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Wolfsgebiet im Rhein-Sieg-Kreis: Wolfsnachwuchs in Eitorf nachgewiesen

Wolfsgebiet im Rhein-Sieg-Kreis : Wolfsnachwuchs in Eitorf nachgewiesen

Zum ersten Mal zieht eine Wölfin in NRW Junge groß, in Eitorf wurde Nachwuchs gesichtet. Aus dem Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land, zu dem Teile des Rhein-Sieg-Kreis gehören, wird jetzt ein Wolfsgebiet.

Im östlichen Rhein-Sieg-Kreis scheinen sich Wölfe besonders wohl zu fühlen: In Eitorf wurde Nachwuchs gesichtet – eine Premiere in Nordrhein-Westfalen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf haben am Dienstag den ersten Nachweis einer Wolfsfamilie gemeldet. Sie hatten Bildmaterial aus dem Rhein-Sieg-Kreis ausgewertet. „Das Territorium liegt im Grenzgebiet von NRW und Rheinland-Pfalz. Aktuell werden durch das Lanuv weitere Hinweise aus dem Rhein-Sieg-Kreis überprüft und bewertet“, teilt die Behörde mit.

In Nordrhein-Westfalen gab es bisher Nachweise einzelner durchziehender Wölfe sowie von drei Tieren mit eigenem Territorium in den Wolfsgebieten Schermbeck, Bielefeld-Senne und Eifel-Hohes Venn. Neu ist, dass jetzt ein Rudel mit Wolfsnachwuchs bestätigt ist.

Der östliche Rhein-Sieg-Kreis gehört seit dem vergangenen Dezember zum 908 Quadratkilometer großen Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land. Nutztierhalter bekommen auf Grundlage der Förderrichtlinie Wolf Geld für vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz. Bezuschusst werden zum Beispiel neue Elektrozäune sowie die wolfssichere Optimierung bestehender Zäune. Der Nachweis der Wölfin mit Nachwuchs führt dazu, dass das Wolfsverdachtsgebiet jetzt in ein Wolfsgebiet mit umgebender Pufferzone umgewandelt wird, was auch höhere Fördergelder bedeutet.

Bilder aus Fotofalle zeigen fünf Jungtiere

Bereits im Februar wurde eine Wolfsdame mit Nachwuchs im nördlichen Kreis Neuwied gemeldet, mehrere Monate alte Bilder aus einer Fotofalle zeigten sie mit fünf Jungen in der Gemarkung Bad Hönningen. In den vergangenen Monaten gab es außerdem Wolfssichtungen und Nutztierrisse in Bad Honnef, Much, Lohmar und Eitorf. Um ein Tier zweifelsfrei zu identifizieren, ist eine DNA-Analyse notwendig. Zu der Fähe aus dem Rhein-Sieg-Kreis gibt es bisher laut Wolfsberater Marc Redemann, der für die Überprüfung der Spuren zuständig ist, noch keine näheren Informationen. Es sei zunächst einem Jäger gelungen, die Wölfin zu filmen, „später wurden auch die Welpen gefilmt“. Ein Nachweis auf einen Rüden ist indes noch nicht vorhanden. Redemann geht aber davon aus, dass die Elterntiere gemeinsam für den Nachwuchs jagen.

„Schäfer sollten sich jetzt die Zäune fördern lassen und ihre Tiere so schützen, dass der Wolf nicht dran kommt“, sagte der Wolfberater. Er macht außerdem auf gültigen Regeln in Naturschutzgebieten aufmerksam: „Spaziergänger sollten auf den Wegen bleiben und ihre Hunde an die Leine nehmen. Wölfe können nicht mit Menschen, aber mit Hunden in Konflikt geraten.“

Zum Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land, das jetzt Wolfsgebiet wird, gehören die Städte Bad Honnef, Hennef, Königswinter, Lohmar und Siegburg sowie die Gemeinden Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth. Nicht eingeschlossen sind das Siebengebirge und der Ennert, da die A 3 quasi als Grenze fungiert.

Weitere Informationen zur Förderung für Tierhalter und zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen gibt es im Internet unter https://wolf.nrw/