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Weco-Werksverkauf: So bereitet sich die Firma auf den Werksverkauf vor.

Silvesterraketen und Böller aus Eitorf : So bereitet sich Weco auf den Werksverkauf vor

Bei einer Werksführung zeigt die Feuerwerksfirma Weco, was am Standort Eitorf hergestellt wird. Am Samstag beginnt hier der Silvesterverkauf. Auch die aktuelle Diskussion um ein mögliches Böllerverbot an Silvester ist Thema bei der Eitorfer Firma.

Strontium sorgt für rote Sterne, Natrium für gelbe, Bariumsalze für grüne, Titanpulver erzeugt einen Schweif – Besucher einer Werksführung beim größten deutschen Feuerwerkhersteller Weco im Eitorfer Gewerbegebiet wurden in die Geheimnisse des Feuerwerks eingeführt. Der Discounter Lidl, der sein Silvester-Feuerwerks-Sortiment seit 20 Jahren dort bezieht, hatte eingeladen. Ralf Dellmann und Sascha Göb, bei Weco für die Qualitätssicherung und die Entwicklung verantwortlich, erläuterten am Abschuss-Platz, welche Effekte womit erzielt werden und präsentierten diese in der Praxis.

Zuvor hatte Produktionsleiter Harald Opschondek gezeigt, woraus sich eine Rakete zusammensetzt und die Fertigung des Traditions-Produkts gezeigt, das deutlich weniger gefragt ist. „Raketen machen nur noch ein Sechstel bis ein Achtel des Sortiments aus“, sagte Thorsten Landauer, bei Lidl für den Einkauf der Silvesterartikel zuständig. Stattdessen bevorzugen Kunden heute Feuerwerksbatterien. In einer 25-teiligen Anlage werden sie vollautomatisch zusammengesetzt. „Die Zündschnur wird direkt in die Bodenplatte eingespritzt“, erläuterte der Produktionsleiter. Die Form der Hülsen entscheidet über Form und Richtung der Feuerwerksfunken.

Die einzelnen Feuerwerksprodukte werden übrigens nicht in einer großen Werkshalle hergestellt, sondern in kleinen Produktionsstätten streng voneinander getrennt. Besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten etwa in der kleinen Werkshalle, in der die Treiber, das Herzstück einer Rakete, hergestellt werden.

In jedem Jahr werden neue Trends festgelegt und sieben neue Produkte ins Sortiment aufgenommen. „Nächste Woche bestelle ich schon das Feuerwerk für 2020“, berichtete Landauer, der sich zu jedem Produkt zunächst ein Video anschaut. Was in die engere Wahl kommt, wird im Original am Abbrandplatz vorgeführt. Dort erfolgen auch tägliche Stichproben-Prüfungen. „Zehn bis zwölf Mal im Jahr gibt es Produktvorführungen“, erläuterte Oliver Gerstmeier, bei Weco für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Präsentiert wird das gesamte Sortiment im eigens eingerichteten Showroom – 1600 Artikel sind es insgesamt. Das Theaterfeuerwerk gibt es hier nur als Muster, denn dieses wird elektronisch gezündet. Bei Großfeuerwerken sorgt das für punktgenaue Abschüsse zu Musik.

220 Arbeitsplätze hängen in Eitorf vom Feuerwerk ab. Weco hält die Zahlen des Umweltbundesamts und der Deutschen Umwelthilfe für zweifelhaft: „Sie beruhen auf Schätzwerten und Modellierungen. Niemand hat den realen Feinstaub- anteil bislang messen lassen.“ Es helfe nicht, beim Klimaschutz eine kleine Branche in den Fokus der Kritik zu nehmen, sagt der Pressesprecher mit Blick auf den Verzichtsaufruf von Bürgermeister Franz Huhn in Siegburg.

Der Werksverkauf bei Weco in Eitorf, Bogestraße 54-56 startet bald: Geöffnet ist Samstag von 6 bis 18 Uhr, Montag von 7 bis 18 Uhr und an Silvester von 7 bis 13 Uhr. Die Zufahrt zum Werksgelände wird zur Einbahnstraße.