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Kommentar zum Wohnungsmarkt in Niederkassel: Der Druck ist enorm

Kommentar zum Wohnungsmarkt in Niederkassel : Der Druck ist enorm

Wenn sich 250 potenzielle Bauherrn auf sieben großzügige Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser in Niederkassel bewerben, dann ist das ein Hinweis darauf, dass auch in dieser Sparte der Bedarf groß ist.

Wie dramatisch die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist, lässt sich aktuell am Beispiel von Niederkassel festmachen. Die neuen Baugebiete sind noch gar nicht rechtskräftig, da reißen sich die Interessenten um die Parzellen. Und dabei geht es durchaus um hochwertigen Wohnraum. So wie an der Litauer Straße im Ortskern, wo Grundstücksgrößen von mindestens 500 Quadratmetern auf den Markt kommen.

Natürlich stellt sich da die Frage, warum die Stadt nicht sparsamer mit der zur Verfügung stehenden Fläche umgeht und dort mehr Wohneinheiten schafft. Wäre das angesichts des enormen Drucks auf dem Wohnungsmarkt nicht sogar dringend geboten? Sicherlich müssen die Kommunen mit jedem freien Quadratmeter haushalten. Aber es kann nicht überall nur Geschosswohnungsbau geben. Letztlich muss die Mischung stimmen. Es braucht den sozialen Wohnungsbau ebenso wie den hochwertigen Wohnraum. Wenn sich gerade 250 potenzielle Bauherrn auf sieben großzügige Grundstücke in Niederkassel bewerben, dann ist das ein Hinweis darauf, dass auch in dieser Sparte der Bedarf groß ist. Ein großer Teil der Interessenten dürfte aus den Städten Köln und Bonn kommen, die praktisch dicht sind. Nach der neuesten Wohnraumanalyse müssen bis 2030 im Kreis 30 000 Wohneinheiten geschaffen werden.

Da sind nun die Kreis-Kommunen gefragt: Sie müssen den Wohnungsbau forcieren, sofern noch der Platz vorhanden ist – vor allem im unmittelbaren Umfeld der großen Nachbarn. Zugleich schlägt aber auch die Stunde der Flächengemeinden, die sozusagen in zweiter Reihe liegen: Rheinbach, Hennef, vielleicht sogar noch Eitorf. Die haben noch Potenzial und können mit S-Bahnanbindung punkten.