Verfahren in Bonn Illegales Sexvideo dient als Beweis in Prozess um Vergewaltigung

Much/Bonn · Vor dem Bonner Landgericht wurde ein 49-jähriger Mann aus Much vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Für die Anfertigung eines Sexvideos, das ihm letztlich zur Entlastung diente, muss er aber eine Geldstrafe zahlen.

Der ungewöhnliche Fall wurde vor dem Landgericht Bonn verhandelt.

Der ungewöhnliche Fall wurde vor dem Landgericht Bonn verhandelt.

Foto: dpa/Thomas Banneyer

Am Ende eines ungewöhnlichen Gerichtsverfahrens stand ein ungewöhnliches Urteil: Dass ein Mann, der wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung auf der Anklagebank saß, letztlich nur zu einer Geldstrafe verurteilt wird, kann eigentlich gar nicht sein. Dennoch wurde nun ein 49-Jähriger aus Much zur Zahlung von 4200 Euro verurteilt. Allerdings nicht wegen des Vorwurfs einer Vergewaltigung, von dem ihn das Gericht letztlich freisprach. Sondern vielmehr wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Ton- und Bildaufnahmen. Der Angeklagte hatte den Sex zwischen ihm und seiner damaligen Frau nämlich gefilmt und auf den Videos ist nicht zu erkennen, dass irgendwelche Handlungen gegen den Willen der Frau durchgeführt worden wären.