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Wolf in Eitorf: Rudel hat sieben Wolfswelpen

Sichtung durch Fotofalle : Wolfsrudel aus Eitorf hat erneut sieben Welpen

Im Wolfsgebiet Oberbergisches Land, zu dem auch Hennef, Eitorf und Windeck gehören, hält sich ein Wolfsrudel auf. Nun sind dort sieben Wolfswelpen gesichtet worden.

Das Leuscheider Rudel hat wieder Nachwuchs. Im Wolfsgebiet Oberbergisches Land wurden sieben Wolfswelpen gesichtet. Eine Fotofalle erfasste die etwa vier Monate alten Jungwölfe, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) am Mittwoch mitteilte. Das Foto entstand offenbar bereits im September. Darauf seien auch zwei Altwölfe und ein Jährling, ein ein bis zwei Jahre alter Wolf,  zu erkennen, so das Lanuv.

Das Landesamt geht davon aus, dass die Mutter der Welpen dieselbe Fähe ist, die bereits im Vorjahr Welpen aufgezogen hat. Als Fähe und Rüde bezeichnet man einen weiblichen und einen männlichen Wolf. Sie verpaaren sich und beanspruchen dann gemeinsam ein Jagdrevier. Die Mutter der Welpen wird inzwischen allerdings von einem anderen, neu zugewanderten Rüden begleitet – die beiden wurden laut Lanuv seit März wiederholt gemeinsam an gerissenen Beutetieren identifiziert. Von den im Vorjahr geborenen sieben Wolfswelpen wurden in den vergangenen Monaten noch zwei Jährlingsfähen im Territorium Leuscheid nachgewiesen, das sich über Hennef, Eitorf und Windeck erstreckt, nachgewiesen.

Jungwölfe verlassen zu individuell unterschiedlichen Zeitpunkten und in der Regel spätestens im Alter von zwei Jahren das elterliche Territorium, wenn sie geschlechtsreif werden, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Jährlinge beiderlei Geschlechts beteiligten sich bis zu diesem Zeitpunkt an der Versorgung der Welpen.

Im Territorium Leuscheid bewegen sich die Mitglieder des Rudels nach aktueller Kenntnis auf nordrhein-westfälischer Seite im Bereich der Stadt Hennef und der Gemeinden Eitorf und Windeck; auf rheinland-pfälzer Seite reicht das Territorium bis in die Verbandsgemeinden Altenkirchen-Flammersfeld und Asbach. Wolfsterritorien haben in Deutschland eine Größe von durchschnittlich ungefähr 200 Quadratkilometern.

In den vergangenen Monaten wurden bereits zahlreiche Nutztiere von Wölfen in dem Gebiet gerissen. Für Halter von Weidetieren in Nordrhein-Westfalen, die sich wegen der aktuellen Wolfsrisse Sorgen um ihre Tiere machen, hat die Landwirtschaftskammer NRW eine Servicehotline eingerichtet, an die sie ihre Fragen richten können. Über diese Hotline werden auch Kontakte zu den Experten der Kammer vermittelt. Bei Bedarf können nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden. Dort gibt es außerdem Informationen über Herdenschutzmaßnahmen, aktuelle Fördermöglichkeiten und das Antragsverfahren.

Das Lanuv empfiehlt den Weidetierhaltern, sich möglichst rechtzeitig zu informieren, damit im Fall eines Wolfsrisses das aufwendie Entschädigungs- und Antragsverfahren beschleunigt werden kann.

Die Servicehotline Herdenschutz ist unter der Telefonnummer 029 45/ 98 98 98 von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr zu erreichen. Darüber hinaus können rund um die Uhr Beratungstermine über den Anrufbeantworter der Hotline oder per E-Mail an herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden.

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