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Unfall in Eitorf: Totes Tier könnte ein Wolf sein

Unfall in Eitorf : Totes Tier könnte Wolf aus Leuscheider Rudel sein

Ein Autofahrer hat am Samstag in Eitorf ein Tier erfasst und tödlich verletzt. Die äußere Erscheinung spricht für einen Wolf - möglicherweise aus dem Leuscheider Rudel. Eine genetische Untersuchung soll Gewissheit bringen.

Es könnte das erste Mal sein, dass ein Wolf im Rhein-Sieg-Kreis nach einem Verkehrsunfall gestorben ist. Ein Auto hatte am Samstagvormittag auf der Landesstraße 86 südlich des Eitorfer Ortes Obereip ein Tier angefahren und dabei tödlich verletzt. Der Fahrer alarmierte die Polizei, ein Passant zudem den Wolfsberater Oliver Dreger vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft. „Das äußere Erscheinen spricht dafür, dass es sich um einen Wolf handelt“, sagt der Förster aus dem Revier Rodder mit Blick auf Fellfärbung und Körperbau des toten Tieres. Gewissheit werde aber erst die genetische Untersuchung bringen.

Dreger spricht von einem jungen Rüden. Das tote Tier sei nun zunächst zum Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises gebracht worden. In den nächsten Tagen soll es im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung näher untersucht werden. Über die Genetik könnte dann auch festgestellt werden, ob das Tier zum Leuscheider Rudel gehört, das sich an der Grenze von Rheinland-Pfalz zu Nordrhein-Westfalen zwischen Altenkirchen und Sieg aufhält. In Rheinland-Pfalz waren schon mehrere junge Wölfe aus dem Rudel bei Autounfällen gestorben.

„Das Territorium des Rudels erstreckt sich über rund 200 Quadratkilometer“, sagt Oliver Dreger. Innerhalb dieses Raumes legten die Wölfe weite Wege zurück. „Jetzt wandern sie noch einmal mehr“, so Dreger. Die Fortpflanzungszeit beginne, und zudem sei für die Jungtiere aus dem Jahr 2020 die Zeit gekommen, ihr Territorium zu verlassen und sich ein neues zu suchen.

Im vergangenen Jahr hatte das Weibchen des Rudels erneut geworfen. Sieben Junge konnten laut Dreger genetisch identifiziert werden. Vater ist ein aus Bayern neu zugewanderter Rüde, der sich dem Rudel angeschlossen hat. Dem Tier mit der Kennung „GW1896M“ wurden mehrere Schafsrisse in Windeck, Hennef und Eitorf nachgewiesen. Wo der „alte“ Rüde geblieben ist, ist laut Dreger bislang ungewiss.