlusten leben. Das hat die Bürger Millionen von Euro gekostet“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Dietmar Tendler. Immerhin aber kämen die Renditen nun, wie von den Sozialdemokraten gefordert, nachhaltigen Projekten zugute, nämlich dem Nahverkehr.

Zufrieden äußern sich die Grünen im Kreistag. „Mit dem Verkauf der letzten RWE-Aktien durch den Rhein-Sieg-Kreis ist ein lang gesetztes Ziel der Kreisgrünen abgeschlossen worden. Wir haben dicke Bretter bohren müssen, bis wir schlussendlich die Veräußerung der RWE-Aktien erreichen konnten. Damit endet eine Ära, die eine energiepolitische Abhängigkeit des Rhein-Sieg-Kreises vom RWE Konzern und dessen Energie- und Klimapolitik geprägt hat“, sagt Fraktionsvorsitzender Ingo Steiner. „Immer mehr kommunale Stadtwerke mit unterschiedlichen strategischen Partnern prägen eine neue Ära, wo Kommunen unabhängig von Großkonzernen ihre eigenen Schwerpunkte setzen. Genauso wichtig wie der Verkauf der Aktien, war uns der Erhalt dieses Vermögens welches nun in einem Fonds angelegt ist und damit weiter Renditen erwirtschaftet. Diese entlasten die Kommunen und damit die Bürger im Kreis.“