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Größerer Raum gesucht: Modellbahnvereine aus Hennef und Siegburg verschmelzen

Größerer Raum gesucht : Modellbahnvereine aus Hennef und Siegburg verschmelzen

Die Hennefer Modellbahngemeinschaft Siegkreis hat sich dem Siegburger Eisenbahnclub Rhein-Sieg angeschlossen. So wollen sie die Weichen für die Zukunft stellen. Für ihre Anlage suchen sie noch einen neuen Raum.

Ein Miniatur-Stellwerk, in dem sechs damals wahrscheinlich noch verbeamtete Mitarbeiter ihren Dienst verrichten. Ein kleines Fachwerkhäuschen, vor dem drei Milchkannen stehen, eine Frau mit blauer Schürze hängt die Wäsche auf. Der Trans-Europ-Express, kurz TEE, der luxuriöse Vorgänger der heutigen EuroCitys, steht im Bonner Hauptbahnhof. Es ist eine friedliche, pittoreske Welt, die sich in der Modelleisenbahn des Eisenbahnclubs Rhein-Sieg auftut. Vor Kurzem sind der Siegburger Eisenbahnclub und die Modellbahngemeinschaft Siegkreis zu dem neuen Verein verschmolzen.

Parallelen und Freundschaften zwischen den zwei Vereinen gibt es bereits viele Jahre. „Wir kennen uns schon sehr lange und haben uns immer gegenseitig unterstützt“, sagte Uwe Bodenstein, Sparkassenbetriebswirt und Vorsitzender des Siegburger Eisenbahnclubs. Der Verein besteht bereits seit 1987 und zählt derzeit 20 Mitglieder.

Nur noch fünf aktive Mitglieder

Nun haben die beiden Vereine die Weichen für die Zukunft gestellt: Der Siegburger Eisenbahnclub hat die Hennefer Modellbahner nach Beratungen beider Vereine im April offiziell aufgenommen. Die 1990 gegründete, 17 Mitglieder zählende Modellbahngemeinschaft Siegkreis wurde mittlerweile aus dem Vereinsregister gelöscht. „Wir erhoffen uns, mit größerer Mannschaft und neuem Tatendrang nach dem Lockdown nun wieder durchzustarten“, sagte Bodenstein.

Auch für Matthias Hasselberg, ehemaliges Vorstandsmitglied der Hennefer Modellbahngemeinschaft, war dies der richtige Weg. Von den 17 Mitgliedern der Modellbahngemeinschaft waren zum Schluss gerade mal fünf aktiv. „Das war einfach zu wenig“, sagte Hasselberg. Der pensionierte Bundeswehrsoldat frönt laut eigenem Bekunden seit seinem fünften Lebensjahr der Leidenschaft für Modellbahnen frönt.

Die Scheune tat den Modulen nicht gut

Er ärgerte sich im Nachgang darüber, dass die Modellbahntage in Hennef, die über Jahre zahlreiche Besucher angezogen hatten, für den kleinen Hennefer Verein immer schwieriger zur organisieren waren. „Als die Kopernikus-Realschule zur Gesamtschule Hennef-West umgebaut wurde, konnten wir dort mit unserer Veranstaltung nicht mehr bleiben und mussten in die Mehrzweckhalle Meiersheide ausweichen. Die Miete dort war allerdings doppelt so hoch“, sagte Hasselberg.

Höhere Kosten für die benötigten Dienste eines Hausmeisters sowie zusätzliche Auflagen wie der Aufbau der Anlagen nach den Bestuhlungsplänen der Mehrzweckhalle machten dem Verein das Leben schwer. Die Hennefer Modellbahner lagerten Module und Anlagen einst in der Alten Schule an der Steinstraße, später in einer Scheune in Rott und zuletzt in Westerhausen. „Das Lagern in der Scheune hat den Modulen nicht gut getan“, sagte Hasselberg.

Eigenes Gebäude für 150.000 Mark gekauft

Der Zusammenschluss der beiden Vereine sei laut Hasselberg nun das richtige Signal, um gemeinsam weiterzumachen. Auch der Siegburger Eisenbahnclub, der seit vielen Jahren zu seinen Modellbahntagen in das Schulzentrum Neuenhof lädt, hatte so seine Raumprobleme. Begonnen hatte der Verein Ende der 80er Jahre in einem Kellerraum, den die Vereinsmitglieder von der Deutschen Bahn im alten Siegburger Bahnhof angemietet hatten. „Als der Bahnhof zum ICE-Bahnhof umgebaut wurde, mussten wir da leider raus“, erinnert sich Uwe Bodenstein.

 Blick ins Miniatur-Stellwerk.
Blick ins Miniatur-Stellwerk. Foto: Ingo Eisner

Später ergab sich die Möglichkeit, an der Gartenstraße, dem heutigen Domizil des Siegburger Eisenbahnclubs, das Gebäude eines ehemaligen Dachdeckerbetriebs zu kaufen. „Das hat damals 150.000 D-Mark gekostet. 15 Mitglieder waren zunächst bereit, sich mit jeweils 10.000 Mark zu beteiligen, dann waren es nur noch sieben und schließlich habe ich nach und nach die Anteile übernommen“, sagte Bodenstein. Zwei Etagen mit insgesamt 140 Quadratmetern Nutzfläche stehen dem Siegburger Modellbahnclub und seit kurzem auch der ehemaligen Hennefer Modellbahngemeinschaft Siegkreis dort zur Verfügung.

„Der Vorteil ist, dass uns hier nicht gekündigt werden kann“, sagte Bodenstein. Auf beiden Etagen sind Anlagen aufgebaut und neben handgefertigten, schönen Landschaften und Bahnhöfen sind natürlich auch zahlreiche Modelle von legendären Dampflokomotiven oder dem ehemaligen TEE-Zug in Spurgröße HO zu bewundern.

Neuer Raum gesucht

Allerdings ist aus Platzgründen vieles eingelagert. Auch die Anlagen-Module, Loks und Waggons der ehemaligen Hennefer Modellbahngemeinschaft galt es schließlich in Siegburg zu lagern. Zwar hatten die Hennefer Modellbahner der Stadt Hennef eines ihrer Modelle von Stadt Blankenberg geschenkt, das laut Hasselberg wahrscheinlich im geplanten Kultur-und Heimathaus aufgebaut werden soll. Gemeinsam hat der zusammengeschlossene Verein, der nun 35 Mitglieder zählt und Eisenbahnclub Rhein-Sieg (Siegburg/Hennef) heißt, aber immer noch rund 100 Module. „Der Platz reicht definitiv nicht aus“, sagte Bodenstein.

Um alles vernünftig unterzubringen, sucht der Verein nun einen zusätzlichen Raum in der Nähe, der mindestens 60 Quadratmeter groß sein sollte. „80 bis 100 Quadratmeter wären ideal“, sagte Bodenstein. Zudem suchen die Modellbahner noch Nachwuchs. Modellbahnausstellungen plant der Verein für Dezember in der Hennefer Mehrzweckhalle Meiersheide und für März 2022 im Siegburger Schulzentrum Neuenhof.

Wer einen Raum anzubieten hat oder sich für den Eisenbahnclub Rhein-Sieg (Siegburg/Hennef) interessiert, kann sich an Uwe Bodenstein unter info@ecrs.de wenden.