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Köstliche Mordgeschichten: Neues vom schreibenden Bäckermeister aus Hennef

Köstliche Mordgeschichten : Neues vom schreibenden Bäckermeister aus Hennef

Thorsten Braun aus Hennef stellt sein viertes Buch mit 20 Mordgeschichten vor. Darin dreht sich alles ums Backen - von vergiftetem Gebäck und dem Mord an einem Bonner Ägyptologen.

Der Mörder ist immer der Bäcker. Jedenfalls, wenn es nach Thorsten Braun geht. Denn der Bäckermeister aus Hennef hat vor kurzem sein viertes Buch unter dem Titel „Der Mörder ist immer der Bäcker. 20 köstliche Mordgeschichten“ veröffentlicht. Neben seinem Beruf bei der Bäckerei Gilgens hat er nämlich eine weitere große Leidenschaft: das Schreiben. Das Besondere am Buch: Nach jeder Geschichte folgt ein passendes „Profi-Rezept“ zum Nachbacken, wie Braun es auf dem Einband ankündigt. Ebenfalls besonders ist das Format des neuen Buches: Hatte sein drittes Buch „Götter aus schwarzer Erde“ aus dem Jahr 2018 noch Taschenbuch-Format, ist Brauns neuestes Werk wie ein Kochbuch gestaltet. Eier, Mehl und Schüsseln teilen sich das Cover mit großen, roten Blutspuren.

Ganz anders als in seinem dritten Buch, in dem es um die Geschichte eines großen Königs des Alten Ägyptens ging, legt Braun den Fokus nun auf Rezepte und Mord. Dass diese beiden Komponenten wunderbar zusammenpassen, beweist er auf 223 Seiten. „Seit mehr als 30 Jahren bin ich Bäcker aus Leidenschaft“, sagt Braun. „In dieser langen Zeit habe ich einige Rezepte zusammengetragen, die ich den Lesern in meinem neuen Buch vorstellen möchte.“

Idee zum Buch kam in der Eifel

Aber da ein Brot ohne eine wirklich gute Geschichte eben nur eine Mischung aus Mehl, Wasser, Hefe und Salz sei, liefere er diese gerne dazu. Und so schreibt er etwa vom Mord an einem Bonner Ägyptologen, der die These eines Generalsekretärs für ägyptische Altertumsverwaltung widerlegt hat, gefolgt von einem Rezept für das altägyptische Chet-Brot. Nicht fehlen darf außerdem eine Geschichte, in der Sherlock Holmes höchstpersönlich ermittelt. In „Die Sache um die zwei Scones“ löst der britische Detektiv einen Mord durch vergiftetes Gebäck. Passenderweise schließt daran ein Rezept für Scones mit Whisky und Rosinen an.

Die Idee zu dieser Sammlung kam Braun bei einem Besuch der sogenannten Krimihauptstadt Deutschlands: „In Hillesheim in der Vulkaneifel haben meine Ehefrau und ich im Café Sherlock gesessen, als wir dort das Büchlein ‚Törtchen-Mördchen‘ fanden“, erzählt Braun. „Mordgeschichten mit Rezepten verschiedener Autoren. Da sagte ich zu meiner Frau: Das möchte ich auch.“

Wanderung durch die Weltliteratur

Gesagt, getan. Nur ein halbes Jahr habe er an den ersten 13 Geschichten geschrieben. Bis zur endgültigen Fertigstellung brauchte Braun letztlich jedoch zwei Jahre. „Es kamen nach und nach immer mehr Rezepte, die unbedingt noch ins Buch mussten. Oder mir fiel eine Geschichte ein, die ich auch noch erzählen wollte“, sagt Braun.

Es hat sich gelohnt. Als eine Wanderung durch die Weltliteratur sind die Kurzgeschichten zu verstehen. So ist die Geschichte „Eine Frage des Brötchens“ Braun zufolge eine Hommage an die Autoren Harald Wehmeier und Detlev Gröning, „die mich so oft zum Lachen gebracht haben“, sagt er. Fertig ist der schreibende Bäckermeister noch lange nicht: „Als nächstes könnte ich mir eine Sammlung mit Satiren rund um Alltagsgeschichten in Comic-Form vorstellen.“

Das Buch „Der Mörder ist immer der Bäcker. 20 köstliche Mordgeschichten“ ist im Shaker Verlag erschienen und kostet 25,90 Euro.