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Verformungen des Schwimmbeckens: Badsanierung in Niederkassel kostet weniger Geld

Verformungen des Schwimmbeckens : Badsanierung in Niederkassel kostet weniger Geld

Die Stadt stellt 200.000 Euro für die Erneuerung des Helmut-Loos-Bades zur Verfügung. Auch Betonschäden im Keller müssen ausgebessert werden.

Vor drei Monaten war der Schock groß, als die Verwaltung im Lülsdorfer Schwimmbad Verformungen und Verschiebungen des Beckens von erheblichem Ausmaß feststellte. Bei einer ersten Diagnose zeichnete sich eine akute Gefährdung ab, das Becken wurde komplett entleert, die Verformungen von einem Ingenieurbüro zunächst mit Laser vermessen. „Fest stand schon damals, dass es sowohl Spannungen im Becken als auch Abplatzungen bei den Rinnen rund um das Schwimmbecken gab“, erläuterte der zuständige Ingenieur Wiland Kling den Mitgliedern des Bauausschusses bei einem Ortstermin.

In der anschließenden Sitzung des Ausschusses folgten die Mitglieder dem Vorschlag des Ersten Beigeordneten Helmut Esch einstimmig. Demnach werden 200.000 Euro für Sanierungsarbeiten im Haushalt eingeplant, um gewappnet zu sein, falls der gesamte Beckenrand erneuert werden muss. Das wird sich aber erst nach weiteren Messungen herausstellen, die noch in diesem Jahr anstehen. Geschlossen ist das Bad zum Jahreswechsel für ungefähr drei Wochen.

Zunächst Kosten von einer Million Euro angenommen

Sollte das Geld nicht in voller Höhe benötigt werden, könnte der Ausschuss darüber nachdenken, die Schwimmbadtechnik in Teilen zu erneuern, denn auch dort müssten auf absehbare Zeit Filter oder Wärmetauscher erneuert werden, kündigte Esch an. „Wir bemühen uns, so weitreichend zu planen, wie es möglich ist“, sagte er

Die gute Nachricht ist, dass in jedem Fall deutlich weniger Geld in die Hand genommen werden muss, als bisher angenommen. Nach erster Schadensdiagnose wurden im Rahmen des Nachtragshaushaltes unter anderem eine Million Euro für die Schwimmbadsanierung nachgeschossen. 800.000 Euro davon kann der Kämmerer nun anderweitig einsetzen.

Gutachter geben Entwarnung

Als Folge der sichtbaren Schäden im Bad gab es auch entsprechende Betonschäden im Keller, die sich der Ausschuss ebenfalls anschaute. Das Besondere im Lülsdorfer Bad ist dessen separate Konstruktion. Das Schwimmbecken ist als eigenständiges Bauwerk quasi in einer ebenfalls eigenständigen Bauhülle untergebracht. „Bei dem Gutachten, das wir erstellten, ging es zunächst um die Standsicherheit des Schwimmbades“, erläuterte Kling. Das Ergebnis: Es gibt lokal starke Beeinträchtigungen, die Standsicherheit ist jedoch nicht gefährdet. Dennoch bleibe einiges zu tun, denn schließlich soll das Becken dauerhaft erhalten bleiben. „Wenn Chlor-Ionen in den Beton eindringen, regen sie starke Korrosionserscheinungen an“, erklärte Kling. „Diese können innerhalb des Betons starke Schädigungen hervorrufen, die man rein äußerlich nicht sehen kann.“ Doch die Gutachter können Entwarnung geben.

Gleichwohl besteht Handlungsbedarf an der zwei Meter langen offenen Stelle an der Ablaufrinne. Sie muss erneuert und der Beton saniert werden. Kling kündigte an, dass diese Sanierung zum Jahreswechsel durchgeführt werde. Bis dahin wird das Becken noch mal vermessen, im warmen und vollen Zustand als auch im kalten und leeren Zustand. „Erst dann können wir sehen, wie sich das Becken als eigenständiger Baukörper zu dem umgebenden Körper verhält.“ Auch die Ursache für die „Zwangsspannungen“, die im Sommer die Verwaltung in Alarmbereitschaft versetzten, sind gefunden.

Der städtische Ingenieur Uwe Nolting erläuterte, dass man im Nachhinein einen luftdichten Raum gebaut habe, um dort Ozon herzustellen. Wegen der eingebauten Mauer konnte sich das Schwimmbecken nicht mehr verschieben, deshalb sei es zu den sogenannten „Zwangsspannungen“ gekommen.