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Hochwasser in Lohmar: Stromlieferanten in gelben Shirts

Hochwasser in Lohmar : Stromlieferanten in gelben Shirts

Der ehrenamtliche internationale Katastrophenschutz Deutschland „@fire“ hilft nach dem Hochwasser in Lohmar bei der Widerherstellung der Stromversorgung. Er macht aber auch noch viel mehr.

Sie fallen auf in ihren gelben Shirts: Die freiwilligen Helfer und Feuerwehr-Experten vom ehrenamtlichen internationalen Katastrophenschutz Deutschland @fire. Normalerweise sind sie weltweit im Einsatz, bei Waldbränden, Erdbeben oder anderweitigen Katastrophen. In diesen Tagen sind sie in ihrem eigenen Land, teils vor ihrer eigenen Haustür im Einsatz. Nach dem verheerenden Hochwasser vom 14. Juli, das sowohl viele Orte in Rheinland-Pfalz als auch in Nordrhein-Westfalen schwer getroffen hat, sind freiwillige Helfer von @fire auch nach Lohmar gerufen worden.

Die dortige Bürgermeisterin Claudia Wieja hatte um Hilfe gebeten, da die Stromversorgung in großen Teilen der Stadt durch das Hochwasser lahmgelegt worden war. Ein Kurzschluss in einem örtlichen Verteiler-Trafo des Stromversorgers hatte dafür gesorgt, dass mehrere Straßenzüge im Stadtgebiet nicht mehr mit Strom versorgt werden konnten. Bereits am Freitag hatte Bürgermeisterin Claudia Wieja um Unterstützung durch private Elektriker gebeten, da die zu stemmende Arbeit alleine vom örtlichen Stromversorger kaum noch zu bewältigen gewesen sei.

Mehrere Hundert Meter Stromkabel verlegt

Joachim Langen, Geschäftsführer von Jola-Rent in Rösrath, und selbst langjähriges Mitglied bei @fire, stellte seine Firma als Einsatzlager für @fire zur Verfügung und bot direkt Hilfe an. Sein Unternehmen nutzte Baustromaggregate, mit denen die Einsatzkräfte von @fire eine Wohnsiedlung in Lohmar teils wieder mit Strom versorgen konnten. So konnten die Menschen dort nach mehreren Tagen ohne Strom endlich wieder einmal eine Steckdose nutzen. Dazu verlegten Mitglieder von @fire nach Angaben von Tim Heunisch, Pressesprecher der Organisation, mehrere Hundert Meter Stromkabel.

„Wir sind und waren wahnsinnig dankbar für diese Unterstützung durch @fire, den Mitarbeitern von Jola-Rent und auch viele andere Helfer“, erklärt der Beigeordnete Andreas Behncke auf Nachfrage. In den Krisengebieten momentan im Einsatz sind etwa 60 Helfer von @fire. Alleine zehn waren vor Ort in Lohmar, wie Joachim Langen, Geschäftsführer von Jola-Rent, berichtet. Zwei sind noch immer dort und füllen die Tanks der Generatoren immer wieder auf und überprüfen die Lage.

@fire kontrolliert einsturzgefährdete Gebäude

Langen selbst ist seit Mittwochnacht im Einsatz. Zunächst aber bei sich zu Hause, denn dort lief auch sein eigener Keller voll. Anschließend musste er mit seinen Mitarbeitern auch Wasser aus den Räumen des Firmengeländes in Rösrath schippen, bevor dieses zum Einsatzlager für @fire wurde. Inzwischen sind die meisten Einsatzkräfte von @fire in den Krisengebieten an der Ahr im Einsatz und kontrollieren dort beschädigte Gebäude auf Einsturzgefahr. Joachim Langen selbst ist grad in Ahrweiler und hat dort mit ehrenamtlichen Mitarbeitern seiner Firma für die betroffenen Anwohner eine mobile Waschanlage errichtet.